Warum bei der Tour de France noch Maske getragen wird
08.07.2023 - 07:27:59Jonas Vingegaard war nicht gerade begeistert, als Emmanuel Macron auf dem Podium ihm immer nĂ€her kam. Das lag nicht etwa an einer Abneigung des FĂŒhrenden der Tour de France gegenĂŒber dem französischen PrĂ€sidenten. Es lag vielmehr daran, was Macron trug - oder eben nicht trug. Bei der Frankreich-Rundfahrt besteht nĂ€mlich in gewissen Zonen immer noch Maskenpflicht, was Macron bei seinem Abstecher ignorierte.
Das ist die Vorgeschichte:
Der Giro d'Italia schreckte die Radsport-Szene im Mai auf. Mehr als zehn Fahrer mussten sich vor oder wĂ€hrend des Rennens mit einem positiven Coronatest zurĂŒckziehen. Als es nach einer Woche auch den GesamtfĂŒhrenden Remco Evenepoel erwischte, fĂŒhrte der Veranstalter die Maskenpflicht wieder ein.
Deshalb besteht Maskenpflicht:
Zum einen hat der Veranstalter ASO die Sorge, dass die Tour durch viele Corona-AusfĂ€lle seine Stars verliert und zur Farce verkommt. Tests sind nicht verpflichtend, aber viele Teams fĂŒhren sie zum Schutz der Fahrer noch durch. Die Spitzen-Mannschaften wie Jumbo-Vismo machten deshalb Druck, auch wĂ€hrend der Tour nicht auf Masken zu verzichten. Viele Pressekonferenzen finden virtuell statt.
Das sind die Regeln:
Bei jedem Kontakt mit einem Fahrer mĂŒssen Masken getragen werden. Deshalb ist in TV-Interviews oft zu sehen, dass der Fragestellende eine Maske trĂ€gt. Neben Journalisten sind auch andere Teammitglieder und die Fahrer selbst angehalten, im sogenannten Paddock - also dem Busparkplatz bei Start und Ziel - eine Maske zu tragen.
Das ist absurd:
Das Paddock ist fĂŒr die Ăffentlichkeit zugĂ€nglich, Zuschauer mĂŒssen keine Maske tragen. So kommt es zu skurrilen Szenen, in denen Journalisten mit Masken einem maskierten Fahrer Fragen stellen und direkt daneben stehen AutogrammjĂ€ger völlig ohne Mundschutz. Die Maskenpflicht wird von der Tour zudem nicht kontrolliert, die meisten Betroffenen halten sich allerdings daran.


