Manchester City, Premier League

Manchester City: Ex-Boss fordert nach Finanzskandal den Zwangsabstieg

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 07:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Manchester City ist wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen worden. Der frühere Clubchef David Bernstein fordert nach einem Scheitern der Berufung sogar den Zwangsabstieg.

  • Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
    Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
  • Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa
    Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa
Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa

Manchester City ist wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen worden – nun fordert der frühere Clubchef David Bernstein bei einem Scheitern der Berufung den Zwangsabstieg.

Bernstein verlangt harte Konsequenzen

„Wenn sich all das bestätigt und die Berufung scheitert, kann Manchester City nicht in der Premier League bleiben. Der Club muss eine schwere Strafe erhalten, die ihn aus der Premier League entfernt. Das sage ich als Unterstützer und Fan seit 70 Jahren“, sagte Bernstein dem britischen Sender BBC.

Der frühere Vorsitzende des Clubs, der Manchester City von 1998 bis 2003 führte, begründete seine Forderung mit der Glaubwürdigkeit der Premier League. „Die Sanktionen dürfen sich nicht auf Geld beschränken. Geld bedeutet den Eigentümern aus Abu Dhabi nicht viel“, sagte der 83-Jährige.

Schuldspruch wegen Finanzverstößen

Eine unabhängige Kommission befand den englischen Topclub am Dienstagabend wegen Verstößen gegen die Finanzregeln zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig. Nach den Feststellungen soll Manchester City mit Geschäftspartnern „Scheinverträge“ geschlossen haben, um Finanzierungen von mehr als 830 Millionen britischen Pfund – umgerechnet etwa 969 Millionen Euro – zu verschleiern.

Bis Freitag hat der Verein Zeit, Berufung einzulegen. Über die Sanktion soll in einer gesonderten Anhörung entschieden werden. Im Raum stehen ein massiver Punktabzug oder der Ausschluss aus der Premier League.

Club weist Vorwürfe zurück

Manchester City, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, beteuerte bislang seine Unschuld. Geschäftsführer Ferran Soriano bezeichnete den Schuldspruch als Ergebnis „einer Verschwörungstheorie der Premier League“.

Auch der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane reagierte fassungslos. „Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in die Tonne werfen. Natürlich würde man das – es ist Betrug“, sagte Keane beim britischen Sender ITV Sport.

Ministerin nennt Bericht erschütternd

Die für Sport zuständige britische Ministerin Lisa Nandy bezeichnete den Fall als „äußerst ernst“. „Der Bericht der Premier League ist in seiner Deutlichkeit erschütternd“, sagte sie.

Ein jahrelanges Verfahren mit weitreichenden Folgen

Der Schuldspruch bezieht sich auf Vorgänge aus den Spielzeiten 2009/10 bis 2017/18. In diesem Zeitraum etablierte sich Manchester City als dominierende Kraft im englischen Fußball und gewann mehrere Meisterschaften. Nach Darstellung der unabhängigen Kommission soll der Club Sponsoringeinnahmen künstlich erhöht und Kosten in erheblichem Umfang verschleiert haben.

Für die Premier League geht es deshalb nicht nur um eine mögliche Strafe gegen einen einzelnen Verein. Finanzregeln sollen verhindern, dass Clubs durch finanzielle Vorteile ihrer Eigentümer den sportlichen Wettbewerb verzerren. Werden Verstöße festgestellt, berührt das auch die Bewertung früherer Spielzeiten, möglicher Titel und der Glaubwürdigkeit der Liga.

Berufung und Strafmaß stehen noch aus

Manchester City kann bis Freitag gegen die Feststellungen vorgehen. Über die Sanktionen soll anschließend gesondert entschieden werden. Im Raum stehen nach dem Verfahren unterschiedliche Maßnahmen: Geldstrafen, Punktabzüge, der Entzug von Titeln oder der Ausschluss aus der Premier League.

Für Fans, Spieler und andere Clubs bleibt damit zunächst offen, wann die sportlichen Konsequenzen feststehen. Eine Berufung könnte den weiteren Zeitplan verlängern. Die Entscheidung dürfte zudem Auswirkungen auf die laufende Debatte über Finanzkontrolle im europäischen Spitzenfußball haben, weil sie die Frage aufwirft, wie konsequent und wirksam Ligen ihre eigenen Regeln durchsetzen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Premier League spricht ManCity in Finanzaffäre schuldig“ (29.09.2026)

Der Bericht bestätige den Schuldspruch einer unabhängigen Kommission und hebe hervor, dass das Strafmaß noch ausstehe. Er stelle die möglichen Folgen für frühere Meistertitel und die Bedeutung des Falls für die Integrität des Wettbewerbs in den Mittelpunkt; zugleich bleibe die angekündigte Berufung des Clubs der nächste entscheidende Schritt.

ntv: „Offiziell: Premier League spricht Manchester City schuldig“ (29.09.2026)

Der Artikel bestätige den Schuldspruch und erläutere stärker die möglichen Sanktionsarten. Er schreibe, diese könnten von Geldstrafen und Punktabzügen bis zur Aberkennung von Titeln oder zum Ausschluss aus der Liga reichen; über die konkrete Maßnahme solle jedoch erst in einer gesonderten Anhörung entschieden werden.

Beide Berichte stimmten beim Schuldspruch, der Möglichkeit einer Berufung und dem noch offenen Strafmaß überein. Unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der historischen Bedeutung des Falls und bei den möglichen Konsequenzen; offen bleibe insbesondere, welche Sanktion die Kommission festlegen werde.

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