Rassismus-AffÀre um Vinicius Jr.: Strafe gegen Valencia
24.05.2023 - 12:42:04Der spanische FuĂball-Verband (RFEF) hat den FC Valencia wegen RassismusvorfĂ€llen gegen den brasilianischen Nationalspieler Vinicius Junior mit einem Teilausschluss von Fans bestraft.
Wie der Verband auf seiner Internetseite mitteilte, dĂŒrfen fĂŒr fĂŒnf Spiele keine Zuschauer auf die SĂŒdtribĂŒne des Mestalla-Stadions. Es gelte als erwiesen, dass es im Spiel gegen Real Madrid zu rassistischen Beschimpfungen gegen Real-StĂŒrmer Vinicius gekommen sei, die den normalen Spielverlauf gestört hĂ€tten und als sehr schwerwiegende Vergehen einzustufen seien, begrĂŒndete das Wettbewerbskomitee die Entscheidung.
Die VorfĂ€lle waren im Spielbericht des Schiedsrichters festgehalten worden. DarĂŒber hinaus wurde gegen den FC Valencia eine Geldstrafe von 45.000 Euro verhĂ€ngt. Der FC Valencia teilte mit, in Berufung zu gehen. Zudem bezeichnete der Club die Strafe als «ungerecht und unverhĂ€ltnismĂ€Ăig». Der Verein habe keine Chance bekommen, sich vor der verhĂ€ngten Strafe zu verteidigen. Man habe von Anfang an mit der Polizei zusammengearbeitet und die VorfĂ€lle im eigenen Stadion entschieden verurteilt.
In Spanien waren am Dienstag insgesamt sieben Personen festgenommen worden, denen in zwei verschiedenen FÀllen ein Hassverbrechen zur Last gelegt wird. Amtlichen Angaben zufolge waren darunter drei Personen, die in dem Verdacht stehen, am Sonntag im Spiel der «Königlichen» in Valencia Vinicius Junior rassistisch beleidigt zu haben. Nach einem Verhör wurden sie unter Auflagen wieder auf freien Fuà gesetzt.
Vinicius warf der spanischen Profi-Liga auf Twitter vor, Rassismus als «normal» zu betrachten. Liga-Chef Javier Tebas wies diesen Vorwurf zurĂŒck und betonte, diese Saison habe man neun rassistische VorfĂ€lle bei der Justiz angezeigt. Bei acht davon sei Vinicius das Opfer der Anfeindungen gewesen.
Proteste in SĂŁo Paulo
Unterdessen haben im Zusammenhang mit den jĂŒngsten rassistischen Anfeindungen gegen den 22-jĂ€hrigen Vinicius Dutzende Menschen vor dem spanischen Konsulat in SĂŁo Paulo demonstriert. Teilnehmer der Demonstration in der brasilianischen Millionenmetropole riefen «LaLiga racista» und forderten Aktionen der spanischen Regierung, wie die Zeitung «Folha de S. Paulo» am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete. Auf Schildern war «Vinicius Jr. wir sind mit Dir» und «Das ist nicht FuĂball, das ist Rassismus» zu lesen.
Der Vorfall wurde schnell zum Politikum. Die Anfeindungen gegen Vinicius wurden unter anderem vom brasilianischen PrĂ€sidenten Luiz InĂĄcio Lula da Silva und von dem spanischen MinisterprĂ€sidenten Pedro SĂĄnchez scharf kritisiert. FĂŒhrende konservative Politiker in Spanien verurteilten ebenfalls jede Art von Rassismus, wiesen aber den Vorwurf von Vinicius zurĂŒck, Spanien gelte inzwischen unter anderem in Brasilien als «Land der Rassisten».
In Brasilien forderten einige Medienkommentatoren und Politiker, der brasilianische Verband CBF solle PlÀne ad acta legen, im Juni ein Testspiel gegen ein noch nicht feststehendes afrikanisches Auswahlteam in Spanien zu veranstalten.


