Paulis, Göttlich

St. Paulis Göttlich: Gewalt mit PrÀvention begegnen

25.11.2023 - 08:00:42

Nach der jĂŒngsten Randale bei Spielen ist die Forderung wieder laut geworden, Vereine sollten die Kosten fĂŒr PolizeieinsĂ€tze ĂŒbernehmen. PrĂ€sident Oke Göttlich vom FC St. Pauli hĂ€lt nichts davon.

PrĂ€sident Oke Göttlich vom Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli hat die Forderung nach Übernahme zusĂ€tzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen zurĂŒckgewiesen.

«Ich halte diese Forderung fĂŒr eskalativ und nicht zu Ende gedacht, denn die innere Sicherheit ist eine zentrale staatliche Aufgabe», schrieb er in einem Gastbeitrag fĂŒr die «SĂŒddeutsche Zeitung». «Wer soll entscheiden, welche EinsĂ€tze von Großveranstaltern bezahlt werden und welche vom Staat?» 

Zudem sei es die Polizei, die ĂŒber den Umfang des Einsatzes entscheide. «Die Veranstalter hĂ€tten kein Mitspracherecht, mĂŒssten aber die zusĂ€tzlichen Kosten tragen», meinte der 47-JĂ€hrige, der auch im PrĂ€sidium der Deutschen Fußball Liga sitzt. «Der Veranstalter selbst ist weder Störer noch hat er die Störungen veranlasst. Zahlen soll er trotzdem.»

Nun zwei Hochrisikospiele

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem in der 2. Bundesliga bei den Spielen Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig und FC St. Pauli gegen Hannover gewalttÀtige Auseinandersetzungen zwischen Fans untereinander und von Fans mit der Polizei gegeben. 

Göttlichs Club stehen zwei Hochrisikospiele bevor: Am Samstag (13.00 Uhr/Sky) spielt die Mannschaft bei Hansa Rostock. Am Freitag (18.30 Uhr/Sky) kommender Woche steht das Stadtderby gegen den Hamburger SV an.

Göttlich plĂ€dierte fĂŒr mehr Engagement bei der PrĂ€vention. In Hamburg seien gute Erfahrungen damit gemacht worden, «wenn Behörden, Fans, Feuerwehr, SanitĂ€tsdienste und Polizei sich vorab auf Augenhöhe begegnen und in den Dialog treten». 

Auch in anderen BundeslĂ€ndern habe diese Maßnahme dazu gefĂŒhrt, «dass die Polizei ihre PrĂ€senz und Einsatzstunden reduzieren konnte.» Nur wenn es unterlassen werde, «stĂ€ndig mit dem Finger auf andere zu zeigen, können wir fĂŒr alle Beteiligten gewaltfreie Spieltage schaffen». 

@ dpa.de