U21, DFB

Peinlicher EM-K.o. fĂŒr U21 – Chancenlos gegen England

28.06.2023 - 19:53:24 | dpa.de

Die Turnierbilanz ist historisch schlecht. Die U21 scheitert klÀglich gegen England und bei der EM. Die deutschen Fans singen: «Wir haben die Schnauze voll».

  • Nach dem Treffer der EnglĂ€nder zum 0:2 steht der deutschen Mannschaft die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Nach dem Treffer der EnglÀnder zum 0:2 steht der deutschen Mannschaft die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Englands Cameron Archer (2.v.l.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Englands Cameron Archer (2.v.l.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Der erst 18-JĂ€hrige Nelson Weiper (r) erlebte einen enttĂ€uschenden Einsatz im letzten Gruppenspiel. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Der erst 18-JÀhrige Nelson Weiper (r) erlebte einen enttÀuschenden Einsatz im letzten Gruppenspiel. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Tief enttÀuscht stand Antonio Di Salvo nach der Blamage von Batumi reglos vor seiner Trainerbank, seine Spieler schlichen mit leerem Blick Richtung Fans.

Die deutsche U21 hat mit einem klĂ€glichen Auftritt gegen England ihr frĂŒhes EM-Scheitern besiegelt und zum ersten Mal seit zehn Jahren nicht die Vorrunde ĂŒberstanden. «Das tut weh», sagte Tom Krauß vom FC Schalke 04. «Das haben wir uns alle ganz anders vorgestellt, das ist klar», gab Coach Di Salvo bei Sat.1 zu. 

Seine Mannschaft verlor verdient mit 0:2 (0:2) gegen den Titelfavoriten und verpasste damit auch das Olympia-Ticket fĂŒr Paris 2024 - als Tabellenletzter. Rund ein halbes Jahr nach der WM-Blamage des A-Teams in Katar befeuerte das frĂŒhe Fiasko auch die schwere Krise des deutschen Fußballs weiter. Schon vor dem Abpfiff sangen deutsche Fans im Stadion: «Wir haben die Schnauze voll.»

Gegen den deutschen Nachwuchs - angetreten als Titelverteidiger - erzielten vor 9587 Zuschauern Cameron Archer (4. Minute) und Harvey Elliott (21.) die Tore. Nach chancenlosen 90 Minuten plus Nachspielzeit zog Krauß ein alarmierendes Fazit: «Es ist schon ein QualitĂ€tsunterschied heute gewesen, das hat man brutal gesehen.»

Deutscher Negativrekord bei der U21-EM

Die DFB-Elf blamierte sich mit nur einem Punkt aus drei Spielen in der machbaren Vorrundengruppe. So schlecht war Deutschlands U21 bei einer EM-Teilnahme noch nie. Seit der EinfĂŒhrung der Gruppenphase holte das Team mindestens einen Sieg, wenn es qualifiziert war.

Auch fĂŒr Di Salvo verlief das erste Turnier als Chefcoach nach der Erfolgs-Ära von Stefan Kuntz und dessen drei Final-Teilnahmen in Serie sowie zwei Titeln auf ganzer Linie ernĂŒchternd. «Wir hinterfragen uns natĂŒrlich stĂ€ndig. Jetzt mĂŒssen wir ganz kritisch das Turnier analysieren. Wir haben alles versucht mit dem Kader, der uns zur VerfĂŒgung stand», sagte er.

Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Turnierspielen hĂ€tte Deutschland fĂŒr das Weiterkommen ohnehin ein kleines Fußball-Wunder gebraucht. Doch der Blick auf das Parallelspiel mit Hoffnungen auf einen Sieg Israels gegen Tschechien erĂŒbrigte sich frĂŒh. Sportdirektor Rudi Völler musste von der TribĂŒne aus zusehen, wie sich die ĂŒberforderte deutsche Abwehr ein ums andere Mal von den schnellen EnglĂ€ndern ausspielen ließ.

Drei Neue hatte Di Salvo gebracht, darunter Innenverteidiger Marton Dardai von Hertha BSC. Doch die neu formierte Defensive funktionierte ĂŒberhaupt nicht. Englands B-Elf mit insgesamt acht Neuen wirbelte nach Belieben. Die Young Lions hatten den Viertelfinal-Einzug und Platz eins in der Gruppe bereits vor Anpfiff sicher gehabt.

GlĂŒckloser Angriff, fahrlĂ€ssige Defensive

Und dann war Di Salvo auch noch gezwungen, seine bislang halbwegs funktionierende rechte Seite umzubauen. Der A-Nationalteam-erfahrene Josha Vagnoman humpelte nach knapp einer Viertelstunde vom Platz. Als sich das deutsche Team gerade etwas zu fangen schien und mutiger nach vorne spielte, schlugen die EnglÀnder erneut zu. Liverpools Elliott lief der gesamten deutschen Abwehr davon und vollstreckte eiskalt. KapitÀn Yann Aurel Bisseck verhinderte zweimal in höchster Not noch Schlimmeres (26./33.)

Vorne mĂŒhte sich der erstmals in der Startelf stehende 18-jĂ€hrige Nelson Weiper vom FSV Mainz 05, wirklich zwingend wurde die Di-Salvo-Elf aber nicht. Der 44-JĂ€hrige breitete an der Seitenlinie ratlos die Arme aus. Im Sturmzentrum fehlte dem Coach erneut TorjĂ€ger Youssoufa Moukoko. Der 18-JĂ€hrige musste nach seinem enttĂ€uschenden EM-DebĂŒt und den rassistischen Beleidigungen gegen ihn wieder wegen muskulĂ€rer Beschwerden passen.

Die beste Nachricht war fĂŒr die deutsche Elf das Ergebnis. Auch nach dem Seitenwechsel hatte England Chancen fĂŒr weitere Tore, auch wenn der Nachwuchs des Vize-Europameisters einen Gang zurĂŒckschaltete. Bei Deutschland lief dagegen weiterhin wenig bis nichts zusammen. Die Partie plĂ€tscherte dem Ende entgegen. Die Hoffnung auf das Wunder war da beim deutschen Team ohnehin lĂ€ngst ErnĂŒchterung gewichen. 

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