NÀchste Eskalationsstufe: Ter Stegen nicht mehr KapitÀn
07.08.2025 - 16:38:14Allzu herzlich dĂŒrfte das Wiedersehen nicht ausgefallen sein, als Marc-AndrĂ© ter Stegen fĂŒr mehr als eine Stunde das TrainingsgelĂ€nde Ciutat Esportiva Joan Gamper in Barcelona aufsuchte. LĂ€ngst lĂ€uft die Kommunikation mit dem derzeit verletzten deutschen FuĂball-NationaltorhĂŒter ĂŒber AnwĂ€lte ab, am Donnerstag wurde schlieĂlich die nĂ€chste Eskalationsstufe im katalanischen Sommer-Zoff erreicht. Ter Stegen wurde als Barça-KapitĂ€n abgesetzt, wie der Club mitteilte.
Erst am Dienstag hatte der spanische Meister ein Disziplinarverfahren gegen den frĂŒheren Gladbacher Keeper eingeleitet. Hintergrund ist die verweigerte EinverstĂ€ndniserklĂ€rung von ter Stegen, dass der Club den Ă€rztlichen Bericht nach seiner Operation an die Liga weiterleiten darf. Damit hat der Schlussmann den finanziell weiter schwer angeschlagenen Club in die Bredouille gebracht. Die Registrierung neuer Spieler ist kurz vor Beginn der neuen Saison nur noch sehr schwer möglich.
Keine Zukunft trotz Vertrag bis 2028
Angesichts des Streits ist es schwer vorstellbar, dass ter Stegen ĂŒberhaupt noch einmal das Barça-Trikot tragen wird. Sein gut dotierter Vertrag lĂ€uft aber noch bis 2028. Dabei schien der frĂŒhere Gladbacher einst der perfekte TorhĂŒter fĂŒr die Katalanen zu sein. Nach seiner Ankunft vor elf Jahren wurde er aufgrund seiner fuĂballerischen FĂ€higkeiten selbst von Stars wie Lionel Messi hochgelobt. Und der Erfolg stellte sich auch gleich ein: 2015 hielt ter Stegen bereits den Champions-League-Pokal in den HĂ€nden.
Auch aufgrund der VerletzungsanfĂ€lligkeit hat ter Stegen aber lĂ€ngst seinen Status verloren, schon in der vergangenen Saison hatte der Keeper einen GroĂteil der Spiele verpasst. Entsprechend plant der Club mit Neuzugang Joan GarcĂa von Espanyol Barcelona und Routinier Wojciech Szczesny. Ein Abgang im Sommer schien ausgemachte Sache zu sein, zumal namhafte Clubs Interesse signalisierten. Durch die erneute RĂŒcken-Operation ist all dies hinfĂ€llig.
Streit um LĂ€nge der Ausfallzeit
Doch damit nicht genug: Mit einem Social-Media-Post brĂŒskierte ter Stegen seinen Club, als er selbst von einer Ausfallzeit von nicht mehr als drei Monaten gesprochen hatte. Der Verein geht von einer Ausfallzeit von vier Monaten oder lĂ€nger aus. In diesem Fall könnte Barça gemÀà der in Spanien geltenden finanziellen Fairplay-Regeln 80 Prozent des Gehalts des ausfallenden Spielers nutzen, um einen neuen Akteur registrieren zu lassen. Pikanterweise handelt es sich dabei um GarcĂa, und auch Szczesny soll noch keine Spielberechtigung haben.Â
Schon in der vergangenen Saison hatte Barcelona erhebliche Probleme, den Ex-Leipziger Dani Olmo registrieren zu lassen. Nun droht erneut eine HÀngepartie. Und die Zeit drÀngt: Am 16. August startet Barça bei RCD Mallorca bereits in die Saison.
Araujo ĂŒbernimmt KapitĂ€nsamt
In der Mannschaft soll ter Stegen noch groĂen RĂŒckhalt haben. Einer möglichen Abstimmung kam der Club nun zuvor. Zum Nachfolger ter Stegens wurde Ronald Araujo ernannt. Barça habe laut des Nachrichtenportals 3Cat und der Zeitung «Sport» den deutschen Trainer Hansi Flick beauftragt, diese «drastische Entscheidung» dem Keeper mitzuteilen.Â
Quellen des Vereins bestĂ€tigten der Fachzeitung «Mundo Deportivo», dass die Frage der KapitĂ€nsbinde kurzfristig geklĂ€rt werden musste, da das traditionelle jĂ€hrliche Freundschaftsspiel um die TrophĂ€e Joan Gamper am 10. August stattfindet. Dabei spricht unter anderem auch der MannschaftskapitĂ€n zu den Fans, um sie fĂŒr die neue Spielzeit zu mobilisieren. Der Club sei der Ansicht, dass nicht gerade ein Spieler, gegen den ein Disziplinarverfahren lĂ€uft, diese Rede halten sollte, schrieb die Zeitung.
Ein Ende der Posse um ter Stegen ist nicht in Sicht. Auch fĂŒr den TorhĂŒter steht einiges auf dem Spiel. Bei Bundestrainer Julian Nagelsmann ist er eigentlich als Nummer eins fĂŒr die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eingeplant, nachdem er sich ĂŒber viele Jahre hinter Manuel Neuer anstellen musste. So dĂŒrfte im Winter auch wieder ein möglicher Transfer ein Thema werden - womöglich fĂŒr beide Seiten auch die beste Lösung.





