Gianni Infantino, Hans-Joachim Watzke

Infantino-Aus: Watzke verschÀrft den Druck auf den FIFA-PrÀsidenten

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 17:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hans-Joachim Watzke fordert ein Aus von FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino und verschĂ€rft damit den Druck auf den Weltverbandschef. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Infantinos jĂŒngste Entscheidungen und seine Machtpolitik.

Fordert die Ablösung von FIFA-PrÀsident Gianni Infantino: DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. (Archivbild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
Fordert die Ablösung von FIFA-PrÀsident Gianni Infantino: DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. (Archivbild) - Bild: Florian Wiegand/dpa

Hans-Joachim Watzke hat ein Ende der Amtszeit von FIFA-PrÀsident Gianni Infantino gefordert.

Kritik an mehreren Entscheidungen

Der LigaprĂ€sident begrĂŒndete seine Position mit der Verleihung des sogenannten FIFA-Friedenspreises an US-PrĂ€sident Donald Trump, der Aussetzung einer Sperre fĂŒr den US-StĂŒrmer Folarin Balogun bei der Fußball-WM und einem spĂ€ter wieder zurĂŒckgezogenen Plan fĂŒr den Verkauf von WM-Rechten an private Investoren aus dem Umfeld Trumps.

Watzke nannte diese Überlegungen „völlig wahnsinnig“ und sagte, eine Fußball-Weltmeisterschaft laufe „wie geschnitten Brot“.

Druck auf Infantino wÀchst

Nach Angaben der Meldung steht Infantino seit Bekanntwerden der Investoren-PlÀne unter starkem Druck. Der FIFA-PrÀsident möchte sich 2027 erneut zur Wahl stellen, doch vor allem in Europa wÀchst der Widerstand gegen ihn.

Watzke ist neben seinem Amt als LigaprÀsident auch UEFA-Exekutivmitglied, Borussia-Dortmund-PrÀsident, DFB-VizeprÀsident und Vorsitzender des Bundesliga-Aufsichtsrats.

EuropÀische VerbÀnde stellen sich gegen ihn

Mehrere nationale VerbÀnde, darunter aus Frankreich, Italien und den Niederlanden, haben sich bereits gegen Infantino positioniert. Auch DFB-PrÀsident Bernd Neuendorf hat in einem Interview mit RTL/ntv erklÀrt, es sei wichtig, dass dieses System beendet werde.

Einordnung

Die Forderung nach einem Abgang Infantinos gewinnt in Europa an Gewicht, weil sie nicht mehr nur aus einzelnen VerbĂ€nden kommt, sondern inzwischen auch aus der deutschen SpitzenfußballfĂŒhrung öffentlich formuliert wird. Das erhöht den Druck auf den FIFA-PrĂ€sidenten vor der nĂ€chsten regulĂ€ren Wahl 2027 und macht deutlich, dass sich der Konflikt lĂ€ngst ĂŒber sportpolitische Randfragen hinaus ausgeweitet hat.

Im Kern geht es um die Kontrolle ĂŒber die politische Richtung des Weltverbands. Wenn UEFA-FunktionĂ€re, nationale VerbĂ€nde und fĂŒhrende ReprĂ€sentanten aus Deutschland ihre Kritik bĂŒndeln, verschiebt sich das Gleichgewicht im internationalen Fußball: Infantinos RĂŒckhalt bleibt zwar außerhalb Europas groß, doch die Zustimmung in einem der einflussreichsten Machtblöcke des Fußballs wird sichtbar brĂŒchiger.

FĂŒr den Fußball ist das auch deshalb relevant, weil die Kritik mehrere Ebenen berĂŒhrt: den Umgang mit politischen Symbolen, die Transparenz von Entscheidungen und die Frage, wem die wirtschaftliche Macht im Weltverband tatsĂ€chlich zugutekommt. Sollte sich die Front gegen Infantino weiter verbreitern, dĂŒrfte der Wahlkampf um die FIFA-Spitze stĂ€rker von Machtfragen als von sportlichen Themen geprĂ€gt sein.

Disclaimer...

de | sport | 70119030 |