French Open, Frankreich

Fokus ohne MÀtzchen: Zverevs Titelmission lÀuft «nach Plan»

28.05.2026 - 11:59:11 | dpa.de

Ohne Satzverlust stĂŒrmt Alexander Zverev in die dritte Runde der French Open. Womit er zufrieden ist und welches Geheimnis er von den Tennis-Idolen Novak Djokovic und Rafael Nadal wissen will.

  • Jubelt ĂŒber den Drittrunden-Einzug bei den French Open: Alexander Zverev. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa
    Jubelt ĂŒber den Drittrunden-Einzug bei den French Open: Alexander Zverev. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa
  • Alexander Zverev und der Ball.  - Bild: Christophe Ena/AP/dpa
    Alexander Zverev und der Ball. - Bild: Christophe Ena/AP/dpa
  • Auf seinen Aufschlag war mal wieder Verlass: Alexander Zverev. - Bild: Christophe Ena/AP/dpa
    Auf seinen Aufschlag war mal wieder Verlass: Alexander Zverev. - Bild: Christophe Ena/AP/dpa
Jubelt ĂŒber den Drittrunden-Einzug bei den French Open: Alexander Zverev. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa Alexander Zverev und der Ball.  - Bild: Christophe Ena/AP/dpa Auf seinen Aufschlag war mal wieder Verlass: Alexander Zverev. - Bild: Christophe Ena/AP/dpa

Alexander Zverev mag auf dem Platz keine Sperenzien. Der deutsche Tennisstar nimmt nach verlorenen SĂ€tzen so gut wie nie eine taktische Toilettenpause, er greift auch nicht wie sein großer Titelrivale Jannik Sinner nach jedem Ballwechsel zum Handtuch. Und das BefĂŒhlen der BĂ€lle, mit dem die meisten Spieler den einen fĂŒr den Aufschlag auswĂ€hlen, ist fĂŒr ihn ein großes Mysterium. 

Die Tennis-Idole Novak Djokovic und Rafael Nadal könnten ihm vielleicht «ein paar Geheimnisse ĂŒber die TennisbĂ€lle erzĂ€hlen», sagte der Weltranglistendritte lĂ€chelnd: «Vielleicht bin ich zu blöd, um es zu erkennen. Aber fĂŒr mich sind sie alle gleich.» Er selbst verfolgt ein simples Aufschlags-Ritual. «Ich nehme einfach den ersten (Ball), den ich bekomme. Ich versuche, so hart es geht aufzuschlagen und gewinne den Punkt. Und das ist es.»

Und so war es auch in seinem Zweitrundenmatch bei den French Open. 19 Asse schlug der gebĂŒrtige Hamburger beim ungefĂ€hrdeten 6:4, 6:2, 6:2 gegen Tomas Machac. Seine Aufschlagquote war beim 550. Sieg auf der Tour wieder mal herausragend, er kassierte gegen den ab Mitte des Matches körperlich angeschlagenen Tschechen kein einziges Break. 

VerÀnderter Spielstil: «Bis jetzt funktioniert es»

Das eigene Service war schon immer die große StĂ€rke des fast zwei Meter großen Zverev. Doch angesichts der Dauer-Dominanz von Sinner und des aktuell verletzten Carlos Alcaraz sei ihm bewusst geworden, dass er etwas an seinem Spiel Ă€ndern mĂŒsse. Mutiger und variantenreicher will der Olympiasieger von 2021 agieren - und das zeigte er auch bei seinen zwei noch satzverlustfreien Auftritten in Paris in diesem Jahr.

 

«FĂŒr mich ist sein Returnverhalten entscheidend», sagte Tennis-Idol Boris Becker bei Eurosport, «und das ist jetzt deutlich besser als frĂŒher». Zverev steht vor allem beim zweiten Aufschlag seines Gegners teils deutlich dichter an der Grundlinie, um den Ball frĂŒher und damit hĂ€rter zu retournieren. Dabei geht es um Spielkontrolle - und die wird gegen Topgegner nötig sein. 

«Bis jetzt funktioniert es», sagte Zverev: «Wir werden sehen, wie die nÀchsten zehn Tage werden.» Die deutsche Nummer eins plant also schon mit dem Finale, doch in der dritten Runde wartet zunÀchst der Franzose Quentin Halys. Ein auf dem Papier absolut machbares Duell, bei dem Zverev sein leicht umgestelltes Spiel weiter verfeinern kann. 

Boris Becker: «Es lÀuft ganz nach Plan»

Becker ist ein großer Fan von «Zverev 2.0». «Die KreativitĂ€t, der Stopp, die Art und Weise - das gefĂ€llt mir unglaublich gut», schwĂ€rmte das Tennis-Idol: «Es ist fĂŒr mich aktuell der beste Sascha Zverev.» Der dreimalige Wimbledon-Gewinner war in der Vergangenheit oft als eine Art Chefkritiker aufgetreten, weil er - wie viele Fans und andere Experten auch - bei Zverev eine Weiterentwicklung vermisst hatte. Jetzt sagt Becker: «Ich wĂŒsste jetzt nicht, was ich auszusetzen hĂ€tte. Es lĂ€uft ganz nach Plan.»

Der Plan ist klar: Zverev will bei den French Open die Chance auf seinen ersten Grand-Slam-Turniersieg, die sich durch Alcaraz' Fehlen deutlich erhöht hat, nutzen. DafĂŒr braucht er nicht nur seinen Aufschlag, sondern auch Mut, Spielwitz und Selbstvertrauen. Und das nicht nur gegen Gegner, die deutlich schlechter eingestuft sind als er.

Gegen Kontrahenten außerhalb der Top Ten der Weltrangliste hat Zverev bei den French Open seit 2018 eine sagenhafte Bilanz von 36:1. Die einzige Niederlage kassierte er vor sechs Jahren gegen den damals noch als Außenseiter gestarteten Italiener Sinner.

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