FÀuste und TrÀnen: Littler mit 17 Jahren Darts-Weltmeister
03.01.2025 - 23:10:10Luke Littler zeigte beide FĂ€uste, dann kamen dem umjubelten Darts-Teenager direkt die TrĂ€nen. Der 17 Jahre alte EnglĂ€nder ist mit einer Machtdemonstration zum ersten WM-Titel gestĂŒrmt und hat sich im Ally Pally noch vor dem Eintreten der VolljĂ€hrigkeit als jĂŒngster TiteltrĂ€ger der WM-Historie gekrönt. In einem unerwartet einseitigen WM-Finale dominierte der EnglĂ€nder das Finale in London gegen Ex-Champion Michael van Gerwen und besiegte den NiederlĂ€nder klar mit 7:3.Â
«Immer davon getrÀumt»
Um kurz vor 22 Uhr Ortszeit reckte Littler die 23 Kilogramm schwere Sid-Waddell-Trophy leidenschaftlich in die Höhe - von der Hallendecke schoss Konfetti. Sein Aufstieg zum Weltmeister ist ein modernes Sport-MĂ€rchen. «Ich kann es nicht glauben, ganz ehrlich. Ich habe immer davon getrĂ€umt, einmal diesen Pokal zu gewinnen», sagte der völlig ĂŒberwĂ€ltigte TiteltrĂ€ger.Â
Die Fans trĂ€llerten schon wĂ€hrend des Sieger-Interviews die Einlaufmusik von Littler. Der einmal mehr geschlagene van Gerwen gestand ehrlich ein: «GroĂes Kompliment an Luke. Alle 17 Jahre wird ein neuer Star geboren. Luke Littler ist einer davon.»
0:4 nach gut 30 Minuten
Littler zeigte in seinem zweiten WM-Finale keinerlei NervositĂ€t und feierte knapp drei Wochen vor seinem 18. Geburtstag den gröĂten und bedeutendsten Erfolg seiner jungen Karriere. Vor allem auf die Doppel-10 agierte der gefeierte Youngster wie eine Maschine. Van Gerwen erwischte einen schwachen Start und lag nach einer halben Stunde schon mit 0:4 zurĂŒck. Ein sensationelles Comeback blieb aus. Danach wurde es zwar hochklassig, aber nicht mehr wirklich spannend.
Der neue Weltmeister und Nachfolger von Luke Humphries bekommt ein Preisgeld von umgerechnet rund 600.000 Euro und die begehrte TrophĂ€e. Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Littler mit 16 Jahren sein erstes WM-Finale gespielt und dieses trotz einer 4:2-FĂŒhrung noch mit 4:7 gegen Primus Humphries verloren. Hinter Humphries ist Littler nach dieser WM die Nummer zwei der Weltrangliste.
«Prince of the Palace» wird zum König
Littler löste Gegner van Gerwen als jĂŒngsten Weltmeister der Geschichte ab und krönte eine famose Saison, in der er zu einem der groĂen und prominenten Sport-Stars in GroĂbritannien aufstieg. Den Spitznamen vom «Prince of the Palace» hat Littler schnell abgelegt.Â
Im berĂŒhmt-berĂŒchtigten Ally Pally ist der junge EnglĂ€nder nun schon nach seiner zweiten Teilnahme der König der Pfeilewerfer. Sehr zur Freude der 3500 Fans, die van Gerwen schon beim Einlauf ausbuhten - und den groĂartigen Auftritt ihres Lieblings Littler ĂŒber die komplette Spieldauer lautstark feierten und besangen.
Van Gerwens Patzer werden brutal bestraft
«Es wird verdammt gut», hatte Littler nach einem deutlichen 6:1 gegen Stephen Bunting im Halbfinale prophezeit. TatsÀchlich war der Lokalmatador der einzige Profi, dessen Leistung am Final-Abend verdammt gut war. Littler spielte abgezockt und erlaubte sich nur ganz wenige Fehler. Van Gerwens Patzer auf die Doppel hingegen wurden wieder und wieder brutal bestraft. Ab der Mitte des Spiels wurde van Gerwen zwar besser, aber echte Erfolgserlebnisse blieben selten.
Vor dem Spiel hatte der 35 Jahre alte NiederlĂ€nder noch geprahlt, er habe «Eier aus Stahl». Davon war auf der gröĂten BĂŒhne der Welt wenig zu sehen. FĂŒr van Gerwen war es bereits die vierte Niederlage in einem WM-Finale.Â
Die Titel in den Jahren 2014, 2017 und 2019 sind inzwischen lange her. Seither holten in Gerwyn Price (Wales), Peter Wright (Schottland), Michael Smith (England), Humphries und Littler fĂŒnf andere Spieler die begehrte TrophĂ€e. Und am Freitag deutete nicht viel darauf hin, dass van Gerwen den Darts-Thron im Ally Pally besonders schnell zurĂŒckerobern kann.





