Jannik Sinner, Alexander Zverev

Jannik Sinner beendet Saison: Alexander Zverev vor Sprung auf Tennis-Thron

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jannik Sinner beendet wegen anhaltender Knieprobleme vorzeitig seine Saison. Damit kann Alexander Zverev den Italiener noch 2026 als Nummer eins der Tennis-Weltrangliste ablösen.

  • Auch durch den Triumph bei den US Open kam Alexander Zverev seinem Ziel von der Nummer eins näher. (Archivbild) - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
    Auch durch den Triumph bei den US Open kam Alexander Zverev seinem Ziel von der Nummer eins näher. (Archivbild) - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
  • Stand schon lange nicht mehr auf dem Platz: Jannik Sinner. (Archivbild) - Bild: Ben Whitley/PA Wire/dpa
    Stand schon lange nicht mehr auf dem Platz: Jannik Sinner. (Archivbild) - Bild: Ben Whitley/PA Wire/dpa
Auch durch den Triumph bei den US Open kam Alexander Zverev seinem Ziel von der Nummer eins näher. (Archivbild) - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa Stand schon lange nicht mehr auf dem Platz: Jannik Sinner. (Archivbild) - Bild: Ben Whitley/PA Wire/dpa

Jannik Sinner beendet wegen anhaltender Knieprobleme seine Saison und eröffnet Alexander Zverev damit die große Chance, noch in diesem Jahr die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste zu werden.

Sinner verliert Titelverteidigungspunkte

Der Italiener gab seine Entscheidung in einer Videobotschaft über soziale Medien bekannt. In den verbleibenden Turnieren kann der Weltranglistenerste die vielen Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen.

Aktuell trennen Sinner und Zverev 1.280 Punkte. Zverev hat deutlich weniger Zähler zu verlieren und wird den Südtiroler deshalb unabhängig von seinen eigenen Ergebnissen in den kommenden Wochen voraussichtlich einholen.

Entscheidung spätestens in Turin

Spätestens bei den ATP-Finals in Turin ab dem 12. November kann Zverev den Tennis-Thron besteigen. Dass Carlos Alcaraz den Deutschen noch abfängt, gilt als praktisch ausgeschlossen.

Zverev wäre bei den Männern erst der zweite Deutsche nach Boris Becker an der Spitze. Becker stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins der Weltrangliste.

Grand-Slam-Jahr als Grundlage

Der mögliche Führungswechsel würde Zverevs bislang bestes Karrierejahr krönen. Der Hamburger gewann im Frühjahr bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel und triumphierte im September auch bei den US Open.

Anfang Februar hatte Zverev nach den Australian Open noch mehr als 9.000 Punkte Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter Alcaraz und knapp 5.700 Punkte auf Sinner. Alcaraz fiel anschließend wegen einer Handgelenksverletzung monatelang aus; Sinner pausierte wegen seiner Knieprobleme.

Sinner stellt Gesundheit in den Vordergrund

Sinner erklärte, er habe die Entscheidung in Rücksprache mit den Ärzten getroffen, weil sein Knie weitere Behandlungen benötige. Er müsse auch an seine langfristige Karriere denken und werde alles für eine Rückkehr mit voller Leistungsfähigkeit tun.

Zverev war in dieser Saison durchgehend fit und konstant. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Novak Djokovic in Peking bleibt ihm neben dem Kampf um Platz eins noch ein weiteres großes Ziel: der erstmalige Gewinn des Davis Cups mit Deutschland. Die Finalrunde findet vom 24. bis 29. November in Bologna statt.

Ein Wechsel mit besonderer Ausgangslage

Sinners Saisonende verändert das Rennen um die ATP-Spitze grundlegend. Entscheidend ist nicht nur der aktuelle Abstand von 1.280 Punkten, sondern auch das Prinzip der Weltrangliste: Spieler müssen die Ergebnisse der entsprechenden Vorjahresturniere verteidigen. Sinner kann die bei seinen Erfolgen gesammelten Punkte nun nicht erneut gewinnen, während Zverev deutlich weniger Zähler zu verlieren hat.

Für Zverev kommt die Entwicklung nach einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr. Sein erster Grand-Slam-Triumph bei den French Open und der spätere US-Open-Sieg haben seine Position sportlich gefestigt. Zugleich profitierte er davon, dass mit Sinner und zuvor Carlos Alcaraz zwei direkte Rivalen verletzungsbedingt Turnierwochen verpassten.

Was für Zverev auf dem Spiel steht

Der Sprung an die Spitze wäre für Zverev mehr als eine statistische Verbesserung: Er wäre erst der zweite deutsche Weltranglistenerste im Herrentennis nach Boris Becker. Die Entscheidung dürfte sich über die Herbstturniere und spätestens bei den ATP-Finals in Turin zuspitzen. Dort zählen die Punkte besonders stark, weil das Teilnehmerfeld auf die erfolgreichsten Spieler des Jahres begrenzt ist.

Für Sinner steht dagegen die langfristige Gesundheit im Vordergrund. Seine Pause nimmt dem Saisonendspurt zwar sportliche Spannung, unterstreicht aber auch das Belastungsrisiko im internationalen Tennis. Für Zuschauer in Deutschland richtet sich der Blick deshalb auf Zverevs Konstanz – und auf die Frage, ob er seine historische Chance trotz des wachsenden Erwartungsdrucks nutzen kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Tennis: Novak Djokovic bremst Alexander Zverev bei der Jagd auf die Weltranglistenspitze aus“ (04.10.2026)

Der Bericht habe Zverevs Niederlage gegen Novak Djokovic in Peking als Rückschlag auf dem Weg zur Nummer eins eingeordnet. Zugleich hebe er hervor, Zverevs Chancen blieben wegen Sinners Kniepause gut; anders als die dpa-Meldung behandle er noch das unmittelbare Turniergeschehen und nicht bereits das angekündigte Saisonende.

Frankfurter Rundschau: „Tennis-Star Zverev scheitert nach kuriosem Werbung-Aufreger an Djokovic“ (04.10.2026)

Der Artikel bestätige Zverevs Niederlage und seine weiterhin erreichbare Chance auf Platz eins. Einen anderen Schwerpunkt setze er mit dem Streit über eine wechselnde Werbeanzeige während des Matches sowie mit dem Hinweis, Zverev könne der erste deutsche ATP-Spitzenreiter seit Boris Becker werden.

Beide Berichte hätten damit die Ausgangslage vor Sinners Saisonentscheidung beschrieben: Zverevs Weg an die Spitze sei trotz des Rückschlags in Peking offen gewesen. Die dpa-Meldung verschiebe den Schwerpunkt nun auf Sinners endgültigen Verzicht und die daraus deutlich gestiegenen Chancen des Hamburgers.

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