News, Katarina Barley

Wahl des PrÀsidenten in Polen: Katarina Barley bedauert das Ergebnis

13.07.2020 - 17:47:07

Barley (SPD), VizeprĂ€sidentin des Europaparlaments, empfindet nach dem Abschluss der polnischen PrĂ€sidentschaftswahl EnttĂ€uschung ĂŒber das Ergebnis.

In einem GesprĂ€ch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zeigte sich die SPD-Politikerin, die gegenwĂ€rtig als VizeprĂ€sidentin im Europaparlament fungiert, bestĂŒrzt. Demnach habe sie auf einen anderen Ausgang gehofft. Als positiv zu bewerten sei jedoch, dass der Amtsinhaber Andrzej Duda trotz dessen Propagandamaschinerie und dessen Tricksereien innerhalb der polnischen Regierung Gegenwind seitens der Bevölkerung einstecken haben mĂŒssen. Ein Durchmarsch sei dem alten und neuen PrĂ€sident von Polen bei dieser Wahl nicht gelungen, bewertete die ehemalige Bundesjustizministerin den Wahlkampf-Sieg von Duda. Immerhin sei es seinem Herausforderer Rafal Trzaskowski gelungen beinahe die HĂ€lfte der abgegebenen Wahlzettel fĂŒr sich entscheiden zu lassen.

WĂ€hrend seines Wahlkampfes zeigte sich Duda bezĂŒglich Deutschland besonders kritisch. Nach angeblichen Einmischungen durch deutsche Medien ließ das Außenministerium in Warschau sogar Verantwortliche aus der deutschen Botschaft vorladen. Diese Aktion empfinde Katarina Barley als eine Bedienung an alten Mustern von polnischer Seite. Gar sei hier eine Suche nach Feindbildern geschehen und eine anti-deutsche Stimmung provoziert worden. Nun wĂŒrde es sehr darauf ankommen, welchen Handlungen sich die polnische Regierung fortan verschreibe.

Auf jeden Fall mĂŒsse sich die EU konsequent dagegen wehren, sollte man in Warschau weiterhin so vehement gegen die Demokratie und gegen die Rechtsstaatlichkeit agieren. Vor allem mĂŒsse man die Regierungspartei PiS im Auge behalten, die nun Angst bekommen könnte. Da sich fast die HĂ€lfte der WĂ€hler fĂŒr Trzaskowski ausgesprochen hat. Sie könnten nun den Weg in eine noch autoritĂ€rere Richtung einschlagen. Des Weiteren sei jedoch, aufgrund der immensen Unzufriedenheit in der polnischen Bevölkerung, ein leichter Kurswechsel möglich. Sollte dies tatsĂ€chlich der Fall sein, dann wĂŒrde die SPD-Politikerin darin sogar einen Nutzen fĂŒr die EuropĂ€ische Union sehen.

Mit Bedenken blicke die Europa-Abgeordnete jedoch auf das Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am kommenden Freitag in BrĂŒssel. Dass man sich bei der Vergabe von EU-Geldern kĂŒnftig nicht mehr an die Einhaltung der Regeln eines Rechtsstaats orientiere. Deshalb zĂ€hle sie voll und ganz auf die RatsprĂ€sidentschaft, die Deutschland derzeit inne hat. Sie fordere HartnĂ€ckigkeit und ein Bestehen auf die Rechtsstaatlichkeit in allen Staaten, die am EU-Zusammenschluss beteiligt sind. Damit die Werte eines vereinten Europas weiterhin gewahrt blieben.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Leo Stereo

@ ad-hoc-news.de