Infantino-Aus: Watzke verschÀrft den Druck auf den FIFA-PrÀsidenten
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 17:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Hans-Joachim Watzke hat ein Ende der Amtszeit von FIFA-PrÀsident Gianni Infantino gefordert.
Kritik an mehreren Entscheidungen
Der LigaprĂ€sident begrĂŒndete seine Position mit der Verleihung des sogenannten FIFA-Friedenspreises an US-PrĂ€sident Donald Trump, der Aussetzung einer Sperre fĂŒr den US-StĂŒrmer Folarin Balogun bei der FuĂball-WM und einem spĂ€ter wieder zurĂŒckgezogenen Plan fĂŒr den Verkauf von WM-Rechten an private Investoren aus dem Umfeld Trumps.
Watzke nannte diese Ăberlegungen âvöllig wahnsinnigâ und sagte, eine FuĂball-Weltmeisterschaft laufe âwie geschnitten Brotâ.
Druck auf Infantino wÀchst
Nach Angaben der Meldung steht Infantino seit Bekanntwerden der Investoren-PlÀne unter starkem Druck. Der FIFA-PrÀsident möchte sich 2027 erneut zur Wahl stellen, doch vor allem in Europa wÀchst der Widerstand gegen ihn.
Watzke ist neben seinem Amt als LigaprÀsident auch UEFA-Exekutivmitglied, Borussia-Dortmund-PrÀsident, DFB-VizeprÀsident und Vorsitzender des Bundesliga-Aufsichtsrats.
EuropÀische VerbÀnde stellen sich gegen ihn
Mehrere nationale VerbÀnde, darunter aus Frankreich, Italien und den Niederlanden, haben sich bereits gegen Infantino positioniert. Auch DFB-PrÀsident Bernd Neuendorf hat in einem Interview mit RTL/ntv erklÀrt, es sei wichtig, dass dieses System beendet werde.
Einordnung
Die Forderung nach einem Abgang Infantinos gewinnt in Europa an Gewicht, weil sie nicht mehr nur aus einzelnen VerbĂ€nden kommt, sondern inzwischen auch aus der deutschen SpitzenfuĂballfĂŒhrung öffentlich formuliert wird. Das erhöht den Druck auf den FIFA-PrĂ€sidenten vor der nĂ€chsten regulĂ€ren Wahl 2027 und macht deutlich, dass sich der Konflikt lĂ€ngst ĂŒber sportpolitische Randfragen hinaus ausgeweitet hat.
Im Kern geht es um die Kontrolle ĂŒber die politische Richtung des Weltverbands. Wenn UEFA-FunktionĂ€re, nationale VerbĂ€nde und fĂŒhrende ReprĂ€sentanten aus Deutschland ihre Kritik bĂŒndeln, verschiebt sich das Gleichgewicht im internationalen FuĂball: Infantinos RĂŒckhalt bleibt zwar auĂerhalb Europas groĂ, doch die Zustimmung in einem der einflussreichsten Machtblöcke des FuĂballs wird sichtbar brĂŒchiger.
FĂŒr den FuĂball ist das auch deshalb relevant, weil die Kritik mehrere Ebenen berĂŒhrt: den Umgang mit politischen Symbolen, die Transparenz von Entscheidungen und die Frage, wem die wirtschaftliche Macht im Weltverband tatsĂ€chlich zugutekommt. Sollte sich die Front gegen Infantino weiter verbreitern, dĂŒrfte der Wahlkampf um die FIFA-Spitze stĂ€rker von Machtfragen als von sportlichen Themen geprĂ€gt sein.
