Formel 1 plant Grand Prix in Ruanda für Anfang der 2030er
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRuandas Rennpläne ab 2030
- Die Formel 1 soll ab Anfang der 2030er in Ruanda um WM-Punkte fahren.
- Der Grand Prix von Afrika ist im Distrikt Bugesera südlich von Kigali geplant.
- Die Rennstrecke soll gemeinsam mit dem neuen internationalen Flughafen entstehen.
Die Formel 1 kehrt mit einem Zehn-Jahres-Vertrag nach Afrika zurück und plant einen Grand Prix in Ruanda.
Vertrag umfasst zehn Jahre
Die Motorsport-Königsklasse teilte mit, dass Ruanda ab Anfang der 2030er in den Rennkalender aufgenommen werden solle. Das Rennen soll unter der Tourismus-Kampagne «Visit Ruanda» als Grand Prix von Afrika ausgetragen werden.
Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali erklärte, der Sport werde damit auf jedem bewohnten Kontinent ausgetragen. Er betonte zudem, Afrika sei Teil der Zukunft der Formel 1 und die Rückkehr solle mit einem langfristigen Engagement verbunden sein.
Bugesera wird zum Motorsportstandort
Der Grand Prix ist im Distrikt Bugesera südlich der Hauptstadt Kigali vorgesehen. Dort entsteht auch der neue internationale Flughafen, dessen größter Anteilseigner mit 60 Prozent Qatar Airways ist.
Die Rennstrecke soll Anfang der 2030er fertig sein und nach Angaben der Formel 1 im Einklang mit der natürlichen Landschaft stehen. Präsident Paul Kagame verbindet das Projekt mit der Hoffnung auf Arbeitsplätze, Qualifikationen, Tourismus und neue Geschäftsmöglichkeiten.
Hamilton begrüßt Afrikas Rückkehr
Lewis Hamilton bezeichnete Ruanda zuletzt als eines seiner liebsten Länder und hielt die Zeit für einen Grand Prix in Afrika zu 100 Prozent für reif. Ob der heute 41 Jahre alte Ferrari-Pilot die Premiere noch als Rennfahrer erlebt, ist offen.
Zuletzt war die Formel 1 1993 in Afrika zu Gast. Damals gewann der Franzose Alain Prost den Grand Prix in Kyalami nördlich von Johannesburg.
Kritik an Ruandas Menschenrechtslage
Ruanda ist weltweit auch wegen des Völkermords von 1994 geprägt. Innerhalb von 100 Tagen wurden rund 800.000 Menschen ermordet, darunter Tutsi und gemäßigte Hutu.
Menschenrechtler kritisieren die Lage im Land weiterhin scharf. Sie berichten von willkürlichen Inhaftierungen, der Verfolgung von Regierungsgegnern und Misshandlungen. Die Formel 1 ist allerdings auch zuvor in autokratisch geführten Staaten angetreten, wobei millionenschwere Antrittsgebühren eine wichtige Rolle spielten.
Rückkehr nach drei Jahrzehnten
Der geplante Grand Prix würde die Formel 1 erstmals seit 1993 wieder nach Afrika führen. Damals gastierte die Weltmeisterschaft in Kyalami bei Johannesburg. Ruanda verbindet das Rennen mit dem Ausbau des Distrikts Bugesera, in dem neben der Strecke auch ein internationaler Flughafen entsteht.
Sport und Standortpolitik
Für Kigali ist der Vertrag Teil einer Strategie, das Land als internationales Reiseziel und Wirtschaftsstandort zu profilieren. Die Formel 1 liefert dafür weltweite Sichtbarkeit und kann Tourismus, Arbeitsplätze und Investitionen anziehen. Der geplante Standort südlich von Kigali soll zugleich an die regionale Verkehrsinfrastruktur angebunden werden.
Menschenrechte bleiben Streitpunkt
Die wirtschaftlichen Versprechen stehen neben der anhaltenden Kritik an Ruandas politischem System. Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden unter anderem willkürliche Inhaftierungen und die Verfolgung von Regierungsgegnern vor. Damit dürfte der Grand Prix nicht nur sportlich, sondern auch politisch bewertet werden.
Die Formel 1 fährt seit Jahren in Staaten, deren Regierungen wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert werden. Ruanda müsste für die Premiere zunächst eine Rennstrecke fertigstellen; zudem bleibt offen, ob Lewis Hamilton, heute 41 Jahre alt, den ersten Lauf noch als aktiver Fahrer erlebt.
