Wada, Sinner

Wada legt im Fall Sinner Berufung beim Cas ein

28.09.2024 - 09:50:39

Die Welt-Anti-Doping-Agentur akzeptiert die Entscheidung der zustĂ€ndigen Tennis-Agentur nicht und verlangt fĂŒr Jannik Sinner eine Sperre. Nun muss der Internationale Sportgerichtshof entscheiden.

Italiens Tennisstar Jannik Sinner droht trotz eines Freispruchs nach zwei positiven Doping-Tests weiterhin eine Sperre. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada teilte mit, in dem Fall am vergangenen Donnerstag Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne eingelegt zu haben. 

Der Weltranglistenerste Sinner wurde im MĂ€rz zweimal positiv auf das verbotene anabole Steroid Clostebol getestet. Eine Sperre bekam der 23-JĂ€hrige nicht. Die verantwortliche Tennis-Agentur Itia begrĂŒndete den Freispruch damit, dass dem zweimaligen Grand-Slam-Turniergewinner kein vorsĂ€tzliches Verschulden und keine FahrlĂ€ssigkeit nachgewiesen werden konnte.

Diese Feststellung ist nach Ansicht der Wada «nach den geltenden Regeln nicht korrekt». Die Wada mit Sitz im kanadischen MontrĂ©al fordert daher «eine Sperre von einem bis zwei Jahren» fĂŒr Sinner. Eine zusĂ€tzliche Streichung von Ergebnissen neben denen, die bereits vom erstinstanzlichen Gericht veranlasst wurden, verlangt die Behörde aber nicht. Sinner hatte Anfang September die US Open gewonnen. 

Wie erklÀrt sich Italiens Sportstar?

Sinner hatte in einem Statement, das er in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, erklĂ€rt, dass die Substanz ĂŒber die HĂ€nde seines Physiotherapeuten in seinen Körper gelangt sei. Demnach habe der Betreuer ein in Italien rezeptfreies Clostebol-haltiges Spray benutzt, um einen Schnitt an seinem Finger zu behandeln.

Der Itia zufolge hielten wissenschaftliche SachverstĂ€ndige Sinners ErklĂ€rung fĂŒr glaubwĂŒrdig. Deshalb habe die Tennis-Agentur auch davon abgesehen, Sinner zumindest vorlĂ€ufig zu suspendieren. Das hatte innerhalb der Tennis-Szene fĂŒr UnverstĂ€ndnis gesorgt.

@ dpa.de