Kein EM-Coup: Handball-Frauen unterliegen DĂ€nemark
07.12.2024 - 19:35:16Gut gekĂ€mpft, lange gehofft und am Ende doch klar verloren: Trotz eines beherzten Auftritts haben die deutschen Handballerinnen den erhofften EM-Coup gegen TitelanwĂ€rter DĂ€nemark verpasst. Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch unterlag dem Olympia-Dritten im zweiten Hauptrundenspiel mit 22:30 (13:15) und hat mit nunmehr 2:4 Punkten keine realistische Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale.Â
«Am Ende fĂ€llt die Niederlage sicher zu hoch aus. Uns haben die einfachen Tore gefehlt. Wir hatten nicht die Effizienz aus dem RĂŒckraum und mussten brutal fĂŒr unsere Tore arbeiten. Dadurch verschleiĂt du», bilanzierte Gaugisch und rĂ€umte ein: «Die EnttĂ€uschung ist natĂŒrlich da. Aber das ist die RealitĂ€t. Du siehst den Unterschied zwischen einer solchen Top-Mannschaft wie DĂ€nemark und uns.»Â
DHB-Team hÀlt nur 40 Minuten mit
Auch Co-KapitĂ€nin Emily Bölk Ă€rgerte sich ĂŒber die Niederlage. «40 Minuten waren wir auf dem Level, das wir brauchen. Wir haben es DĂ€nemark lange richtig schwergemacht. Dann hapert es an der Chancenverwertung. Das war heute der gröĂte Unterschied», sagte die RĂŒckraumspielerin.
Vor 4.025 Zuschauern in Wien war KreislĂ€uferin Lisa Antl mit vier Toren beste deutsche Werferin. NĂ€chster Gegner der DHB-Auswahl, die den Favoriten nur 40 Minuten fordern konnte und in der Schlussphase einbrach, ist am Montag Olympiasieger Norwegen. Zum Abschluss der zweiten Turnierphase kommt es zum Duell mit Slowenien.Â
Erstmals im Turnierverlauf rĂŒckte Viola Leuchter ins deutsche Aufgebot. Die 20 Jahre alte RĂŒckraumspielerin vom deutschen Meister HB Ludwigsburg hatte wegen einer Erkrankung in den ersten vier Spielen zuschauen mĂŒssen und saĂ zunĂ€chst nur auf der Bank.
Schneller Drei-Tore-RĂŒckstand
Die deutsche Mannschaft begann nervös. Nur einer der ersten sechs Angriffe fĂŒhrte zum Erfolg. Die Folge war ein schneller Drei-Tore-RĂŒckstand (1:4). Anders als bei der bitteren 19:34-Pleite in der EM-Vorbereitung lieĂen sich die DHB-Frauen von dem Fehlstart aber nicht verunsichern.Â
Nach elf Minuten kam Leuchter, die sich von zwei FehlwĂŒrfen bei ihren ersten beiden Versuchen unbeeindruckt zeigte und in der Folge fĂŒr mehr Torgefahr sorgte. Zum wichtigen RĂŒckhalt in dieser Phase wurde aber vor allem Torfrau Katharina Filter, die ihre Mannschaft mit einigen Glanzparaden im Spiel hielt. Mitte der ersten Halbzeit war beim 7:7 wieder alles offen.
«Wir mĂŒssen den Druck hochhalten, dann macht auch eine Weltklasse-Mannschaft wie DĂ€nemark Fehler», hatte Gaugisch vor der Partie gesagt. Und er sollte recht behalten. Das DHB-Team bereitete dem WM-Dritten des Vorjahres zunehmend Probleme und ging knapp zehn Minuten vor der Pause beim 9:8 erstmals in FĂŒhrung.Â
DHB-Team bricht in der zweiten HĂ€lfte ein
Deutschland war nun ebenbĂŒrtig, leistete sich gegen Ende der ersten HĂ€lfte aber einige unnötige Ballverluste. So stand nach 30 Minuten ein Zwei-Tore-RĂŒckstand auf der Anzeigetafel. Dennoch kamen die DHB-Frauen mit viel Schwung aus der Kabine und schnell zum Ausgleich.Â
Doch dann leistete sich der WM-Sechste eine SchwĂ€chephase, die der Favorit eiskalt ausnutzte. Als der deutschen Mannschaft mehr als fĂŒnf Minuten kein Tor gelang, zog DĂ€nemark erstmals auf vier Treffer (23:19) davon. Eine kleine Vorentscheidung.
Zwar kĂ€mpfte die DHB-Auswahl verbissen um den Anschluss, der aber nicht mehr gelang. Vielmehr zogen die DĂ€ninnen nun weiter davon, weil die Gaugisch-SchĂŒtzlinge im Angriff nur noch selten Lösungen fanden und zu viele Chancen vergaben.


