Bundesbank: Banken geben Zinsen an Sparer nur marginal weiter
26.06.2023 - 12:07:07"Seit Anfang 2022 haben die Banken in Deutschland den Zinssatz fĂŒr tĂ€glich fĂ€llige Einlagen trotz stark steigender GeldmarktsĂ€tze lediglich marginal angehoben", stellt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht fĂŒr Juni fest. Deshalb liege der realisierte Zinssatz seit September 2022 signifikant unter dem Zinssatz, der gemÀà dem historischen und ohnehin vergleichsweise trĂ€gen Zusammenhang zu erwarten gewesen wĂ€re, so die Bundesbank.
Als mögliche GrĂŒnde werden "unvollstĂ€ndiger Wettbewerb im Bankensektor" oder ein geringes Interesse der Einleger erwĂ€hnt. "Offenbar ist zudem der Wettbewerbsdruck seitens auslĂ€ndischer Banken im EinlagengeschĂ€ft bis- lang ĂŒberschaubar", so die Bundesbank. Dabei wird es nach EinschĂ€tzung der Frankfurter aber nicht bleiben: "Der langsam anziehende Wettbewerb um Einlagen und die gröĂer werdende Differenz zwischen dem Zinssatz fĂŒr tĂ€glich fĂ€llige Einlagen und Termineinlagen dĂŒrften perspektivisch auch einen AufwĂ€rtsdruck beim Zinssatz fĂŒr tĂ€glich fĂ€llige Einlagen zur Folge haben", heiĂt es im Monatsbericht. TatsĂ€chlich verdienen sich die Banken mit den Sparguthaben der Verbraucher derzeit eine goldene Nase ohne groĂen Aufwand: WĂ€hrend die EZB den Banken einen Einlagezinssatz von 3,5 Prozent zahlt, bekommen Verbraucher im Schnitt nur etwa einen Viertelprozentpunkt an Zinsen. Selbst im NeukundengeschĂ€ft wird aufs Tagesgeld im Schnitt nur etwa zwei Prozent an Zinsen versprochen, nur ganz wenige Angebote liegen bei der aktuellen Spitze von bis zu 3,7 Prozent.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


