Drama, DĂ€nemark

Drama gegen DĂ€nemark: Handballerinnen zittern bei Olympia

01.08.2024 - 20:52:58

Die Sensation bleibt aus. Deutschlands Handballerinnen leisten DĂ€nemark großen Widerstand, verlassen das Parkett jedoch als Verlierer. Der Einzug ins Viertelfinale ist aber weiterhin möglich.

Erst gab es Trost fĂŒr Pechvogel Jenny Behrend, dann schworen sich Deutschlands Handballerinnen nach einem Krimi ohne Happy End auf den letzten Schritt in Richtung Viertelfinale ein. Trotz einer ebenso couragierten wie ĂŒberzeugenden Vorstellung verpasste die DHB-Auswahl beim 27:28 (12:15) gegen den WM-Dritten DĂ€nemark eine mögliche Überraschung und weist vor dem Gruppenfinale gegen Europameister Norwegen nun 2:6 Punkte auf.

«Wir haben trotzdem das GefĂŒhl, dass wir im Turnier angekommen sind. Die Performance kann sich sehen lassen. Wir haben uns heute mit einer Topmannschaft gemessen und hĂ€tten einen Punkt verdient gehabt. Wenn wir so weiterspielen, haben wir es verdient, im Viertelfinale aufzulaufen», sagte Co-KapitĂ€nin Emily Bölk.

Um beim ersten Olympia-Auftritt seit 2008 in Peking direkt in die K.o.-Phase einzuziehen, muss das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch mindestens Rang vier belegen. Als Vierter wĂŒrde man allerdings in der Runde der letzten Acht sehr wahrscheinlich auf Topfavorit Frankreich treffen. 

Behrend vergibt Ausgleich

FĂŒr die DHB-Damen war die Niederlage gegen DĂ€nemark der bereits dritte Olympia-DĂ€mpfer im vierten Spiel. Nach RĂŒckschlĂ€gen gegen SĂŒdkorea und Schweden konnte der WM-Sechste nur gegen Slowenien gewinnen. Vor rund 5.700 Zuschauern war Rechtsaußen Jenny Behrend mit sechs Toren beste deutsche Werferin, zugleich aber auch tragische Figur. 

Kurz vor Schluss scheiterte die 28-JĂ€hrige an DĂ€nemarks TorhĂŒterin und vergab damit den möglichen Ausgleich. «Ich bin kaputt, enttĂ€uscht, mĂŒde und sehr verĂ€rgert darĂŒber, dass ich die letzte Chance nicht genutzt habe. Wir wollten heute gegen einen großen Gegner etwas holen und die Chance war da, aber mir haben am Ende die Nerven gefehlt», sagte Behrend.

Wenig Ideen im Angriff

Gaugisch hatte an seine Spielerinnen appelliert, die Leistung aus dem Slowenien-Spiel noch zu ĂŒberbieten. «Wir mĂŒssen, wenn wir gut sein wollen, einen Großen schlagen. Das haben wir noch nicht gemacht», sagte der 50-JĂ€hrige. Und die DHB-Frauen starteten gut. Vor allem in der Abwehr war der WM-Sechste hellwach und klaute den DĂ€ninnen viele BĂ€lle. Die 9:7-FĂŒhrung nach etwas mehr als einer Viertelstunde war verdient. 

In der Folge hatten Deutschlands Handballerinnen immer grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten, LĂŒcken in der gegnerischen Defensive zu finden. Das Angriffsspiel wirkte in dieser Phase ideenlos, aus dem RĂŒckraum fehlte die Power. Hinzu kam, dass DHB-Keeperin Katharina Filter zunĂ€chst kaum einen Wurf der Skandinavierinnen parieren konnte. Mit einem 4:0-Lauf drehte der Favorit das Spiel. Die Einwechslung von TorhĂŒterin Sarah Wachter blieb wirkungslos. 

FĂŒhrung dank Filter und Behrend

Die DĂ€ninnen waren weit entfernt von ihrer Bestleistung. Das DHB-Team agierte im Angriff aber zu ungenau und nutzte die zahlreichen Einladungen zu selten. Weil Filter nun aber eine dĂ€nische Chance nach der anderen vereitelte, traf Außenspielerin Behrend tatsĂ€chlich zur FĂŒhrung (20:19).

Der Sensations-Sieg schien zu diesem Zeitpunkt ganz nah. Die FĂŒhrung verspielte das DHB-Team dann durch zu viele Fouls. In Unterzahl sahen Bölk und Co. die Gegnerinnen auf vier Tore davonziehen (21:25). In der Schlussphase schaffte DHB-Auswahl noch einmal den Anschluss und stand dicht vor einem Punktgewinn, doch Behrend vergab die letzte Chance.

@ dpa.de