Italien, Deutschland

Paralympics: Erste Goldmedaille für Russland

09.03.2026 - 10:03:20 | dpa.de

Die Russin Warwara Worontschichina gewinnt in Cortina d'Ampezzo Paralympics-Gold. Was das für die Siegerehrung bedeutet und was die deutsche Konkurrentin sagt.

  • Die russische Fahne weht bei den Paralympics. - Foto: Martin Schutt/dpa
  • Nach Bronze nun Gold für Russland: Warwara Worontschichina. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Die russische Fahne weht bei den Paralympics. - Foto: Martin Schutt/dpa Nach Bronze nun Gold für Russland: Warwara Worontschichina. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Warwara Worontschichina hat als erste Sportlerin aus Russland bei den Winter-Paralympics in Italien eine Goldmedaille gewonnen. Zwei Tage nach Rang drei in der Abfahrt siegte die 23-Jährige in Cortina d'Ampezzo im Super-G in der stehenden Klasse. Damit wird bei der Siegerehrung erstmals seit den Paralympics 2014 in Sotschi bei einem sportlichen Großereignis nicht nur die russische Fahne gehisst, sondern auch die Hymne gespielt. 

«Das ist jetzt vielleicht ein Ergebnis, was wir uns alle so nicht gewünscht haben mit der Situation momentan. Aber man muss in sportlicher Hinsicht ganz klar sagen, die Warwara hat heute die beste Fahrt hingelegt, daher verdient Platz eins», sagte Andrea Rothfuss, die in dem Rennen hervorragende Vierte wurde.

Wegen staatlich organisierten Dopings und vor allem wegen des seit vier Jahren andauernden Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine durften einzelne Sportler aus dem Land des Aggressors zuletzt allenfalls als neutrale Athleten ohne Flaggen, Symbole und Hymne im internationalen Sport antreten. Gleiches galt für Belarus als Unterstützer der Invasion.

Rothfuss als Vierte beste Deutsche

Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) unter Führung des Brasilianers Andrew Parsons hatte den Bann bereits im vergangenen September aufgehoben. Die vier Weltverbände für Ski und Snowboard, Biathlon, Curling sowie Para-Eishockey, die Wettbewerbe bei Paralympics austragen, sperrten sich zunächst dagegen. Doch der Internationale Sportgerichtshof (Cas) urteilte nach einem Einspruch Russlands, dass der pauschale Ausschluss nicht rechtens ist. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Zulassung von russischen Athletinnen und Athleten mit allen Symbolen kritisiert.

Hinter Aurelie Richard aus Frankreich und der Schwedin Ebba Aarsjoe wurde Andrea Rothfuss als Vierte beste Deutsche und war glücklich mit dem Resultat. «Als ich die Vier im Ziel aufleuchten gesehen habe, habe ich es gar nicht so richtig glauben können. Ich habe mir gedacht: Wahnsinn, Wahnsinn! Der vierte Platz - mega», sagte die 36-Jährige. 

Nach einer mehrjährigen Pause wegen mentaler Probleme war die Riesenslalom-Spezialistin erst im Dezember in den Weltcup zurückgekehrt und fährt erst seit zwei Wochen wieder mit den langen Ski für die Speeddisziplinen. Ihre Teamkollegin Anna-Maria Rieder belegte den elften Platz.

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