Handballspiel, DHB-Team

«Nur ein Handballspiel»: DHB-Team redet DÀnemark-Duell klein

20.01.2025 - 10:40:45

Bei den Olympischen Spielen zerstörte DĂ€nemark den Gold-Traum der deutschen Handballer. Die Gier nach Revanche mĂŒsste beim DHB-Team riesig sein. Ist sie aber nicht.

  • Alfred Gislason misst dem DĂ€nemark-Spiel nicht allzu viel Bedeutung bei.  - Foto: Soeren Stache/dpa

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  • Juri Knorr (r.) freut sich auf die riesige dĂ€nische Kulisse.  - Foto: Soeren Stache/dpa

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  • Bei den Olympischen Spielen zerstörte Mathias Gidsel die deutschen Gold-TrĂ€ume fast im Alleingang. - Foto: Marcus Brandt/dpa

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Alfred Gislason misst dem DÀnemark-Spiel nicht allzu viel Bedeutung bei.  - Foto: Soeren Stache/dpaJuri Knorr (r.) freut sich auf die riesige dÀnische Kulisse.  - Foto: Soeren Stache/dpaBei den Olympischen Spielen zerstörte Mathias Gidsel die deutschen Gold-TrÀume fast im Alleingang. - Foto: Marcus Brandt/dpa

Es ist der bisherige Höhepunkt bei dieser Handball-Weltmeisterschaft: die Neuauflage des Olympia-Endspiels. Die Über-Mannschaft aus DĂ€nemark gegen das junge, aufstrebende deutsche Team, das sich zurĂŒck in die Weltspitze gekĂ€mpft hat. Und das vor einer beeindruckenden roten Wand aus fast 15.000 dĂ€nischen Fans. «DafĂŒr spielen wir Handball», sagte der deutsche KreislĂ€ufer Justus Fischer voller Vorfreunde auf das Gipfeltreffen an diesem Dienstag (20.30 Uhr/ARD). 

Fischer brennt. Quasi als einziger im Team der deutschen Handballer spĂŒrt man bei dem U21-Weltmeister das Feuer, sich fĂŒr die deftige 26:39-Final-Klatsche im Sommer in Paris zu revanchieren. «Wir mĂŒssen uns vor niemandem verstecken. Wir sind sehr bereit. Wir haben eine Rechnung offen und die Rechnung ist riesig. Wir wollen die 15.000 in der Halle zum Schweigen bringen», kĂŒndigte der 21-JĂ€hrige vor dem ersten Hauptrunden-Spiel an. 

WĂ€hrend Fischer am liebsten schon am Sonntagabend losgelegt hĂ€tte, wollten seine Teamkollegen und Bundestrainer Alfred Gislason dem Spiel in Herning nicht zu viel Bedeutung beimessen. «Es ist nur ein Handballspiel gegen DĂ€nemark. Wir werden versuchen, das besser zu machen als bei Olympia und schauen, was das bringt», sagte der IslĂ€nder zurĂŒckhaltend. 

DHB-Team dÀmpft Erwartungshaltung

Die weiteren Hauptrunden-Gegner kommen am Donnerstag aus Italien und Samstag aus Tunesien. Wird die DHB-Auswahl in diesen Spielen ihrer klaren Favoritenrolle gerecht, hat sie ihr Ticket fĂŒr das Viertelfinale sicher - und ihr Minimalziel erreicht.

«Ich sehe das DĂ€nemark-Spiel daher eher als Bonus-Spiel. NatĂŒrlich haben wir den Anspruch, dagegenzuhalten. Aber ich will es einfach genießen. NatĂŒrlich wĂ€re es schön, nicht wieder mit 13 Toren zu verlieren», sagte Spielmacher Juri Knorr. 

Das Spiel nur als Zugabe? Als Genussmoment wĂ€hrend der WM? Die deutschen Spieler klingen nicht gerade so, als wĂŒrde sie sich eine Überraschung zutrauen. «Wir werden sehen, ob wir bereit sind», sagte Deutschlands Top-TorschĂŒtze Renars Uscins und dĂ€mpfte genau wie Knorr die Erwartungshaltung. Und beim Blick auf DĂ€nemarks Höhenflug kann man es beiden gar nicht mal verdenken. 

31 WM-Siege nacheinander

Die Mannschaft um den Welthandballer Mathias Gidsel von den FĂŒchsen Berlin ist aktuell das beste Team der Welt und peilt den vierten WM-Titel in Serie an. Seit mittlerweile 31 Weltmeisterschafts-Spielen sind die Skandinavier ungeschlagen.

Und die bisherigen Auftritte in Herning machen Deutschland wenig Hoffnung, dass diese Serie ausgerechnet am Dienstag reißt. 47:22 gegen Algerien, 32:21 gegen Tunesien und 39:20 gegen die Italiener - schon in der Vorrunde knackte der Titelverteidiger in nur drei Spielen die 100-Tore-Marke. 

FĂŒr Gidsel ist das Duell eines der wichtigsten Spiele bei dieser WM. «Fast alle in unserem Team spielen in der Bundesliga. Wir wollen nach Deutschland zurĂŒckkehren und sagen: Wir haben Deutschland geschlagen», kĂŒndigte der Berliner Bundesliga-Profi selbstbewusst an und schickte eine klare Ansage an das DHB-Team: «Hier in Herning sind wir schwer zu schlagen». 

Um sich nicht so auseinandernehmen zu lassen wie bei den Olympischen Spielen, mĂŒssen Deutschlands Handballer an ihrer Chancenverwertung arbeiten. Sowohl vom Siebenmeterpunkt als auch aus dem Spiel verwerfen Lukas Zerbe, Julian Köster und Co. zu hĂ€ufig. «Wir mĂŒssen lockerer werden. Im nĂ€chsten Spiel wird es noch schwieriger, Chancen zu bekommen. Aber die mĂŒssen dann sitzen», forderte Gislason. Und wenn nicht, dann ist das Viertelfinale immer noch zum Greifen nah.

@ dpa.de