Gewalt

Urteile-Auswertung: Frauen werden am hÀufigsten zu Hause ermordet

21.01.2026 - 00:01:00

Wenn MÀnner ihre Ehefrau, Partnerin oder Ex-Partnerin töten, tun sie dies besonders oft mit einem Messer und dort, wo die Frauen leben.Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Datenanalyse des "Stern".

Ein Reporterteam hat Gerichtsurteile zu allen öffentlich gewordenen FÀllen aus dem Jahr 2024 angefragt - und 57 ausgewertet. Es sind die derzeit aktuellsten und umfassendsten Fakten, die es bundesweit zum Thema gibt.

Der gefĂ€hrlichste Ort fĂŒr Frauen ist demnach ihr eigenes Zuhause. In 45 der 57 FĂ€lle, in denen ein Urteil gesprochen wurde, kamen Frauen in der eigenen oder gemeinsamen Wohnung oder im Haus um. Drei Frauen wurden dort umgebracht, wo der TĂ€ter oder mutmaßliche TĂ€ter wohnte. Und die mit Abstand am hĂ€ufigsten eingesetzte Tatwaffe war ein Messer: in 37 von 57 FĂ€llen. Schusswaffen wurden nur in zwei FĂ€llen verwendet: eine Armbrust und eine Pistole.

Das Alter der TĂ€ter reichte von 18 bis 76 Jahren, das ihrer Opfer von 18 bis 84. AuffĂ€llig ist zudem, dass unter den Verurteilten ĂŒberproportional viele MĂ€nner mit Migrationshintergrund waren. In 25 der 57 FĂ€lle waren die TĂ€ter Migranten. Am hĂ€ufigsten aus RumĂ€nien, am zweithĂ€ufigsten aus der TĂŒrkei.

Ähnliches gilt fĂŒr die getöteten Frauen. Der Anteil der auslĂ€ndischen Opfer war ĂŒberdurchschnittlich hoch - gemessen an der Gesamtbevölkerung. Die HĂ€ufung migrantischer Opfer erklĂ€ren Experten damit, dass die Frauen hĂ€ufiger abhĂ€ngig von ihren Partnern sind und grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten haben, Hilfsangebote anzunehmen - teils wegen Sprachbarrieren.

Die ausgewerteten FĂ€lle aus dem Jahr 2024 legen laut "Stern" vor allem ein Tatmotiv nahe: Auslöser war wohl hĂ€ufig die Trennung der Frau vom Partner. Etwas weniger oft gab es Anzeichen dafĂŒr, dass der Mann seine Frau als seinen Besitz ansah oder sie aus Eifersucht oder KrĂ€nkung tötete.

@ dts-nachrichtenagentur.de