BAGFW: Steigende Mieten setzen soziale TrÀger unter Druck
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.deMehr als 80 Prozent der TrĂ€ger geben an, dass die Mietkosten sie finanziell belasten. Seit 2020 verzeichneten 57 Prozent der kleinen Einrichtungen mit einem Standort mindestens eine Mieterhöhung, ein Viertel von ihnen sogar mehrere. Weitere Erhöhungen sind dabei oft schon eingepreist, denn viele VertrĂ€ge enthalten Klauseln, die regelmĂ€Ăig steigende Mieten festschreiben.
Viele Einrichtungen klagen zudem ĂŒber eine mangelnde Refinanzierung: Nur bei einem knappen Viertel werden die Mietkosten von der öffentlichen Hand komplett ĂŒbernommen, der Rest muss sie teilweise oder vollstĂ€ndig selbst zahlen. Dadurch wirkten sich Mieterhöhungen direkt auf die Finanzen der Einrichtungen selbst aus, heiĂt es in der Studie. Der Verband fordert deswegen, dass die Refinanzierung der Miet- und Nebenkosten gesetzlich verankert wird.
Mieterhöhungen stellen soziale TrĂ€ger vor groĂe Herausforderungen. Sie werden oft aus öffentlicher Hand bezahlt und können nicht einfach die Preise erhöhen - anders als Unternehmen aus der freien Wirtschaft, mit denen sie um die GeschĂ€ftsrĂ€ume konkurrieren. Die Folgen bekommen laut der Studie die Menschen zu spĂŒren, die auf die Angebote angewiesen sind: TrĂ€ger berichteten, dass sie wegen der hohen Mietkosten Ăffnungszeiten kĂŒrzen, Gruppen zusammenlegen oder geplante Projekte kĂŒrzen oder gar streichen mussten.
BAGFW-PrĂ€sident Achim Meyer auf der Heyde schrieb im Vorwort der Studie, soziale Arbeit brauche nicht nur FachkrĂ€fte und Finanzierung, sondern auch dauerhaft bezahlbare RĂ€ume. Beratungsstellen, Kitas oder FrauenhĂ€user könnten ihre Aufgabe nur erfĂŒllen, wenn ihnen dauerhaft bezahlbare und sichere RĂ€umlichkeiten zur VerfĂŒgung stĂŒnden. Die BAGFW fordert unter anderem einen verbindlichen Gewerbemietspiegel, einen besseren Mieterschutz fĂŒr gemeinwohlorientierte TrĂ€ger sowie die Sicherung von FlĂ€chen durch StĂ€dte und Kommunen fĂŒr die soziale Infrastruktur. Meyer auf der Heyde erklĂ€rte, wo soziale Einrichtungen verdrĂ€ngt wĂŒrden, gingen mit ihnen auch Orte der Begegnung, der Beratung und der sozialen Stabilisierung verloren.
