FIFA-Wahl 2027: Karibikverband stellt sich hinter Infantino
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 08:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStimmen und Fristen vor Rabat
- Die CFU umfasst 31 MitgliedsverbÀnde, von denen 25 bei der FIFA-PrÀsidentenwahl stimmberechtigt sind.
- Der FIFA-Kongress findet am 18. MĂ€rz 2027 in Rabat statt.
- Kandidaten mĂŒssen ihre Bewerbung bis zum 18. November beim Weltverband hinterlegen.
Karibische FuĂballunion unterstĂŒtzt Infantino
Die Karibische FuĂballunion will bei der FIFA-PrĂ€sidentenwahl geschlossen fĂŒr Gianni Infantino stimmen. Von den 31 CFU-MitgliedsverbĂ€nden sind 25 bei der Wahl des FuĂball-Weltverbandschefs stimmberechtigt.
Damit stellt sich der Karibikverband gegen die Haltung der kontinentalen Dachorganisation Concacaf, die Infantino ablehnt.
FIFA-Hilfen geben den Ausschlag
Die CFU erklĂ€rte, sie habe sich nach Beratungen mit allen Mitgliedern fĂŒr die gemeinsame Position und die BestĂ€tigung Infantinos entschieden. Als Grund nannte der Verband die Finanzhilfe der FIFA bei der Entwicklung des FuĂballs in der Region.
Gleichzeitig forderte die CFU mehr Transparenz, verantwortungsvolle FĂŒhrung und grundlegende Reformen innerhalb der FuĂballfamilie.
Wiederwahl im MĂ€rz 2027
Infantino strebt beim FIFA-Kongress am 18. MĂ€rz 2027 in Rabat eine vierte Amtszeit an. UnterstĂŒtzung erhielt der 56-JĂ€hrige zuletzt auch vom PrĂ€sidenten des asiatischen Kontinentalverbands AFC sowie aus Afrika, SĂŒdamerika und Ozeanien.
Mit seinem im Sommer gescheiterten Plan, WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen, hatte der FIFA-PrĂ€sident massive Kritik ausgelöst. Seitdem versucht er, die Front seiner Rivalen aufzubrechen und weitere Stimmen fĂŒr seinen Verbleib zu gewinnen.
Mehrere Kandidaten im Rennen
Bis zum 18. November mĂŒssen Bewerber ihre Kandidatur beim Weltverband hinterlegen. Der Ehrenvorsitzende des japanischen FuĂballverbands, Kozo Tashima, und der frĂŒhere Schweizer FuĂballprofi Ramon Vega haben eine Kandidatur angekĂŒndigt.
Beiden werden nur geringe Chancen eingerĂ€umt. Offen ist auĂerdem, ob die UEFA als schĂ€rfster Widersacher Infantinos einen Gegenkandidaten aufstellt. Dabei wird auch der Name des frĂŒheren Arsenal-Trainers ArsĂšne Wenger genannt, der als FIFA-Direktor fĂŒr globale FuĂball-Entwicklung arbeitet.
Die UnterstĂŒtzung der Karibischen FuĂballunion verschiebt das KrĂ€fteverhĂ€ltnis vor dem FIFA-Kongress zugunsten von Gianni Infantino. Entscheidend ist dabei die Zahl der wahlberechtigten VerbĂ€nde: Die CFU umfasst 31 MitgliedsverbĂ€nde, von denen 25 bei der PrĂ€sidentenwahl abstimmen dĂŒrfen.
Die Position der CFU steht zugleich fĂŒr einen Konflikt innerhalb der Concacaf-Region. WĂ€hrend der kontinentale Dachverband Infantino ablehnt, orientieren sich die karibischen VerbĂ€nde an den konkreten Entwicklungsprogrammen und Finanzhilfen der FIFA. FĂŒr kleinere VerbĂ€nde können solche Mittel bei Infrastruktur, Nachwuchsarbeit und der Organisation des Spielbetriebs besonderes Gewicht haben.
Abstimmung ĂŒber die FIFA-FĂŒhrung
Infantino kann zudem auf UnterstĂŒtzung aus mehreren anderen Konföderationen bauen. Die Opposition verfĂŒgt damit zwar ĂŒber ein Gegengewicht, muss aber zunĂ€chst eine gemeinsame Kandidatur organisieren und die nötigen Stimmen bĂŒndeln. Als zusĂ€tzlicher Unsicherheitsfaktor gilt die Bewerbungsfrist am 18. November.
Der Kongress in Rabat am 18. MĂ€rz 2027 wird deshalb nicht nur ĂŒber eine Personalie entscheiden. Im Mittelpunkt stehen auch die Verteilung von FIFA-Geldern, die Machtbalance zwischen KontinentalverbĂ€nden und die Forderung nach mehr Transparenz und Reformen. FĂŒr die Wahlberechtigten bleibt offen, ob neben Kozo Tashima und Ramon Vega ein weiterer, von der UEFA getragener Kandidat antritt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: âInfantinos Geld-Versprechen bringen Karibik auf Abwegeâ (06.11.2026)
Der Artikel bestĂ€tige die geschlossene UnterstĂŒtzung der 25 wahlberechtigten karibischen VerbĂ€nde. Anders als die dpa-Meldung rĂŒcke er Infantinos angekĂŒndigte Erhöhung der Gelder und die Spaltung der Concacaf stĂ€rker in den Mittelpunkt.
Deutschlandfunk: âFIFA - FunktionĂ€r aus Japan will Infantino herausfordernâ (05.11.2026)
Der Beitrag stelle Kozo Tashimas angekĂŒndigte Kandidatur und die dafĂŒr noch nötige UnterstĂŒtzung weiterer VerbĂ€nde heraus. Zugleich bleibe offen, ob Tashima der von der UEFA gesuchte Gegenkandidat werde; die CFU-Entscheidung werde dort nicht als eigener Schwerpunkt behandelt.
Ăbereinstimmend werde Infantino als Favorit mit breiter UnterstĂŒtzung auĂerhalb Europas beschrieben. Offen bleibe vor allem, ob die UEFA bis zum 18. November einen gemeinsamen Herausforderer prĂ€sentieren könne.
