Bundesliga, VfB Stuttgart

VfB Stuttgart muss in die Relegation

27.05.2023 - 17:35:06

Ein Heimsieg zum Abschluss hĂ€tte fĂŒr den VfB Stuttgart den Klassenerhalt bedeutet. Doch die Schwaben ließen die Chance ungenutzt - und mĂŒssen den Abstieg fĂŒrchten.

Der VfB Stuttgart hat den erlösenden Sieg in seinem Abstiegskampf-Saisonfinale verpasst und muss in der Relegation um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga bangen.

Das 1:1 (0:0) war fĂŒr die Schwaben am Samstag im Landesduell mit der TSG 1899 Hoffenheim zu wenig. Damit rutschten die Stuttgarter mit Trainer Sebastian Hoeneß als viertem Coach der Saison noch auf den Tabellenplatz 16 ab, weil der VfL Bochum gegen Bayer Leverkusen gewann.

Relegation gegen Heidenheim oder HSV

Ihlas Bebou erzielte fĂŒr bis dahin völlig ungefĂ€hrliche Hoffenheimer die FĂŒhrung (75. Minute). Tiago TomĂĄs glich fĂŒr den VfB vor 47 500 Zuschauern aus (80.). Die Chance auf den direkten Klassenerhalt konnten die Schwaben trotz einiger guter Torgelegenheiten nicht nutzen. Mit einem Sieg hĂ€tten sie die nĂ€chste Bundesliga-Saison sicher gehabt. 

Nun geht es fĂŒr den VfB Stuttgart am 1. und 5. Juni darum, gegen den Tabellendritten aus der 2. Liga den dritten Absturz in die Zweitklassigkeit nach 2016 zu verhindern und eine vermurkste Saison mit mehreren Trainer-Wechseln und dem Abschied von Sportdirektor Sven Mislintat zu retten. Ob der Hamburger SV oder der 1. FC Heidenheim der Gegner sein werden, entscheidet sich am Sonntag. 

Im Mai 2022 war die Rettung in einem dramatischen Herzschlagfinale noch geglĂŒckt. Damals war Pellegrino Matarazzo als VfB-Trainer ausgeflippt. Nun kehrte der aktuelle Hoffehheim-Coach erstmals ins Stuttgarter Stadion zurĂŒck - und verdarb dem VfB die erhoffte Nichtabstiegsparty.

Die Hoffenheimer hatten den Klassenerhalt im Prinzip schon vor dem Landesduell sicher. Der VfB hatte sich mit dem 4:1 beim FSV Mainz 05 eine gĂŒnstige Ausgangsposition fĂŒr den letzten Spieltag gesichert und die Abstiegszone verlassen. Borna Sosa, Chris FĂŒhrich und Konstantinos Mavropanos waren diesmal im Vergleich zum vergangenen Wochenende beim Gastgeber in die Startelf gerĂŒckt. Die abstiegsgefĂ€hrdeten Schwaben begannen vorsichtig, ohne ins Risiko zu gehen. Zwar hatten sie mehr Ballbesitz und mehr Zug zum Tor als die harmlosen GĂ€ste, entwickelten aber in einem zĂ€hen Spiel zu wenig Druck in der Offensive.

Großchancen in der Anfangsphase

Mit einem stimmungsgewaltigen Publikum im dominanten Weiß hatten die Schwaben die UnterstĂŒtzung von den RĂ€ngen von Beginn an hinter sich. Die erste Chance vergab Josha Vagnoman, als er nach einer Hereingabe von Wataru Endo aus der Drehung abschloss, der Ball aber ĂŒber dem Tor landete (11.). Noch besser war die Gelegenheit wenige Minuten spĂ€ter - erneut nach Pass des engagierten KapitĂ€ns Endo, wieder schoss Vagnoman ĂŒber das Tor (18.). 

Mit der FĂŒhrung des VfL Bochum gegen Leverkusen war klar, dass dem VfB ein Remis fĂŒr den rettenden Tabellenplatz nicht reichte. FĂŒr das erste Tor des Spiels gelang den Schwaben in der ersten HĂ€lfte aber zu wenig. Auch TorjĂ€ger Serhou Guirassy verringerte nach Vorlage von Silas Katompa Mvumpa den Druck nicht (40.). 

Auch in der zweiten HĂ€lfte bestimmte der VfB das Spiel, agierte aber zu unprĂ€zise und nicht zwingend genug. So vertĂ€ndelte Silas wenige Minuten nach dem Seitenwechsel im Strafraum den Ball, auch FĂŒhrich traf kurz darauf aus kurzer Distanz das Tor nicht (63.). Die nĂ€chsten hochkarĂ€tigen Chancen waren ausgelassen. Der RĂŒckstand kam dann wie aus dem Nichts. Doch die Gastgeber gaben sich nicht auf. ZunĂ€chst scheiterte Enzo Millot noch an der Latte, dann machte es TomĂĄs besser. Sein Treffer zĂ€hlte nach Videobeweis. 

@ dpa.de