Gewalt und Iran-Krieg machen Sorgen: WM-Playoffs in Mexiko
25.03.2026 - 09:50:05 | dpa.deNur gut einen Monat nach der verheerenden Gewaltwelle im Land steht WM-Gastgeber Mexiko vor einer angespannten Generalprobe. In den WM-Stadien von Guadalajara und Monterrey werden in dieser Woche in den internationalen Playoffs zwei der letzten Tickets fĂŒr das XXL-FuĂball-Turnier mit 48 Teams im Sommer vergeben. Dabei gibt es nicht nur Sorgen wegen der Sicherheitslage vor Ort, auch der Iran-Krieg bereitet einem Teilnehmer groĂe Probleme bei der Anreise.
So ist die Lage in Mexiko
Ende Februar wurde der mĂ€chtige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes bei einem MilitĂ€reinsatz in Mexiko getötet. Es folgten schwere GewaltausbrĂŒche seiner AnhĂ€nger. Mehr als 70 Menschen kamen ums Leben. Das Chaos lieĂ Zweifel an der Eignung Mexikos als Austragungsort aufkommen.Â
Inzwischen hat sich die Sicherheitslage im Land wieder normalisiert. Das bedeutet aber auch, dass die Drogenkartelle ihre GeschĂ€fte wie bisher weitermachen und es an bestimmten Orten wiederholt zu SchieĂereien kommt. Die Menschen in den drei WM-GastgeberstĂ€dten - Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara - können aber im GroĂen und Ganzen wieder ein normales Leben fĂŒhren.Â
PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum hat eine Sicherheitsgarantie fĂŒr die FuĂball-WM abgegeben. Mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private SicherheitskrĂ€fte sowie Drohnen, MilitĂ€rflugzeuge und SprengstoffspĂŒrhunde sollen im Sommer fĂŒr einen sicheren Ablauf sorgen. FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino erklĂ€rte, dass er «volles Vertrauen» in die mexikanischen Ausrichter habe.
Wie gehen die Vorbereitungen voran?
Trotz einiger Verzögerungen bei den Bauarbeiten im Bereich MobilitĂ€t und Verkehrsanbindung, hat die Regierung versichert, dass diese Infrastrukturprojekte vor der WM fertiggestellt werden. Dazu zĂ€hlt etwa eine Zugverbindung zwischen Mexiko-Stadt und dem neuen, weit entfernten Flughafen AIFA.Â
In der Millionen-Metropole ist Verkehrschaos an der Tagesordnung. Die Regierung verhandelt auĂerdem mit Taxifahrern und Vertretern von Fahrdienst-Apps, die sich um das Recht streiten, FahrgĂ€ste am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt abzuholen.
Diese Teams können sich in Mexiko WM-Tickets sichern
In zwei Pfaden werden insgesamt zwei Tickets vergeben. Dabei gibt es nur ein Halbfinale (Donnerstag), da die beiden in der Weltrangliste bestplatzierten der sechs Mannschaften bereits automatisch im Endspiel (Dienstag) stehen.
Pfad A (Guadalajara): Sieger Neukaledonien/Jamaika - DR Kongo
Pfad B (Monterrey): Sieger Bolivien/Suriname - Irak
FĂŒr Neukaledonien und Suriname wĂ€re es die erste Teilnahme an einer WM. Bolivien (zuletzt 1994), Jamaika (1998), die heutige Demokratische Republik Kongo (1974, damals Zaire) und der Irak (1986) wollen sich nach langen Durstrecken mal wieder qualifizieren. Tickets fĂŒr die Spiele sind deutlich gĂŒnstiger als fĂŒr die WM und teils fĂŒr weniger als 17 US-Dollar (rund 14,65 Euro) zu haben.Â
Auf den Listen fĂŒr Einreiseverbote des US-AuĂenministeriums steht bislang keiner der sechs Kandidaten. Allerdings werden diese stĂ€ndig aktualisiert, zuletzt vergangene Woche. Sollte es eines der LĂ€nder bis zur WM noch treffen, könnte fĂŒr Fans bei der Einreise etwa eine Kaution in Höhe von bis zu 15.000 Dollar fĂ€llig werden. ZurĂŒck gibt es die erst, wenn sie gemÀà der Vorschriften wieder ausreisen.
Der Sieger aus Guadalajara spielt bei der WM in der Gruppe K ebenfalls im Akron-Stadion und in den USA unter anderem gegen Portugal. Wer sich in Monterrey durchsetzt, kommt in die hochklassig besetzte Gruppe I mit Frankreich, Senegal und Norwegen. Gespielt wird in Kanada und den USA.Â
Strapaziöse Anreise fĂŒr das irakische Team
Auch der Iran-Krieg hat Auswirkungen auf die Playoffs. Die irakische Nationalmannschaft reiste unter schwierigen UmstĂ€nden an. Denn im Land, das an den Iran grenzt, kommt es im Zuge des Kriegs in Nahost inzwischen tĂ€glich zu Angriffen mit Drohnen und Raketen. Weil der irakische Luftraum seit rund drei Wochen gesperrt ist, reiste das Team unter strikten SicherheitsmaĂnahmen auf dem Landweg ins benachbarte Jordanien fĂŒr die Weiterreise mit einem Privatflieger nach Mexiko.
Wegen des Kriegs wandte sich der PrĂ€sident des irakischen FuĂballverbands Ifa, Adnan Dardschal, vorab bereits in einem Brief an die FIFA. Das irakische Team stehe wegen der aktuellen Lage vor HĂŒrden mit Blick auf das Turnier in Mexiko, erklĂ€rte er in dem Schreiben, wie die staatliche Nachrichtenagentur INA berichtete. Der Weltverband lehnte eine Verlegung des Spiels aufgrund des engen Terminkalenders aber ab.
Kongo mit 100 Fans angereist
Die FuĂballnationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo hat nach Angaben des Sportministeriums keine Angst, in Mexiko zu spielen. Man vertraue den BemĂŒhungen der FIFA und mexikanischen Behörden, die Sicherheit wĂ€hrend des Turniers zu gewĂ€hrleisten. Das Team und 100 Fans flogen am Sonntag in Richtung Mexiko.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

