Zum siebten Mal: Sevilla gewinnt wieder die Europa League
01.06.2023 - 00:11:44 | dpa.deAuch JosĂ© Mourinho hat den beeindruckenden Triumphzug des FC Sevilla im XXL-Nervenkrimi der Europa League nicht stoppen können. Der Startrainer verlor mit der AS Rom das hitzige Endspiel in Budapest im ElfmeterschieĂen mit 1:4 (1:1, 1:1, 1:0).
FĂŒr Rekordsieger Sevilla war es der siebte Erfolg im siebten Finale des zweitgröĂten Wettbewerbs im europĂ€ischen VereinsfuĂball â und das seit 2006. Mourinho verlor nach fĂŒnf Siegen erstmals ein Europapokal-Finale als Trainer. Mit einem weiteren Triumph wĂ€re er zum alleinigen Rekordhalter aufgestiegen.
Der argentinische Weltmeister Paulo Dybala (35. Minute), dessen Startelf-Einsatz nach Sprunggelenkproblemen fraglich gewesen war, hatte Rom in FĂŒhrung gebracht, Gianluca Mancini (55.) per Eigentor den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Allein in der zweiten HĂ€lfte der VerlĂ€ngerung gab Schiedsrichter Anthony Taylor ĂŒber zehn Minuten Nachspielzeit obendrauf.Â
Sevilla folgt auf Frankfurt
Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Gonzalo Montiel fĂŒr die Andalusier, die sich durch den Sieg fĂŒr die Champions League qualifizierten. Im vergangenen Jahr hatte Eintracht Frankfurt mit dem groĂen Silberpokal gejubelt.
Tausende Fans aus Spanien und Italien sorgten in der schicken Puskas Arena fĂŒr Finalstimmung. Mourinho stand im dunklen Shirt fast ausschlieĂlich am Rand seiner Coaching Zone und rief Anweisungen auf den Platz.
Seine Roma, die im Halbfinale Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb geworfen hatte, brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden. Leonardo Spinazzola prĂŒfte Sevilla-Torwart Yassine Bounou in der zwölften Minute. Die Vorlage kam von Dybala, fĂŒr den Mourinho eigentlich angekĂŒndigt hatte, dass mehr als «20, 30 Minuten» Spielzeit gar nicht drin seien. Im Nachhinein vermutlich ein kleiner Psychotrick des Taktikmeisters.
Sevillas Profis, die vor dem Anpfiff einen GruĂ an ihren schwer verletzten Ex-Torwart Sergio Rico geschickt hatten, kamen mit dem aggressiven Spiel der Roma zunĂ€chst ĂŒberhaupt nicht zurecht. Die Auswahl von Trainer JosĂ© Luis Mendilibar versuchte, wenn ĂŒberhaupt, ĂŒber die rechte Seite des 37 Jahre alten KapitĂ€ns JesĂșs Navas in die NĂ€he des gegnerischen Strafraums zu kommen.
Roma bricht das eigene Bollwerk
Gerade, als die Partie festgefahren wirkte, hebelte Mancini mit einem starken Pass die Abwehr Sevillas aus, Dybala lieĂ Bounou keine Chance. Die Römer in der Arena jubelten lautstark, auch Mourinho lieĂ fĂŒr einen Moment die groĂen Emotionen zu. Der 60-JĂ€hrige hatte Rom im vergangenen Jahr zum Sieg in der klassentieferen Conference League gefĂŒhrt - den Henkelpott der Champions League stemmte er 2003 mit Porto und 2010 mit Inter Mailand in die Höhe.
Und Sevilla? Der Rekordgewinner des Wettbewerbs, der schon den UEFA-Cup hatte zweimal gewinnen können, fand auch nach dem RĂŒckstand keine Lösungen. Erst in der langen Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam der frĂŒhere Schalker Bundesliga-Profi Ivan Rakiti? zur groĂen Ausgleichschance, traf aber nur den Pfosten.
DafĂŒr begann die zweite HĂ€lfte fĂŒr den spanischen Verein nach MaĂ. Rom zog sich zurĂŒck - Ă€hnlich wie im RĂŒckspiel gegen Leverkusen - und versuchte, die FĂŒhrung zu verwalten. Das durch eine scharfe Flanke von Navas erzwungene Eigentor von Mancini brachte Sevilla endgĂŒltig in die Partie zurĂŒck. Auf der Gegenseite verhinderte Bounou gegen Tammy Abraham den erneuten RĂŒckstand (67.). Auch der eingewechselte Andrea Belotti verpasste das zweite Roma-Tor ganz knapp (83.) - die Partie musste in die von den Verletzungen geprĂ€gte VerlĂ€ngerung, in der beide Mannschaften sichtlich an der Belastungsgrenze spielten.
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