DOSB, Thomas Weikert

DOSB-PrÀsident Thomas Weikert verzichtet auf erneute Kandidatur

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 10:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

DOSB-PrĂ€sident Thomas Weikert wird bei der Wahl in Frankfurt am Main nicht erneut antreten. Der 64-JĂ€hrige begrĂŒndet seinen RĂŒckzug mit der hohen Belastung des Amtes; die Suche nach einem Nachfolger beginnt nun unter Zeitdruck.

DOSB-PrÀsident Thomas Weikert tritt nicht erneut zur Wahl an. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
DOSB-PrÀsident Thomas Weikert tritt nicht erneut zur Wahl an. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa

Thomas Weikert wird bei der Wahl zum PrĂ€sidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds nicht fĂŒr eine weitere Amtszeit kandidieren.

Entscheidung vor der Mitgliederversammlung

Der 64-JĂ€hrige teilte seine Entscheidung gut zwei Monate vor dem Votum auf der Mitgliederversammlung des DOSB in Frankfurt am Main mit. In einem Brief auf der Internetseite des Dachverbands erklĂ€rte Weikert, er spĂŒre, nicht mehr die Kraft fĂŒr weitere vier Jahre mit voller Energie aufbringen zu können.

Als GrĂŒnde nannte der DOSB-PrĂ€sident vor allem den hohen Arbeitsaufwand und die Belastung fĂŒr seine Familie. Den zuletzt wachsenden Widerstand in LandessportbĂŒnden und SpitzenverbĂ€nden habe er nach eigenen Angaben bei seiner Entscheidung nicht berĂŒcksichtigt.

Seit Dezember 2021 im Amt

Weikert steht seit Dezember 2021 an der Spitze des organisierten Sports in Deutschland. Der frĂŒhere Tischtennis-WeltprĂ€sident folgte auf Alfons Hörmann und setzte sich bei vorgezogenen Neuwahlen gegen die frĂŒhere Fechterin Claudia Bokel durch.

Ein Jahr spĂ€ter wurde Weikert fĂŒr eine vierjĂ€hrige Amtszeit bestĂ€tigt. Dem DOSB gehören Organisationen mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften an.

Wer folgt auf Weikert?

Bislang ist kein Bewerber fĂŒr die Nachfolge bekannt. Eine Findungskommission soll mögliche Kandidaten prĂŒfen; die Mitgliedsorganisationen können VorschlĂ€ge einreichen. Die Antragsfrist endet am 30. Oktober.

Als möglicher Nachfolger wird DOSB-PrĂ€sidiumsmitglied und IOC-Mitglied Michael Mronz gehandelt. Der 59-JĂ€hrige ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Aachener Reitturnier GmbH und war an der Initiative Rhein-Ruhr beteiligt, die eine Bewerbung fĂŒr die Olympischen Spiele 2032 angestrebt hatte.

Auch Martin Engelhardt gilt als mögliche Alternative. Der PrĂ€sident der Deutschen Triathlon-Union hatte bereits 2018 fĂŒr das DOSB-PrĂ€sidentenamt kandidiert, damals aber Alfons Hörmann deutlich unterlegen.

FĂŒhrungswechsel kommt in entscheidender Phase

Der RĂŒckzug Weikerts fĂ€llt in eine Phase, in der der DOSB neben seiner internen Interessenvertretung auch große sportpolitische Vorhaben koordinieren muss. Dazu gehört die deutsche Bewerbung um Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Nach dem deutschen Vorentscheid fĂŒr MĂŒnchen stehen GesprĂ€che mit dem Internationalen Olympischen Komitee und die weitere Abstimmung mit Bund, LĂ€ndern und Stadt an.

FĂŒr den Dachverband ist deshalb nicht nur die persönliche Nachfolge entscheidend, sondern auch die Frage, wie geschlossen seine Mitgliedsorganisationen auftreten. Der DOSB bĂŒndelt LandessportbĂŒnde und SpitzenverbĂ€nde mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften. Ein PrĂ€sident muss unterschiedliche Interessen zusammenfĂŒhren: vom Breiten- und Vereinssport ĂŒber den Leistungssport bis zu internationalen Sportbeziehungen.

Nachfolge mit politischem Gewicht

Die Findungskommission erhĂ€lt durch Weikerts Verzicht eine zentrale Rolle. Bis zum 30. Oktober können die Mitgliedsorganisationen VorschlĂ€ge einreichen; die Wahl soll anschließend auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main stattfinden. Mit Michael Mronz und Martin Engelhardt werden zwei FunktionĂ€re mit Erfahrung in internationalen Sportveranstaltungen beziehungsweise in einem Spitzenverband als mögliche Kandidaten genannt.

Die Entscheidung dĂŒrfte auch deshalb aufmerksam verfolgt werden, weil der DOSB bei der Olympia-Bewerbung als zentraler Ansprechpartner des deutschen Sports auftritt. FĂŒr die Mitglieder und Vereine bedeutet der Wechsel vor allem, dass zentrale Vorhaben neu priorisiert und die Zusammenarbeit zwischen den VerbĂ€nden organisatorisch gefestigt werden muss.

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