Eishockey, CAS

Russland darf wieder Eishockey-WM 2027 in Deutschland spielen

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Internationale Sportgerichtshof hebt den Ausschluss russischer Mannschaften für die Saison 2026/2027 auf. Nun muss der Weltverband gemeinsam mit den nationalen Verbänden die konkrete Rückkehr und mögliche Sicherheitsfragen klären.

Russlands mögliche Turnierrückkehr

  • Der Cas hob den Ausschluss russischer Mannschaften für die Saison 2026/2027 mit sofortiger Wirkung auf.
  • Die Männer-Weltmeisterschaft im Mai 2027 findet in Deutschland statt.
  • Auch Frauen-, Junioren- und U18-Weltmeisterschaften könnten russische Teams wieder zulassen.
Das bisher letzte internationale Spiel der Russen: Das verlorene Olympia-Finale im Februar 2022 in Peking. (Archivbild) - Bild: Petr David Josek/AP/dpa

Cas öffnet Russlands Eishockeyteams den Weg zurück

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat den Russen die Rückkehr auf die große Eishockey-Bühne geebnet. Nach einer Entscheidung des Schiedsgerichts dürfen russische Eishockey-Mannschaften wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Männer-WM 2027 in Deutschland betroffen

Damit wären die Männer bei der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland spielberechtigt. Das Schiedsgericht gab einer Berufung des Russischen Eishockeyverbandes gegen den Weltverband IIHF statt und hob dessen Entscheidung auf, russische Teams auch in der Saison 2026/2027 nicht zuzulassen.

Die Entscheidung könnte auch die Frauen-WM im November 2027 in Kanada sowie Junioren- und U18-Weltmeisterschaften betreffen. Seit Ende Februar 2022 ist Russland wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine von allen internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen.

Cas sieht Sicherheitsbedenken nicht ausreichend belegt

Die IIHF hatte im Januar entschieden, russische Teams wegen Sicherheitsbedenken auch in der kommenden Saison auszuschließen. Der Cas bewertete diese Bedenken in seinem einstimmigen Urteil jedoch als nicht ausreichend belegt.

Nach den geltenden Verbandsregeln könnten nur nachweislich begründete Sicherheitsrisiken einen Ausschluss von Athleten aufgrund ihrer Nationalität rechtfertigen. Die IIHF war mit der Urteilsbegründung nicht einverstanden, will die Entscheidung aber akzeptieren.

Deutscher Verband lehnt Rückkehr ab

„Unsere Position ist unverändert: Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab“, sagte Frank H. Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Eishockey-Bundes. Das Urteil verändere die Ausgangslage für die Heim-WM grundlegend.

Eine Zulassung Russlands zu den Welttitelkämpfen, an denen auch die Ukraine teilnimmt, habe erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen, erklärte Lutz. Wie die Rückkehr abläuft, muss der Weltverband nun mit den jeweiligen nationalen Mitgliedsverbänden erörtern.

Visa-Frage bleibt offen

Unklar ist zudem, ob russische Mannschaften in die jeweiligen Gastgeberländer einreisen dürfen oder ob ihnen Visa verweigert werden. Die Frauen- und Junioren-WM finden in Kanada statt, die U18-WM der Frauen in Tschechien und die U18-WM in den USA.

Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs verschiebt die bisherige Grundlage für den Ausschluss russischer Eishockeyteams. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatten die IIHF und andere Sportverbände den Ausschluss mit Sicherheitsrisiken und den besonderen politischen Umständen begründet.

Der Cas stellt nun klar, dass ein Ausschluss wegen der Nationalität nach den geltenden Verbandsregeln konkret belegte Sicherheitsrisiken voraussetzt. Damit erhält der Fall Bedeutung über das Eishockey hinaus: Sportverbände müssen zwischen Sicherheitsfragen, politischer Verantwortung und dem Grundsatz der Gleichbehandlung abwägen.

Folgen für die Heim-WM

Für Deutschland ist vor allem die Männer-WM im Mai 2027 relevant. Eine Teilnahme Russlands würde die Sicherheitsplanung, den Umgang mit möglichen Protesten und die politische Kommunikation des Turniers beeinflussen. Der Deutsche Eishockey-Bund lehnt eine Rückkehr weiterhin ab, während die IIHF das Urteil akzeptieren will.

Die Entscheidung bedeutet noch keinen vollständig geregelten Start Russlands bei jedem genannten Turnier. Der Weltverband muss die konkrete Rückkehr mit den nationalen Verbänden abstimmen. Zusätzlich können Einreise- und Visaregeln der Gastgeberländer die Teilnahme beeinflussen. Kanada, Tschechien und die USA stehen damit vor eigenen organisatorischen und politischen Entscheidungen.

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