Zverev zieht trotz Problemen in zweite Wimbledon-Runde ein
30.06.2026 - 20:21:46 | dpa.deErleichtert ballte Alexander Zverev die Faust. Der French-Open-Champion hat sich zum Wimbledon-Auftakt von einem Satzverlust nicht stoppen lassen und die erste Prüfung in London gemeistert. Gut drei Wochen nach seinem emotionalen Triumph in Paris zog der 29-Jährige mit einem hart erarbeiteten 6:4, 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 7:6 (7:0) gegen den Belgier Alexander Blockx in die zweite Runde ein. Dort trifft Zverev am Donnerstag auf den Franzosen Valentin Royer.
Seinen Schwung vom lang ersehnten ersten Grand-Slam-Triumph möchte Zverev, der im All England Club noch nie im Viertelfinale stand, mit auf den Rasenklassiker übertragen. Doch von seiner Topform war Zverev ein Stück entfernt. Nach einem souveränen Beginn machte ihm der Weltranglisten-36. Blockx zu schaffen und zwang ihn in ein fast dreistündiges Kräftemessen.
Zverev mit Konzentrationsproblemen
«Roland Garros im Kopf zu haben, hilft», sagte Zverev im Siegerinterview. «Es ist die größte Ehre, auf diesem Court zu spielen. Ich habe hier zu kämpfen, das ist kein Geheimnis.» Er hoffe, dieses Jahr sein bestes Resultat in Wimbledon zu erreichen. «Es war halt ein Match, wie es ist. Ich bin glücklich, dass ich es gewonnen habe», sagte Zverev bei Prime. «Es war sehr schwer für mich, die Konzentration zu halten. Wir kamen nicht zum Tennisspielen. Aufschlag, Return und fertig.»
Im vergangenen durchwachsenen Jahr mit sportlichen und gesundheitlichen Rückschlägen war das Erstrunden-Aus in Wimbledon mit der anschließenden Erklärung, mentale Probleme zu haben, der Tiefpunkt gewesen. Zwölf Monate später tritt Zverev erstmals als Grand-Slam-Sieger bei einem der vier wichtigsten Turniere an.
Doch das habe für ihn vom Gefühl her keinen großen Unterschied gemacht. «In dem Moment, wo man ein neues Tennismatch anfängt, interessiert das alles überhaupt nicht», sagte Zverev in seiner Pressekonferenz. «Ich glaube, dass ich generell besser Tennis spiele dieses Jahr als letztes Jahr. Für mich waren die Monate zuvor waren halt sehr positiv, das möchte natürlich beibehalten.»
Zverev: Rasenallergie nichts Wildes
Am Wochenende hatte der Weltranglisten-Dritte erkältet geklungen, während seiner Pressekonferenz niesen müssen und dies mit einer Rasenallergie erklärt. Als er darauf beim Siegerinterview angesprochen wurde, sagte der French-Open-Sieger dann wieder: «Es ist wie es ist.» Er nehme viele Pillen. Bei Prime fügte er hinzu: «Das ist für mich völlig okay. Das ist für mich nichts Wildes, ich werde es überleben.»
Gegen Blockx, der sich in Paris am Fuß verletzt hatte, startete der Hamburger konzentriert und nutzte die erste Schwächephase seines Kontrahenten aus. Zu null nahm der Tokio-Olympiasieger dem Belgier das Aufschlagspiel zum 5:4 ab. Nach einer halben Stunde war ihm der erste Satz sicher.
Im zweiten Durchgang hielten beide Spieler ihre Aufschlagspiele, so dass der Tiebreak die Entscheidung bringen musste. So souverän Zverev bei seinem Service zuvor auch gewesen war, leistete er sich ausgerechnet beim Satzball von Blockx seinen ersten Doppelfehler.
Schrecksekunde für Zverev
Zverev wackelte auch zu Beginn des dritten Durchgangs bei eigenem Aufschlag, knapp vermied er den frühen Rückstand. Eine Schrecksekunde, als er auf dem Rasen ausrutschte, überstand er kurz darauf unbeschadet.
Wieder musste Zverev in den Tiebreak und diesmal zeigte der Außenseiter Nerven. Ein Doppelfehler-Geschenk von Zverev nahm Blockx nicht an - sondern half Zverev ebenfalls mit zwei Doppelfehlern. Wenige Ballwechsel später entschied der deutsche Spitzenspieler den Durchgang für sich, verzichtete aber auf eine Jubelgeste. Stattdessen diskutierte er mit seiner Box, als er für eine Pause vom Platz ging.
Im vierten Satz lag Zverev schon mit einem Break vorn, schwächelte aber direkt danach bei eigenem Aufschlag und kassierte den Ausgleich. Im insgesamt dritten Tiebreak machte der Favorit den Sieg dann nach 2:55 Stunden souverän perfekt.
