Gewalt, Amsterdam

Gewalt in Amsterdam nach Fußballspiel Ajax gegen Tel Aviv

08.11.2024 - 07:54:50

ZusammenstĂ¶ĂŸe nach einem Gastspiel eines israelischen Fußballclubs bei Ajax. HĂ€ssliche Szenen spielen sich ab in Amsterdam. Israelische Vertreter sprechen von einer Jagd auf Juden.

Nach einem Fußballspiel von Ajax Amsterdam gegen Maccabi Tel Aviv ist es in der niederlĂ€ndischen Hauptstadt zu gewaltsamen ZusammenstĂ¶ĂŸen von propalĂ€stinensischen Demonstranten und israelischen Fans gekommen. Was genau vorgefallen ist, ist unklar. Nach Angaben der Polizei kam es an mehreren Orten im Zentrum der Stadt zu kleineren Konfrontationen. Knapp 60 Menschen wurden demnach vorlĂ€ufig festgenommen.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon sprach auf X von einem Pogrom, das BĂŒro von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu von einem sehr «gewalttĂ€tigen Vorfall, der sich gegen israelische BĂŒrger richtete». Seine Regierung wollte zwei Flugzeuge schicken, um Maccabi-AnhĂ€nger abzuholen. Der niederlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Dick Schoof verurteilte auf X diese «unakzeptablen antisemitischen Angriffe auf Israelis». Er habe inzwischen mit Netanjahu telefoniert.

Medien: Polizei schĂŒtzt Israelis und begleitet sie in Hotels

Nach Darstellung der Amsterdamer Polizei stießen Fans des israelischen Clubs mit propalĂ€stinensischen Jugendlichen nach dem Spiel zusammen. Insgesamt seien 57 Menschen vorlĂ€ufig festgenommen worden. Die Polizei hat keine Angaben, ob es Verletzte gab. Ajax hatte das Spiel in der Europa League mit 5:0 gewonnen.

Reporter des Amsterdamer TV-Senders AT5 berichteten, propalĂ€stinensische Demonstranten hĂ€tten Maccabi-Fans mit StĂŒhlen beworfen, als diese vom Stadion am spĂ€ten Donnerstagabend ins Zentrum zurĂŒckkehrten. Mobile EinsatzkrĂ€fte der Polizei hĂ€tten die Israelis abgeschirmt und mit Bussen in ihre Hotels begleitet. 

Mehrere israelische Politiker sprachen von bestĂŒrzenden Gewaltszenen, bei denen propalĂ€stinensische TĂ€ter regelrecht Jagd auf Juden gemacht hĂ€tten - und bezogen sich dabei auf Videos in sozialen Medien. Die niederlĂ€ndische Polizei blieb in ihrer Darstellung deutlich zurĂŒckhaltender. 

Der radikal-rechte Populist Geert Wilders sprach auf X von einer Jagd auf Juden. «Ein Pogrom in den Straßen von Amsterdam. (...) Muslime mit palĂ€stinensischen Flaggen jagen Juden.» Auch der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, Ă€ußerte sich auf X empört. «Israelische Fußball-Fans jagen und zusammenschlagen ist kein Antikriegs-Protest.» 

Bereits vor dem Spiel ZusammenstĂ¶ĂŸe

Bereits vor dem Spiel gab es im Zentrum der Stadt ZusammenstĂ¶ĂŸe von israelischen Fußball-Fans und SicherheitskrĂ€ften. Dabei wurden nach Polizeiangaben etwa zehn Personen festgenommen wegen Störung der öffentlichen Ordnung und des verbotenen Besitzes von Feuerwerkskörpern. 

Vor dem Spiel kam es auch nahe dem Stadion im SĂŒdosten der Stadt zu Auseinandersetzungen. Etwa 200 Demonstranten versuchten nach Angaben der Polizei, zu der SpielstĂ€tte zu gelangen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine Demonstration direkt vor der Johan Cruijff Arena verboten und einen anderen Ort in der NĂ€he fĂŒr die Kundgebung bestimmt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren vor der Partie deutlich verschĂ€rft worden.

@ dpa.de