96-Boss Kind bleibt stur - DFL-PrÀsidium berÀt
20.02.2024 - 06:12:11Die anhaltenden Proteste und Forderungen nach einer Neuabstimmung ĂŒber den Investoren-Einstieg im deutschen Profi-FuĂball beschĂ€ftigen weiter die Deutsche FuĂball Liga. Nach dpa-Informationen wird sich das DFL-PrĂ€sidium in dieser Woche noch einmal eingehend mit dem laufenden Investorenprozess beschĂ€ftigen.
Laut Informationen der «Sport Bild» kommt das FĂŒhrungsgremium an diesem Mittwoch zusammen, um das weitere Vorgehen in der umstrittenen und seit Wochen heftig diskutierten Causa zu erörtern. Zudem soll es am 28. und 29. Februar zwei Info-Veranstaltungen mit den 36 Erst- und Zweitligisten und im MĂ€rz eine weitere Mitgliederversammlung geben.
Diskutiert wird unter anderem, ob die Abstimmung ĂŒber den milliardenschweren Einstieg eines Investors wiederholt und dann offen abgestimmt wird. Hannover 96-Boss Martin Kind hĂ€tte im Falle einer erneuten Abstimmung keine Sorge vor einer öffentlichen Wahl. «Ich bin da offen fĂŒr, da mache ich mir keine Gedanken zu», sagte Kind in der ARD-Sendung «Hart, aber fair».
Kind Ă€uĂert sich nicht zu Votum
Die Deutsche FuĂball Liga will fĂŒr eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen von einem Finanzinvestor eine Milliarde Euro kassieren. Bei der Abstimmung der 36 Proficlubs ĂŒber den Deal war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen. Aufgrund der umstrittenen Rolle von Hannover-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Kind steht der Verdacht im Raum, dass bei dem Votum ein VerstoĂ gegen die 50+1-Regel vorgelegen haben könnte. Die Regel begrenzt den Einfluss externer Geldgeber bei Clubs der ersten und zweiten Liga.
Hannovers VereinsfĂŒhrung hatte Kind angewiesen, gegen den Investoren-Einstieg zu stimmen. Das Abstimmungsergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schlieĂen, dass der 79-JĂ€hrige mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat.
Kind selbst Ă€uĂert sich nicht zu seinem Votum. Auch in der Sendung am Montagabend verriet er trotz mehrmaliger Nachfragen nicht, wie er abgestimmt hat. «Ich lehne das ab», sagte Kind zur Vorgehensweise anderer Clubs, die nach der geheimen Abstimmung ihr Votum veröffentlicht hatten.
Kritik am Schweigen
Thomas Kessen vom Fanverband «Unsere Kurve» kritisierte Kind fĂŒr sein andauerndes Schweigen. «Herr Kind hat eigentlich gerade die Möglichkeit, sehr einfach sehr viel Schaden vom deutschen FuĂball abzuwenden», sagte Kessen. Hinter den Protesten der AnhĂ€nger stĂŒnde schlieĂlich vor allem, dass die demokratische Akzeptanz des Abstimmungsergebnisses nicht gegeben sei oder zumindest massiv angezweifelt wĂŒrde. Kessen warf Kind «Rumeierei» vor.
SPD-GeneralsekretĂ€r Kevin KĂŒhnert sprach sich fĂŒr eine erneute und dann öffentliche Abstimmung aus. «Meine EinschĂ€tzung, einfach nur als Fan, wĂ€re, dass die Legitimation noch einmal neu hergestellt werden mĂŒsste», sagte KĂŒhnert.
Fans in den Stadien protestieren seit Wochen gegen den geplanten Investoren-Einstieg und die Art und Weise des Verfahrens. Immer wieder kommt es daher zu oftmals mehreren Spielunterbrechungen wÀhrend der Bundesliga-Partien. Einige Begegnungen standen sogar kurz vor dem Abbruch.


