Chelsea und FIFA schreiten nach rassistischen GesÀngen ein
17.07.2024 - 13:18:49Der FC Chelsea hat ein Disziplinarverfahren gegen seinen Mittelfeldspieler Enzo FernĂĄndez eingeleitet. Der 23-JĂ€hrige hatte ein Video geteilt, in dem rassistische GesĂ€nge ĂŒber die französische FuĂball-Nationalmannschaft zu hören sind. Sein englischer Arbeitgeber aus London verurteilte in einer Mitteilung diskriminierendes Verhalten in jeglicher Form. Der FuĂballweltverband FIFA kĂŒndigte zudem eine Untersuchung des Vorfalls an.
Französischer Verband will sich beschweren
Zuvor hatte Philippe Diallo, PrĂ€sident des französischen FuĂballverbands (FFF), angekĂŒndigt, wegen rassistischer und diskriminierender ĂuĂerungen argentinischer Nationalspieler bei der FIFA Beschwerde einzureichen. Diallo bezog sich dabei auf ein Lied, das von Spielern der argentinischen Nationalmannschaft nach ihrem 1:0-Sieg gegen Kolumbien am Sonntag bei der Copa AmĂ©rica angestimmt und in einem Video in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde.
Das Video, das Premier-League-Profi FernĂĄndez auf Instagram gepostet hatte, zeigt argentinische Spieler, die nach dem Finalsieg ĂŒber französische Spieler afrikanischer Herkunft in einem Bus abwertende Texte singen. Der französische Verteidiger Wesley Fofana, der ebenfalls bei Chelsea unter Vertrag steht, postete das Video auf seinen Social-Media-Konten und bezeichnete es als «ungehemmten Rassismus».
Ăffentliche Entschuldigung von Fernandez
FernĂĄndez löschte sein Video spĂ€ter und entschuldigte sich am Mittwoch in einer Instagram-Story. «Das Lied enthĂ€lt Ă€uĂerst beleidigende Sprache und es gibt absolut keine Entschuldigung fĂŒr diese Worte», schrieb der 23-JĂ€hrige. «Ich bin gegen Diskriminierung in jeglicher Form und entschuldige mich dafĂŒr, dass ich mich von der Euphorie unserer Copa-AmĂ©rica-Feier habe mitreiĂen lassen. Dieses Video, dieser Moment, diese Worte spiegeln nicht meine Ăberzeugungen oder meinen Charakter wider. Es tut mir wirklich leid.»
Der französische FuĂballverband hatte zuvor verkĂŒndet: «Angesichts der Schwere dieser schockierenden ĂuĂerungen, die den Werten des Sports und den Menschenrechten widersprechen, hat der PrĂ€sident des FFF beschlossen, seinen argentinischen Kollegen und die FIFA direkt anzusprechen.» Diallo verurteile die inakzeptablen rassistischen und diskriminierenden ĂuĂerungen gegenĂŒber den französischen Nationalspielern aufs SchĂ€rfste.Â
Die französische Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra schrieb auf X: «ErbÀrmlich. Ein Verhalten, das erst recht nicht akzeptabel ist, wenn es sich wiederholt.»
Ăhnlicher Vorfall bei Argentiniens WM-Triumph
Vor dem WM-Finale in Katar zwischen Frankreich und Argentinien vor zwei Jahren hatten bereits einige argentinische Fans die gleichen GesĂ€nge angestimmt, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino hatte erklĂ€rt, dass der FuĂball und seine 211 nationalen VerbĂ€nde eine Null-Toleranz-Politik gegenĂŒber Rassismus verfolgen mĂŒssten und im Mai die Wiedereinsetzung einer Task Force zur Ăberwachung solcher VorfĂ€lle zugesagt.
Das Endspiel zwischen Argentinien und Kolumbien am Sonntag wurde von chaotischen ZustÀnden begleitet. Die Partie konnte erst fast 90 Minuten spÀter angepfiffen werden, weil Fans ohne Ticket versuchten, ins Hard Rock Stadium in Miami zu gelangen.
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