Zverev siegt gegen Alcaraz: Als Gruppenerster im Halbfinale
15.11.2024 - 16:21:40Tokio-Olympiasieger Alexander Zverev hat bei den ATP Finals ein Halbfinale gegen seinen Angstgegner perfekt gemacht. Zum Abschluss der Gruppenphase beeindruckte der Weltranglisten-Zweite mit dem 7:6 (7:5), 6:4 in einem hochklassigen Match gegen den spanischen Tennisstar Carlos Alcaraz. Mit drei Siegen in drei Auftritten schlieĂt der 27-JĂ€hrige die Vorrunde ab. So erfolgreich war er in der Vorrunde noch nie zuvor beim Saisonfinale.Â
«Unglaublich hohes Niveau. Besonders im ersten Satz am Ende im Tiebreak - da waren einige Punkte, bei denen ich dachte, er wĂ€re wieder Spiderman», sagte Zverev und bilanzierte: «Ich bin glĂŒcklich, wenn ich gewinne.»
Vor 13.000 Zuschauern im ausverkauften Pala Alpitour war Zverev in den wichtigen Momenten zur Stelle, blieb aggressiv und entschied nach 1:57 Stunden das packende Duell mit dem Wimbledon- und French-Open-Champion fĂŒr sich. Zverev hatte schon ein Satzgewinn gereicht, um zum vierten Mal nach 2018, 2019 und 2021 ins Halbfinale der ATPÂ Finals einzuziehen.Â
Der Hamburger verlĂ€ngerte seine Saison um mindestens eine Partie und setzte ein groĂes Achtungszeichen, dass er am Ende einer Saison mit Höhen und Tiefen wieder um den prestigetrĂ€chtigen Titel mitspielen kann.Â
NĂ€chster Gegner Taylor Fritz
Am Samstag geht es fĂŒr Zverev nun gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz um den Einzug ins Endspiel und die Chance auf den dritten Titel bei den ATP Finals nach 2018 und 2021. Zwar geht er damit in der Vorschlussrunde dem italienischen topgesetzten Jannik Sinner aus dem Weg. Doch es wartet dennoch eine unangenehme Aufgabe. Die Statistik der vergangenen Monate spricht mit drei Niederlagen nacheinander gegen Fritz aber gegen ihn.Â
In Wimbledon und bei den US Open kam fĂŒr Zverev das Aus gegen den Weltranglisten-FĂŒnften. «Wimbledon hĂ€tte ich wahrscheinlich verlieren sollen. US Open, hĂ€tte so oder so ausgehen können, ehrlich gesagt. Ein sehr enges Match», kommentierte Fritz. «Wenn man zwei Kerle hat, die groĂe AufschlĂ€ger sind und gegeneinander spielen, kann es immer nur auf ein paar Punkte hier und da hinauslaufen.»
Trotz seiner zwei souverĂ€nen Siege in den ersten beiden Gruppenspielen hatte Deutschlands bester Tennisprofi das Weiterkommen vor dem Wiedersehen mit Alcaraz noch nicht sicher. Eine Niederlage in zwei SĂ€tzen hĂ€tte bedeutet, dass er bis zum Abendmatch in seiner Gruppe zittern muss. Druck war so vorhanden.Â
Zverev lÀsst erste Chancen ungenutzt
Beide Kontrahenten starteten etwas wacklig in die Partie. Zverev fing sich schnell und war von Beginn an nĂ€her dran an einem Break als der Weltranglisten-Dritte. Schon in den ersten beiden Aufschlagspielen des viermaligen Grand-Slam-Turniersiegers hatte Zverev insgesamt sechs BreakbĂ€lle - konnte sich aber keinen Vorteil erspielen. Auch die siebte Chance, dem Spanier den Aufschlag abzunehmen, bei 6:5 gleichbedeutend mit dem Satzball, blieb ungenutzt.Â
Entscheidend fĂŒr den ersten Satz war damit der Tiebreak. Mit einem beherzten Netzangriff und einem irren Halbvolley holte sich Zverev den ersten Abschnitt, jubelte befreit und lieĂ Alcaraz ratlos und frustriert zurĂŒck. Das Weiterkommen war damit schon perfekt.Â
Es war das erste Aufeinandertreffen mit einem der jĂŒngeren AnfĂŒhrer seiner Sportart seit dem dramatischen French-Open-Finale im Juni. In Paris hatte ihm Alcaraz den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel vermasselt. Das sei Monate her und seitdem viel passiert, hatte Zverev abgewiegelt.Â
Der zweite Satz im insgesamt elften Duell mit dem Spanier hĂ€tte dann kaum besser fĂŒr Zverev beginnen können. Zverev ging sofort mit einem Break in FĂŒhrung. Als er 3:2 vorn lag, musste der zweimalige Turniersieger von 2024 dann erstmals im Turnierverlauf Breakchancen abwehren. Er befreite sich aus der kniffligen Situation - und feierte kurz darauf den Sieg.


