Paris Brunner vor U21-Debüt: Di Salvo lässt Sperre hinter sich
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSParis Brunner kann am Samstag gegen Lettland sein Debüt für die deutsche U21 geben, obwohl der Angreifer in Frankreich nach einer provokanten Torjubel-Geste für vier Spiele gesperrt wurde.
Di Salvo setzt auf aktuellen Eindruck
Die Sperre spielt für Nationaltrainer Antonio Di Salvo bei der Bewertung des 20-Jährigen keine entscheidende Rolle. „Für mich ist wichtig, ihn so kennenzulernen bei uns, wie er sich präsentiert. Das war bis jetzt top und ich gehe davon aus, dass er auch weiterhin top sein wird“, sagte Di Salvo vor dem Start in die entscheidenden drei Spiele der EM-Qualifikation.
Deutschland tritt am Samstag um 18.00 Uhr in Riga gegen Lettland an. Zwei weitere Partien folgen am Mittwoch in Malta und am 6. Oktober in Bielefeld gegen Georgien.
Vier Spiele Sperre in Frankreich
Brunner hatte beim 1:1 von AS Monaco bei Racing Straßburg vor gut eineinhalb Wochen nach seinem Ausgleichstreffer in Richtung der Straßburg-Fans einen Schnitt durch die Kehle angedeutet. Auf dem Platz wurde die Geste nicht geahndet.
Zwei der vier Spiele wurden zur Bewährung ausgesetzt. Di Salvo sagte, Brunner habe ihm erklärt, die Geste habe nicht im Zusammenhang mit den Fans gestanden, sondern ausdrücken sollen, dass er das Spiel habe „zumachen“ wollen. „Das war irgendwo ein Fehler, den er begangen hat, aber das ist dann jetzt auch wieder ein paar Tage her“, sagte der Trainer.
Bischof lobt neuen Mitspieler
Brunner ist einer von sieben Neulingen im deutschen U21-Aufgebot. Kapitän Tom Bischof kennt ihn nach eigenen Angaben auch privat und beschreibt ihn als locker, humorvoll und fußballerisch stark.
„Er ist ein super Fußballer“, sagte Bischof. Im Training habe Brunner bislang einen überragenden Eindruck hinterlassen und zeige auch bei seinem Verein starke Leistungen.
Gruppensieg in eigener Hand
Die deutsche Auswahl führt die Gruppe F an und kann sich mit Siegen in allen drei ausstehenden Spielen sicher als Gruppensieger für die Europameisterschaft 2027 in Albanien und Serbien qualifizieren. Das Turnier findet vom 16. Juni bis 3. Juli 2027 statt.
Entscheidende Phase der Qualifikation
Die deutsche U21 führt die Gruppe F an und hat die Teilnahme an der Europameisterschaft 2027 in eigener Hand. Drei Siege gegen Lettland, Malta und Georgien würden den Gruppensieg sichern. Damit besitzt die Mannschaft vor den letzten Partien eine klare Ausgangslage, darf sich aber keinen Ausrutscher erlauben.
Das Spiel in Riga ist zugleich der erste von drei kurzfristig aufeinanderfolgenden Belastungstests. Für Trainer Antonio Di Salvo geht es neben den Punkten darum, neue Spieler in eine eingespielte Mannschaft zu integrieren. Paris Brunner gehört zu sieben Neulingen im Aufgebot und könnte mit seinem Debüt eine zusätzliche offensive Option werden.
Brunner zwischen Talent und Verantwortung
Brunners Saisonstart bei AS Monaco hat die sportliche Erwartung an den 20-Jährigen erhöht. Die Sperre in Frankreich betrifft den Vereinsfußball und steht seiner Berufung zur U21 nicht entgegen. Di Salvo bewertet für die Nationalmannschaft vor allem das Verhalten des Spielers im aktuellen Umfeld.
Für Brunner bietet die Länderspielphase die Möglichkeit, seinen sportlichen Eindruck zu bestätigen und sich in der deutschen Auswahl zu etablieren. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass provokante Gesten auch dann Folgen haben können, wenn sie während der Partie nicht geahndet werden. Für Leser ist vor allem relevant, dass Brunner gegen Lettland erstmals für die deutsche U21 eingesetzt werden könnte und die Partie live bei Sat.1 übertragen wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Deutscher Nachwuchsspieler in der Ligue 1 DFB-Talent Paris Brunner nach Kehlenschnitt-Geste gesperrt“ (24.09.2026)
Der Bericht bestätige die Sperre und ordne sie als nachträgliche Sanktion für die Geste im Spiel gegen Racing Straßburg ein. Er setze darüber hinaus einen Schwerpunkt auf Brunners frühere disziplinarische Probleme und seine sportliche Entwicklung, während die aktuelle U21-Perspektive als mögliche Debütchance gegen Lettland dargestellt werde.
n-tv: „Ärger in Frankreich: DFB-Stürmer Brunner muss für Kopf-ab-Jubel bezahlen“ (24.09.2026)
Der Beitrag bestätige ebenfalls die vier Spiele umfassende Sperre, von denen zwei zur Bewährung ausgesetzt seien, und stelle den Gegensatz zwischen Brunners provokantem Jubel und seinem erfolgreichen Saisonstart heraus. Anders als die dpa-Meldung richte sich der Schwerpunkt stärker auf die Folgen im Vereinsfußball; offen bleibe, ob Di Salvo den Angreifer gegen Lettland tatsächlich einsetze.
Beide Berichte stimmten beim Anlass der Sperre, ihrem Umfang und Brunners möglichem U21-Debüt überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während n-tv den Kontrast zwischen Fehlverhalten und sportlicher Form betone, hebe der SPIEGEL zusätzlich Brunners Entwicklung und Vorgeschichte hervor.
