AffengerÀusche, EM-Sieg

AffengerĂ€usche trĂŒben fulminanten EM-Sieg der Basketballer

30.08.2025 - 15:25:00

Deutschland erreicht vorzeitig das Achtelfinale bei der Basketball-EM. Doch das gerÀt zur Nebensache, nachdem KapitÀn Schröder von rassistischen Anfeindungen berichtet. Zwei Fans fliegen raus.

Der furiose Erfolg der deutschen Basketballer geriet fĂŒr Dennis Schröder zur Nebensache. Deutschlands KapitĂ€n berichtete nach dem souverĂ€nen 107:88 gegen Litauen bei der EM im finnischen Tampere von rassistischen Anfeindungen in Form von AffengerĂ€uschen.

«Man kann mich beleidigen, aber AffengerÀusche ist eine Sache, die ich nicht respektiere und nicht akzeptiere. Rassismus gehört nicht zu diesem Sport», sagte Schröder, der die Laute beim Gang in die Kabine wahrgenommen hatte. Mit Hilfe des deutschen Trainerteams wurden nach Angaben des Deutschen Basketball Bunds (DBB) zwei Personen identifiziert, die im Anschluss aus der Nokia Arena in Tampere geworfen wurden.

Trainer: «Wir können nur dagegen kÀmpfen»

«Ich habe mitbekommen, dass Dennis sehr aufgeregt war – zu Recht. Im Sport und im Wettkampf haben solche Sachen nichts zu suchen. Wir hoffen, dass sich das legt und irgendwie gelöst werden kann. Wir können nur dagegen kĂ€mpfen», sagte Trainer Alan Ibrahimagic, der den erkrankten Alex Mumbru im bereits dritten EM-Spiel in Serie erfolgreich vertrat. Er selbst habe die GerĂ€usche nicht gehört, erklĂ€rte Ibrahimagic.

Schröder wirkte persönlich gekrĂ€nkt und sauer - der eigentlich famose Nachmittag mit spektakulĂ€rem Basketball des Weltmeisters wurde von den SchmĂ€hungen massiv getrĂŒbt. «Das kann ich nicht akzeptieren. Rassismus auf dieser Welt, das sollte nicht hierhin gehören», sagte Schröder in einer ersten Reaktion bei MagentaSport. 

Schröder, Wagner und Theis glÀnzen

Sportlich ist sein Team weiterhin nicht aufzuhalten. Nach dem dritten Sieg nimmt Deutschland Kurs auf die angestrebte Medaille und hat bereits jetzt das Ticket fĂŒr die Endrunde in Riga sicher.

AngefĂŒhrt vom KapitĂ€n (26 Punkte) und Franz Wagner (24) zeigte das deutsche Team in Tampere streckenweise titelreifen Basketball und steht nun vorzeitig im Achtelfinale. Anders als bei den ersten Siegen gegen Montenegro (106:76) und Schweden (105:83) bekam das Team diesmal Gegenwehr. Zum X-Faktor wurde Schröder-Kumpel Daniel Theis, der 23 ZĂ€hler beisteuerte, alle seine neun WĂŒrfe verwandelte und zudem stark verteidigte.

Möglichst spÀt gegen Serbien

«Der hat heute richtig abgeliefert. Was er heute sowohl defensiv als auch offensiv abgeliefert hat, war wirklich ĂŒberragend», sagte Ibrahimagic. Von seinem Team forderte er: «Nach vorne schauen, fokussiert bleiben.» Gelingen gegen Großbritannien am Montag (15.30 Uhr/MagentaSport und RTL) und Finnland am Mittwoch (19.30 Uhr) zwei weitere Siege, ist Platz eins perfekt.

Der Gruppensieg in Finnland ist deshalb wichtig, um Topfavorit Serbien mit NBA-Star Nikola Jokic möglichst lange aus dem Weg zu gehen. Werden beide Teams Gruppensieger, ist ein Aufeinandertreffen erst bei einem möglichen Endspiel am 14. September in Riga möglich. Die von tausenden in grĂŒn gekleideten Fans angefeuerten Litauer stellten Deutschland bei dieser EM erstmals richtig auf die Probe.

Deutschlands 21:3-Lauf verpufft

Anders als bei den bisherigen deutschen Spielen herrschte diesmal richtig Stimmung - auf den RĂ€ngen, aber auch auf dem Parkett. Litauens Fans begannen lautstark und euphorisch, doch ihre Profis gerieten schnell mit 2:10 in RĂŒckstand. Schröder und Theis spielten immer wieder gemeinsam und sorgten frĂŒh fĂŒr ein paar erste Höhepunkte.

Es entwickelte sich ein offenes Duell auf offensiv allerhöchstem Niveau. Deutschland um Wurfspezialist Andreas Obst traf Dreier um Dreier, gleichzeitig erlaubte sich der Weltmeister ĂŒber 20 Minuten kaum Ballverluste. Nach einem fulminanten 21:3-Lauf war das Ibrahamagic-Team zwar frĂŒh auf Siegkurs - doch die Litauer kĂ€mpften sich zurĂŒck. Und waren zur Halbzeit bei einem RĂŒckstand von acht Punkten in Reichweite.

Erinnerungen an Duell in Köln

Phasenweise erinnerte das Duell an das EM-Aufeinandertreffen 2022 in Köln. Damals hatte sich Deutschland erst nach zwei VerlĂ€ngerungen und jeder Menge Aufregung mit 109:107 durchgesetzt - und spĂ€ter die Bronzemedaille geholt. Obwohl beide Teams schon vor dem Duell fĂŒr das Achtelfinale in Riga planen konnten, war die IntensitĂ€t riesig.

Auch nach dem Wechsel blieb die Partie attraktiv. «Wenn wir das Tempo hochhalten und schnell sind, dann sehen wir gut aus. Wir mĂŒssen einfach weitermachen», kĂŒndigte Ibrahmagic an. Litauen startete stark ins dritte Viertel, doch Deutschland hielt mit viel QualitĂ€t dagegen. Erst warf Wagner einen Dreier ĂŒber Litauens NBA-HĂŒnen Jonas Valanciunas, dann legten Schröder und Theis nach. Am Ende wurde es auch im dritten Spiel sogar dreistellig, den 100. Punkt erzielte Theis per Freiwurf.

@ dpa.de