Steuerfahnder belastet Angeklagte im DFB-Prozess
29.04.2024 - 15:41:56Der fĂŒr die Untersuchung der SommermĂ€rchen-AffĂ€re zustĂ€ndige Steuerfahnder des Frankfurter Finanzamtes hat die im DFB-Prozess wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung angeklagten Ex-DFB-FunktionĂ€re Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt schwer belastet.Â
Den Ermittlungen zufolge habe es sich bei den 6,7 Millionen Euro, die der Deutsche FuĂball-Bund im April 2005 an den Weltverband FIFA ĂŒberwiesen hatte, um die Tilgung eines Privatdarlehens des französischen Unternehmers Robert Louis-Dreyfus fĂŒr den mittlerweile verstorbenen Franz Beckenbauer aus dem Jahr 2002 und nicht um einen Zuschuss fĂŒr eine WM-Eröffnungsgala gehandelt.Â
«Die Buchung 2006 war nach unseren Erkenntnissen falsch. Wir sind von einem ScheingeschĂ€ft ausgegangen», sagte Oberamtsrat Lutz Frank am Montag als Zeuge vor dem Landgericht Frankfurt.Â
Demnach seien bei einer Durchsuchung der DFB-Zentrale und der Privatwohnungen der drei Angeklagten im November 2015 Belege gefunden worden, die den Schluss zulieĂen, dass die ehemaligen Top-FunktionĂ€re ĂŒber den eigentlichen Zweck der 6,7-Millionen-Euro-Zahlung Bescheid wussten.Â
E-Mail als Beweismittel
So hieĂ es zum Beispiel in einer auf dem Privat-Computer von Schmidt gefundenen Mail: «...kam der damalige OK-Schatzmeister Zwanziger auf die Idee einen Zuschuss fĂŒr die Gala zu zahlen, mit der MaĂgabe, dass dieses Darlehen von Dreyfus die FIFA tilgt.» Â
Zwanziger, Niersbach und Schmidt mĂŒssen sich in dem Prozess wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall verantworten. Sie sollen die Millionen-Zahlung in der SteuererklĂ€rung fĂŒr 2006 unrechtmĂ€Ăig als Betriebsausgabe deklariert und damit die Steuer fĂŒr das WM-Jahr um rund 13,7 Millionen Euro verkĂŒrzt haben. Alle drei Angeklagten weisen den Vorwurf strikt zurĂŒck.
Die FIFA hatte die 6,7 Millionen Euro nur einen Tag nach dem Eingang an Louis-Dreyfus weitergeleitet. Dieser hatte im Jahr 2002 ein Darlehen in Höhe von zehn Millionen Schweizer Franken auf ein Konto von Beckenbauer ĂŒberwiesen. Diese Summe war spĂ€ter auf einem Firmenkonto des damaligen FIFA-VizeprĂ€sidenten, Mohamed bin Hammam, in Katar gelandet.Â





















