Handball-KapitÀn, Golla

Handball-KapitÀn Golla zu Nordmazedonien: «Wie ein Endspiel»

12.01.2024 - 10:45:12

Die deutschen Handballer gehen nach dem furiosen EM-Start voller Selbstvertrauen in ihr zweites Gruppenspiel. Der KapitÀn warnt jedoch vor zu viel Euphorie.

KapitÀn Johannes Golla hat vor dem zweiten Vorrundenspiel der deutschen Handballer bei der Heim-EM gegen Nordmazedonien zu höchster Wachsamkeit und Konzentration aufgerufen.

«Wir stehen vor einer fast unverÀnderten Situation. Wenn wir uns gegen Nordmazedonien nicht gut prÀsentieren, hat uns das fulminante Auftaktspiel nichts gebracht. Daher sind die Sinne wieder geschÀrft», sagte der 26-JÀhrige im ZDF-Morgenmagazin und ergÀnzte mit Blick auf die Partie am Sonntag (20.30 Uhr) in Berlin: «Das ist wieder wie ein Endspiel.»

Der 27:14-Sieg im Duell mit der Schweiz vor der Weltrekordkulisse von 53.586 Fans in DĂŒsseldorf habe die Mannschaft beflĂŒgelt und gezeigt, «wie groß die Euphorie werden kann», sagte Golla. Der KreislĂ€ufer vom Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt machte keinen Hehl daraus, dass die DHB-Auswahl auch gegen Nordmazedonien als Favorit ins Spiel gehe. «Wir mĂŒssen das Niveau vorgeben», forderte er.

WĂ€hrend die Defensive in Verbindung mit dem ĂŒberragenden Torwart Andreas Wolff gegen die Schweiz «schon nahe am Optimum» agiert habe, mĂŒsse man im Angriff noch zulegen. «Wir haben einige Chancen liegengelassen. Das mĂŒssen wir besser machen, um in den engen Spielen mit der nötigen Sicherheit agieren zu können. Es ist klar, dass frĂŒher oder spĂ€ter die Spiele eng werden und dann Kleinigkeiten entscheiden», sagte Golla.

Reifer durch Vaterrolle

Seit der Geburt seiner Tochter vor drei Jahren fĂŒhlt sich Deutschlands Handball-KapitĂ€n erwachsener. «Das sind Erfahrungen, die mich im Leben weitergebracht haben und die Schwerpunkte in meinem Alltag haben sich verschoben. Ich bin seitdem weitergekommen und erfahrener und reifer geworden», sagte Golla und ergĂ€nzte lachend: «26 ist noch nicht so alt, aber ich fĂŒhle mich schon relativ alt.»

Golla ist einer der Ruhepole im deutschen Nationalteam und ein wichtiger Anker fĂŒr die Neulinge um Martin Hanne. «Abseits des Spielfeldes war ich schon immer relativ ruhig. Aber auf dem Spielfeld ist es natĂŒrlich so: je mehr WettkĂ€mpfe, je mehr Spiele du hast, desto sicherer wirst du. Das spĂŒre ich natĂŒrlich bei mir auch», berichtete der Nationalspieler, der im MĂ€rz 2019 in der DHB-Auswahl debĂŒtierte.

Dass das deutsche EM-Team neben routinierten und introvertierten Spielern wie Juri Knorr auch aus jungen Wilden besteht, gefĂ€llt Golla. «Man will jungen Spielern ja auch diese UnbekĂŒmmertheit und Emotionen nicht nehmen. Da gehört auch dazu, dass man ein bisschen nervös ist. Und das trĂ€gt oft dazu bei, dass man ĂŒber sich hinauswachsen kann», befand der Bundesliga-Profi von der SG Flensburg-Handewitt.

@ dpa.de