Sportvereine und VerbĂ€nde mĂŒssen in die Mittelbeschaffung investieren
23.05.2024 - 08:30:39 | presseportal.deDie finanzielle Lage des deutschen Sports ist herausfordernd. Sowohl im Spitzensport als auch im Nachwuchs- und Breitensport sind systematische Investitionen in die Mittelbeschaffung notwendig. Wichtige Finanzquellen wie öffentliche Mittel und MĂ€zene sind schwer kalkulierbar. Sponsoring bietet das gröĂte Potenzial, wĂ€hrend MitgliedsbeitrĂ€ge, Fundraising und wirtschaftliche Eigenbetriebe ebenfalls zur Finanzierung beitragen, aber nur selten signifikant gesteigert werden können.
Um diese Herausforderungen anzugehen, organisierte das ESB Marketing Netzwerk den Think Tank "Sponsoring & Finanzierung" in Frankfurt. Hans-Willy Brockes, Veranstalter und Vertreter des ESB Marketing Netzwerks, brachte die Intention auf den Punkt: "Unser Ziel ist es, dass wir die privatwirtschaftlichen Sport-Strukturen mit den mitgliederstarken Sportorganisationen und auch Nischensportarten an einen Tisch bringen." Diesem Aufruf folgten unter anderem die Deutsche Triathlon-Union, der Bund Deutscher Radfahrer und der Deutsche Turnerbund. Auch Ex-Bundesliga-Manager Jochen Rotthaus und Sport-Finanzierungsexperte Guido Kambli waren dabei.
Erkenntnisse und Empfehlungen des Think Tanks
Die Finanzierung von deutschen Sportvereinen und -verbĂ€nden setzt sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Diese hĂ€ngen stark von der GröĂe des Vereins, der Sportart, der Liga und der Region ab. Dennoch lassen sich Tendenzen erkennen:
MitgliederbeitrĂ€ge bilden oft die Grundlage der Finanzierung und machen etwa 30-50% der Gesamteinnahmen aus. Staatliche ZuschĂŒsse und Fördermittel tragen rund 20-40% bei. Einnahmen aus Sponsoring durch Unternehmen können zwischen 20% und 40% ausmachen, besonders bei höherklassigen Sportvereinen oder Sportarten mit hoher MedienprĂ€senz. Veranstaltungseinnahmen aus TicketverkĂ€ufen und dem Verkauf von Speisen und GetrĂ€nken bei Events machen etwa 10-20% der Einnahmen aus. Der Verkauf von Fanartikeln trĂ€gt insbesondere bei Vereinen mit einer starken Fanbasis etwa 5-10% bei. Und zu den sonstigen Einnahmen zĂ€hlen Mieteinnahmen, Zinseinnahmen, Spenden und Ă€hnliche Posten, die bis zu 10% ausmachen können.
Daraus ergibt sich folgendes Bild:
Sponsoring bleibt die vielversprechendste Finanzierungsquelle fĂŒr Sportorganisationen. Unternehmen legen vermehrt Wert auf direkte Kundenansprache, Nachhaltigkeit und Purpose-Strategien, was auch kleineren Sportorganisationen Chancen bietet, professionelle Angebote zu entwickeln und neue Sponsoren zu gewinnen.
Investoren erwarten klare Strukturen und belastbare ROI-Berechnungen. Hans-Willy Brockes betonte, dass der europĂ€ische Spitzensport lernen mĂŒsse, professionelle Vermarktung zu akzeptieren und zu integrieren. Trotz ihrer zentralen Rolle in der Sportfinanzierung erfahren MĂ€zene selten die nötige Anerkennung. Brockes sieht hier eine kulturelle Frage und plĂ€diert fĂŒr eine Kultur der WertschĂ€tzung, um neue finanzielle UnterstĂŒtzung zu fördern.
Die öffentliche Förderung bleibt essenziell. Investitionen in strukturierte Lobbyarbeit könnten die wirtschaftliche Bedeutung des Sports stÀrken und zusÀtzliche Mittel sichern. Hier sieht man eine Parallele zur erfolgreichen Lobbyarbeit der Automobilindustrie. Der Ausbau der Aus- und Weiterbildung im Bereich der Sportfinanzierung ist entscheidend. Brockes hebt hervor, dass moderne Methoden wie Crowdfunding und digitale Einnahmequellen neue Möglichkeiten bieten und systematisch geschult werden sollten.
Der Think Tank "Sponsoring & Finanzierung" war ein guter Startpunkt, um die Mittelbeschaffung im deutschen Sport zu verbessern. Die Ergebnisse dieser Zusammenkunft werden in das Programm des Kongresses SPORT MARKE MEDIEN einflieĂen, der anlĂ€sslich der ISPO Munich am 2. und 3. Dezember 2024 stattfinden wird.
Weitere Informationen unter: https://www.sportmarkemedien.com/
Pressekontakt:
ESB Marketing Netzwerk
z.H. Herr Hendrik Ungelenk
presse@esb-online.com
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