Jannik Sinner beendet Saison: Alexander Zverev vor Sprung auf Platz eins
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 11:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJannik Sinner beendet wegen anhaltender Knieprobleme seine Saison und verschafft Alexander Zverev damit eine große Chance auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste.
Zverev kann Sinner bald einholen
Der aktuell führende Italiener gab seine Entscheidung in einer Videobotschaft über soziale Medien bekannt. Sinner erklärte, er habe sich in Rücksprache mit den Ärzten dazu entschlossen, weil sein Knie weitere Behandlungen benötige und er auch an seine langfristige Karriere denken müsse.
In den verbleibenden Turnieren kann Sinner seine Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen. Zverev hat deutlich weniger Zähler zu verlieren und wird den 29-Jährigen deshalb voraussichtlich unabhängig von den eigenen Ergebnissen in den kommenden Wochen einholen.
Alcaraz nur mit Außenseiterchance
Aktuell liegen zwischen Sinner und Zverev 1.280 Punkte. Dass der Spanier Carlos Alcaraz Zverev in diesem Jahr noch überholt, gilt als äußerst unwahrscheinlich.
Zverev wäre bei den Männern der zweite Deutsche nach Boris Becker an der Spitze der Weltrangliste. Becker stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins. Für Zverev würde der mögliche Führungswechsel ein außergewöhnliches Jahr krönen: Im Frühjahr gewann er bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel, im September folgte der Triumph bei den US Open.
Vom großen Rückstand zur Nummer eins
Anfang Februar hatte Zverev nach den Australian Open noch mehr als 9.000 Punkte Rückstand auf den damals führenden Alcaraz und knapp 5.700 auf Sinner. Während Alcaraz nach einer Handgelenksverletzung monatelang pausierte, fiel Sinner ebenfalls über längere Zeit aus.
Sinner will vollständig zurückkehren
„Ich werde alles erdenklich Mögliche tun, um mit 100 Prozent zurückzukommen“, sagte Sinner. Zverev war in diesem Jahr durchgängig fit und spielte konstant. Zuletzt hatte er erklärt, sich auf die verbleibenden Turniere konzentrieren zu wollen, um seine Chance auf Platz eins zu nutzen.
Davis Cup als drittes großes Ziel
In seinem Erfolgsjahr hat Zverev neben der möglichen Führung in der Weltrangliste noch ein weiteres Ziel: den ersten deutschen Davis-Cup-Triumph. Er trug entscheidend dazu bei, dass das deutsche Team die Finalrunde in Bologna vom 24. bis 29. November erreichte.
Weltrangliste belohnt Konstanz
Die ATP-Weltrangliste bewertet nicht allein die aktuelle Form, sondern die Ergebnisse eines rollierenden Jahres. Entscheidend ist deshalb, welche Punkte ein Spieler aus der Vorsaison verteidigen muss. Sinner verliert durch seinen Ausfall die Möglichkeit, die bei mehreren Turnieren gesammelten Zähler zu wiederholen; Zverev hat in den verbleibenden Wochen deutlich weniger Punkte zu verteidigen.
Für Zverev ist die Ausgangslage damit außergewöhnlich günstig, obwohl er den Sprung an die Spitze nicht ausschließlich durch eigene Turniersiege erzwingt. Anfang Februar lag er noch mehr als 9.000 Punkte hinter Carlos Alcaraz und knapp 5.700 Punkte hinter Sinner. Verletzungspausen der beiden Rivalen und Zverevs konstante Saison haben den Abstand binnen weniger Monate grundlegend verändert.
Historische Bedeutung für Deutschland
Der mögliche Wechsel an der Spitze wäre im deutschen Herrentennis ein besonderer Einschnitt. Boris Becker war bislang der einzige Deutsche auf Platz eins der ATP-Rangliste. Zverev könnte diesen Meilenstein mit einem Jahr verbinden, in dem er erstmals Grand-Slam-Turniere gewonnen hat.
Für Zuschauer und Veranstalter bleibt der Saison-Endspurt deshalb sportlich relevant: Jede Runde bei den letzten Turnieren kann die Punktedifferenz verändern, während Sinners langfristige Rückkehr von der Behandlung seines Knies abhängt. Zverevs weiteres Ziel, der Davis-Cup-Triumph mit Deutschland in Bologna, würde die außergewöhnliche Saison zusätzlich prägen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Spiegel: „Tennis: Novak Djokovic bremst Alexander Zverev bei der Jagd auf die Weltranglistenspitze aus“ (04.10.2026)
Der Bericht bestätige Sinners verletzungsbedingte Pause und Zverevs weiterhin gute Aussichten auf Platz eins, setze den Schwerpunkt jedoch auf Zverevs Niederlage gegen Novak Djokovic in Peking. Zugleich hebe er hervor, dass Zverev den Führungswechsel bei den Asien-Turnieren noch nicht vollziehen könne.
ntv: „Djokovic verpasst ‚Albtraum‘ Zverev bitteren Rückschlag“ (04.10.2026)
Der Artikel stelle ebenfalls den Rückschlag in Peking heraus und berichte, Djokovic habe Zverev als derzeit besten Spieler der Welt bezeichnet. Anders als die dpa-Meldung richte sich der Blick dort stärker auf das verlorene Viertelfinale und die möglichen Punktgewinne in Shanghai; offen bleibe, wann Sinner wieder antreten könne.
Beide Berichte bestätigten damit die günstige Ausgangslage für Zverev, unterschieden sich aber beim unmittelbaren Schwerpunkt: Während der dpa-Anlass Sinners Saisonende und den bevorstehenden Machtwechsel betone, rückten die Fremdberichte Zverevs Niederlage in Peking und den dadurch verschobenen Zeitpunkt in den Vordergrund.
