Eklat, FIFA-Kongress

Eklat bei FIFA-Kongress: Europa-Delegierte nicht auf Podium

15.05.2025 - 20:41:11

Gianni Infantino kommt zu spĂ€t. Dann hĂ€lt er den FIFA-Kongress ab, als sei nichts passiert. Doch in seinem RĂŒcken spielen sich bemerkenswerte Szenen ab. Auch der DFB-Chef ist beteiligt.

Aus Protest gegen das Verhalten von FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino haben die europĂ€ischen Council-Delegierten das Podium beim Kongress des Fußball-Weltverbandes geschlossen verlassen. Die FunktionĂ€re um UEFA-PrĂ€sident Aleksander Ceferin und DFB-Chef Bernd Neuendorf kehrten nach der Kaffee-Pause nicht auf die fĂŒr sie reservierten PlĂ€tze neben und hinter dem FIFA-Vorsitzenden zurĂŒck. 

Die europĂ€ischen FunktionĂ€re protestierten damit gegen das aus ihrer Sicht respektlose Benehmen von Infantino, der nach seiner Nahost-Reise mit US-PrĂ€sident Donald Trump zu spĂ€t in AsunciĂłn angekommen war. Der Kongress begann deshalb mit mehr als drei Stunden VerspĂ€tung. Infantino entschuldigte sich fĂŒr sein ZuspĂ€tkommen, hielt die Vollversammlung dann aber routiniert ab. 

EuropÀer agierten nach genauem Zeitplan

«Eine kurzfristige Änderung des Zeitplans, die scheinbar nur privaten politischen Interessen dient, tut dem Fußball keinen Gefallen und scheint dessen Interessen hinten anzustellen», hieß es in einer UEFA-ErklĂ€rung. Das Verlassen der BĂŒhne war demnach zeitlich genau geplant, nĂ€mlich zu dem Moment, in dem der Kongress eigentlich hĂ€tte enden sollen. 

«Wir alle stehen im Dienst des Fußballs – von der Straße bis zum Podium. Die UEFA-Mitglieder des FIFA-Rates sahen es als notwendig an, bei dieser Gelegenheit zu betonen, dass der Fußball an erster Stelle steht, und vom Kongress wie ursprĂŒnglich geplant abzureisen», teilte die UEFA mit. Eine Reaktion Infantinos oder der FIFA zum Verhalten der EuropĂ€er gab es zunĂ€chst nicht. 

Infantino war mit einem Privatjet nach Asunción geflogen, hatte die Hauptstadt Paraguays allerdings nicht rechtzeitig erreicht. Der Weltverbandschef hatte die vergangenen Tage in Saudi-Arabien und Katar verbracht, um US-PrÀsident Donald Trump dort zu begleiten. 

Die Reise hatte in FunktionĂ€rskreisen kritische Kommentare hervorgerufen, da der Schweizer dadurch bereits Termine im Vorlauf der Vollversammlung verpasst hatte. In AsunciĂłn warteten hunderte Delegierte aus 211 Fußball-LĂ€ndern auf Infantino.

@ dpa.de