EU, Wirtschaftskrise

WirtschaftsverbÀnde drÀngen auf Umsetzung des Draghi-Berichts

Veröffentlicht am: 18.10.2025 um 10:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Wirtschaftsvertreter haben die langsame Umsetzung des sogenannten Draghi-Reports kritisiert.

EU-Fahnen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
EU-Fahnen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen und mehr oder weniger abgeheftet", sagte Hildegard MĂŒller, PrĂ€sidentin des Verbands der Automobilindustrie, der "Welt am Sonntag". "BrĂŒssel schreibt gerne Reports und Roadmaps, aber ein strukturiertes Arbeiten an der europĂ€ischen WettbewerbsfĂ€higkeit findet bisher nicht ausreichend statt." Kritik kam auch von der FDP.

"Der Draghi-Bericht verstaubt in Ursula von der Leyens Reden", sagte die Europa-Abgeordnete Svenja Hahn (FDP) der "Welt am Sonntag". "Und Europa bleibt im BĂŒrokratiestau stecken." Statt Deregulierung und mehr Marktwirtschaft gebe es immer neue Vorschriften und planwirtschaftliches Mikromanagement. Vereinfachungen wie jene des Lieferkettengesetzes kĂ€men kaum voran und drohten zum Symbol europĂ€ischer ReformunfĂ€higkeit zu werden. Der ehemalige Chef der EuropĂ€ischen Zentralbank und italienische MinisterprĂ€sident Mario Draghi hatte vor rund einem Jahr eine Analyse zur wirtschaftlichen Lage der EU vorgelegt und darin unter anderem Investitionen in Milliardenhöhe und den Abbau von BĂŒrokratie gefordert. Doch dem "Draghi-Tracker" der privaten "Initiative Joint European Disruptive Initiative" (JEDI) zufolge hat die EU-Kommission unter PrĂ€sidentin Ursula von der Leyen (CDU) bisher keine einzige Idee aus dem Bericht umgesetzt. Immerhin 15 Prozent der VorschlĂ€ge sind laut JEDI auf dem Weg dorthin, aber 40 Prozent machen kaum Fortschritte, und der Rest - 45 Prozent - wird nicht einmal diskutiert. Vor Draghi hatte schon Enrico Letta, ebenfalls einst MinisterprĂ€sident Italiens, einen Bericht fĂŒr BrĂŒssel erstellt. Der Report analysierte den Zustand des Binnenmarkts - und ist heute auch nur noch wenig im GesprĂ€ch. "In BrĂŒssel werden viele Berichte geschrieben, kaum einer bewirkt etwas", sagte auch Astrid Hamker, PrĂ€sidentin des Wirtschaftsrats der CDU, eines der Partei nahestehenden Verbands, der "Welt am Sonntag". "Draghi kommt bei meinen Treffen hier immer mal wieder zur Sprache, Letta scheint vergessen."

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