UEFA, Spielabbruch

UEFA nach Spielabbruch durch Kosovo gefordert

16.11.2024 - 10:38:59

In der Nations League kommt es zum Spielabbruch zwischen RumÀnien und dem Kosovo. Beide Seiten machen sich gegenseitig verantwortlich. Die UEFA leitet ein Disziplinarverfahren ein.

  • In RumĂ€nien ist es in einem Nations-League-Spiel zu einem Eklat gekommen. - Foto: Ina Fassbender/dpa

    Ina Fassbender/dpa

  • Das Spiel RumĂ€nien gegen Kosovo wurde vorzeitig beendet. - Foto: Alexandru Dobre/AP/dpa

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In RumÀnien ist es in einem Nations-League-Spiel zu einem Eklat gekommen. - Foto: Ina Fassbender/dpaDas Spiel RumÀnien gegen Kosovo wurde vorzeitig beendet. - Foto: Alexandru Dobre/AP/dpa

Nach dem Abbruch des Nations-League-Spiels zwischen RumĂ€nien und dem Kosovo wird auf eine Entscheidung des europĂ€ischen Fußball-Verbandes UEFA gewartet. In der Nachspielzeit der Partie am Freitagabend in Bukarest hatten die GĂ€ste geschlossen das Feld verlassen. Berichten zufolge reagierten sie damit auf Provokationen von rumĂ€nischen Fans, die auf den TribĂŒnen «Serbien»-Schlachtrufe anstimmten. Die UEFA teilte einen Tag spĂ€ter mit, ein Disziplinarverfahren einzuleiten.

Eine Stunde nach Beginn der Unterbrechung hatte die UEFA das Spiel final abgebrochen. Weitere Details sollen spĂ€ter kommuniziert werden, hieß es. Laut Reglement der UEFA muss der Verband des Kosovo mit Sanktionen rechnen. Die Nations-League-Regularien sehen eine Wertung des Spiels fĂŒr RumĂ€nien als Konsequenz vor. 

Zeit fĂŒr UEFA-Entscheidung drĂ€ngt

Zum Zeitpunkt des Abbruchs in der achten Minute der Nachspielzeit hatte es 0:0 gestanden. Auf der Webseite der UEFA werden in der Gruppe C2 RumĂ€nien (12 Punkte) als Tabellenerster und der Kosovo (9) als Zweiter weiter mit vier statt fĂŒnf Spielen gefĂŒhrt.

Am Montag empfÀngt der Kosovo im letzten Gruppenspiel Litauen, RumÀnien trifft auf den Gruppen-Dritten Zypern (6). Schon am kommenden Freitag werden die Playoffs ausgelost, an denen auch die Gruppenzweiten der Liga C beteiligt sind. Bis dahin muss die UEFA entschieden haben. 

Kosovos Trainer Foda rechtfertigt Verhalten seiner Spieler 

«Es ist wichtig, dass wir miteinander respektvoll umgehen, sowohl auf dem Platz als auch außerhalb», sagte Franco Foda, der deutsche Trainer der kosovarischen Nationalmannschaft, nach der Partie. «Leider ist am Ende des Spiels dieser Respekt verloren gegangen.» Die Mannschaft habe sich deshalb entschlossen, das Spielfeld zu verlassen. Eigentlich hĂ€tte sie dann wieder auf den Rasen zurĂŒckkehren wollen, doch «das Problem war, dass sich an der Situation im Stadion nichts verĂ€ndert hatte», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. 

RumÀnische Medien behaupteten, dass die Fans im Stadion von kosovarischen Spielern provoziert worden seien. Auf TV-Aufnahmen war zu sehen, wie vereinzelt Spieler und Betreuer des kosovarischen Teams die umstrittene Doppeladler-Geste in Richtung der Fans zeigten. 

Wurden rumÀnische Fans provoziert?

Diese symbolisiert die albanische NationalidentitĂ€t und wird oft von ethnischen Albanern verwendet, um ihre Heimatverbundenheit auszudrĂŒcken. Viele Serben erinnert der Doppeladler jedoch an die Verluste des Kosovo-Kriegs 1998 bis 1999 und die Abspaltung des hauptsĂ€chlich von Albanern bewohnten Kosovo von Serbien. Die Kosovaren fĂŒhlen sich wiederum durch die «Serbien»-Schlachtrufe an die von serbischen SicherheitskrĂ€ften verĂŒbten Massaker an Kosovaren im Kosovo-Krieg erinnert. 

Das Team des Kosovo verließ nach minutenlangen Diskussionen mit dem Schiedsrichter den Innenraum und gingen in die Kabine. Etwa eine dreiviertel Stunde spĂ€ter gingen dann auch die RumĂ€nen vom Platz. Nach einer Lautsprecher-Durchsage verließen die Zuschauer das Stadion.

Die rumĂ€nische Nationalmannschaft teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, dass es bedauerlich sei, dass die Kosovaren unter Missachtung des Fair-Play-Geistes das Match abbrachen. «Dies reflektiert einen Mangel an Respekt nicht nur gegenĂŒber dem Fußball, sondern auch gegenĂŒber den Anstrengungen der Fußballer auf dem Feld.»

@ dpa.de