Franz Reindl, IIHF

Eishockey: Franz Reindl wird neuer IIHF-Präsident

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 11:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Franz Reindl ist zum Präsidenten des Eishockey-Weltverbandes IIHF gewählt worden. Der frühere DEB-Chef setzte sich auf Teneriffa knapp gegen Petr Briza durch und will vor allem das Verhältnis zur NHL verbessern.

Frabz Reindl tritt erneut an, Präsident des Eishockey-Weltverbandes zu werden. (Archivbild) - Bild: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa
Frabz Reindl tritt erneut an, Präsident des Eishockey-Weltverbandes zu werden. (Archivbild) - Bild: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

Franz Reindl ist zum Präsidenten des Eishockey-Weltverbandes IIHF gewählt worden.

Knappes Ergebnis auf Teneriffa

Der frühere Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes setzte sich auf dem IIHF-Kongress auf Teneriffa im zweiten Wahlgang mit 60:57 Stimmen gegen den ehemaligen DEL-Torhüter Petr Briza aus Tschechien durch. Der Olympia-Bronzegewinner von 1976 wird kurz vor seinem 72. Geburtstag damit der zweite deutsche IIHF-Präsident nach Günther Sabetzki, der den Verband von 1975 bis 1994 führte.

Letzte Chance zur Kandidatur

Reindl folgt auf den 73 Jahre alten Franzosen Luc Tardif. Gegen Tardif hatte Reindl bereits vor fünf Jahren kandidiert, war damals aber gescheitert. Die Wahl war von Vorwürfen wegen Untreue begleitet worden; die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden später eingestellt.

Für Reindl ist die Amtszeit auf vier Jahre begrenzt. Nach den Statuten darf ein Kandidat höchstens 72 Jahre alt sein, und Reindl wird im November dieses Alter erreichen. Bei der nächsten Wahl 2030 kann er deshalb nicht erneut antreten.

Mehr Zusammenarbeit mit der NHL

Als eine seiner größten Aufgaben bezeichnete Reindl die Verbesserung der Kommunikation mit der nordamerikanischen Profiliga NHL. Er will verhindern, dass die Teilnahme von NHL-Spielern an Olympischen Spielen regelmäßig zum Streitfall wird. Beim Turnier im Februar in Mailand waren die besten Profis der Welt nach schwierigen Verhandlungen erstmals seit den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi wieder dabei.

Reform der Weltmeisterschaften möglich

Reindl schließt zudem eine Neuordnung der WM-Turniere nicht aus. Eine Reform wäre ab 2033 möglich, die Voraussetzungen dafür müssten jedoch während seiner Amtszeit geschaffen werden. Die Weltmeisterschaft wird bislang aus finanziellen Gründen jährlich im Mai ausgetragen, während in Nordamerika noch die NHL-Playoffs laufen.

Dadurch steht dem Turnier nur ein Teil der NHL-Profis zur Verfügung. Als weitere Herausforderung gilt der geplante Neustart des World Cup of Hockey, den die NHL mit ihren größten Stars wieder dauerhaft etablieren will. Reindl betonte, die internationalen Kalender müssten aufeinander abgestimmt werden.

Langjährige Laufbahn im deutschen Eishockey

Reindl gewann als Spieler dreimal die deutsche Meisterschaft mit dem SC Riessersee und dem Sportbund Rosenheim. Beim Deutschen Eishockey-Bund war er unter anderem Sportdirektor, Generalsekretär und Geschäftsführer; von 2014 bis 2022 stand er dem Verband als Präsident vor. 2004 half er außerdem vorübergehend als Bundestrainer aus.

Der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz würdigte Reindls jahrzehntelangen Einfluss auf das deutsche Eishockey und bezeichnete seine Wahl an die IIHF-Spitze als Anerkennung seiner Arbeit.

Rückkehr an die Spitze

Franz Reindls Wahl schließt einen Führungswechsel an der Spitze des internationalen Eishockeys ab. Der frühere DEB-Präsident war 2021 noch Luc Tardif unterlegen; diesmal trat der Franzose nicht erneut an. Für Reindl ist das Mandat zugleich zeitlich begrenzt, weil er im November 72 Jahre alt wird und nach den Statuten 2030 nicht wieder kandidieren darf.

Konflikt zwischen NHL und IIHF

Die wichtigste sportpolitische Aufgabe liegt im Verhältnis zur nordamerikanischen Profiliga NHL. Die Teilnahme ihrer Spieler an Olympischen Spielen muss regelmäßig zwischen den beteiligten Organisationen ausgehandelt werden. Dass die NHL-Profis in Mailand erstmals seit 2014 wieder beim olympischen Eishockeyturnier dabei waren, erhöht den Druck auf dauerhaft abgestimmte Kalender und klare Vereinbarungen.

WM vor möglichem Wandel

Auch der Kalender der Weltmeisterschaften steht zur Debatte. Das jährliche Turnier im Mai überschneidet sich mit den NHL-Playoffs und begrenzt dadurch die Zahl verfügbarer Topspieler. Eine Reform könnte frühestens ab 2033 greifen; Reindls vierjährige Amtszeit dürfte daher vor allem von Vorbereitungen, Verhandlungen und der Suche nach einem tragfähigen Modell geprägt sein. Für Fans könnte das langfristig mehr hochkarätige NHL-Beteiligung bedeuten, zugleich aber eine stärkere Konkurrenz zwischen WM, Olympia und einem möglichen World Cup of Hockey.

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