Gericht, Verhandlungstage

Gericht setzt 16 Verhandlungstage um SommermÀrchen-AffÀre an

13.11.2023 - 16:52:42

Die juristische Aufarbeitung der VorgĂ€nge rund um die WM 2006 fĂ€llt im nĂ€chsten Jahr in eine ungĂŒnstige Zeit fĂŒr den Deutschen Fußball-Bund.

FĂŒr das Verfahren um die SommermĂ€rchen-AffĂ€re gegen ehemalige fĂŒhrende DFB-FunktionĂ€re vor dem Landgericht Frankfurt sind gleich 16 Verhandlungstage angesetzt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Behörde hervor.

Den Ex-PrĂ€sidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger, sowie dem frĂŒheren GeneralsekretĂ€r Horst R. Schmidt wird Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Wie bereits angekĂŒndigt beginnt der Prozess am 4. MĂ€rz kommenden Jahres. Der letzte Verhandlungstag wĂ€re der 11. Juli. Damit lĂ€uft das Verfahren mitten in die Heim-Europameisterschaft (14. Juni bis 14. Juli) hinein.

Bislang dĂŒrftige Aufarbeitung der Geschehnisse

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat im Mai das zuvor Ende Oktober 2022 vom Landgericht eingestellte Verfahren gegen das Trio wieder in Gang gesetzt. Das OLG teilte damals mit, dass der ergangene Einstellungsbeschluss des Landgerichts aufgehoben und das Verfahren fortzufĂŒhren sei.

Damit kommt es nach jetzigem Stand bei der bislang dĂŒrftigen Aufarbeitung der Geschehnisse rund um die Fußball-WM 2006 in Deutschland doch noch zu einem juristischen Nachspiel vor einem deutschen Gericht. Zwanziger, Niersbach und Schmidt hatten stets alle VorwĂŒrfe zurĂŒckgewiesen.

Das Landgericht hatte das Verfahren am 27. Oktober vergangenen Jahres wegen des zu beachtenden Doppelbestrafungsverbots eingestellt, nachdem zuvor ein Verfahren in der Schweiz aufgrund der VerjÀhrung eingestellt worden war.

Im Kern ging es um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro des DFB ĂŒber den Weltverband FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag fĂŒr eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte Franz Beckenbauer in seiner Funktion als WM-Organisationschef ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztlich auf Konten des einstigen FIFA-FinanzfunktionĂ€rs Mohamed bin Hammam verschwand.

@ dpa.de