Helen Kevric, Turn-WM 2026

Helen Kevric gewinnt WM-Silber in Rotterdam am Stufenbarren

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 17:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die 18-Jährige gewinnt in Rotterdam ihre erste WM-Medaille und setzt ihre Serie von Gerätefinals fort. Für den DTB bleibt es bei der einzigen Medaille dieses Championats.

Kevrics internationale Finalbilanz

  • Helen Kevric erzielte bei ihrer ersten Weltmeisterschaft 14,833 Punkte am Stufenbarren.
  • Kaylia Nemour gewann das Finale in Rotterdam mit 15,333 Punkten vor Kevric.
  • Skye Blakely belegte mit 14,600 Punkten den dritten Platz.
  • Am Stufenbarren in einer eigenen Liga: Kaylia Nemour. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
  • Brasiliens Turn-Star Rebeca Andrade freut sich über Sprung-Gold. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
  • Gold am Boden: Frederick Richards. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
  • Jubel über WM-Silber: Helen Kevric. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
Am Stufenbarren in einer eigenen Liga: Kaylia Nemour. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa Brasiliens Turn-Star Rebeca Andrade freut sich über Sprung-Gold. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa Gold am Boden: Frederick Richards. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa Jubel über WM-Silber: Helen Kevric. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa

Kevric holt Silber am Stufenbarren

Helen Kevric hat bei den Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam Silber am Stufenbarren gewonnen. Die 18 Jahre alte Stuttgarterin erhielt für ihre Übung 14,833 Punkte und gewann damit bei ihrer WM-Premiere die erste und einzige Medaille für den Deutschen Turner-Bund.

Nemour verteidigt ihren Titel

Kaylia Nemour aus Algerien dominierte das Finale mit 15,333 Punkten. Die 19 Jahre alte Titelverteidigerin zeigte eine Übung mit höchster Schwierigkeit und setzte sich deutlich vor Kevric durch.

Mehrkampf-Weltmeisterin Skye Blakely aus den USA wurde mit 14,600 Punkten Dritte. Nemour hatte am Vortag im Mehrkampf nur Rang vier belegt, zeigte am Stufenbarren jedoch erneut ihre Klasse.

Kevric setzt ihre Serie fort

Kevric erreichte seit ihrem Debüt bei den Frauen bei jedem Großereignis das Finale an ihrem Paradegerät. Nach Rang vier bei der EM 2024 in Rimini und Platz sechs bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gewann sie 2026 den EM-Titel in Zagreb und nun WM-Silber in der Ahoy Arena.

Bei den Heim-Europameisterschaften 2025 in Leipzig hatte Kevric mit der Mannschaft Silber gewonnen. Danach verletzte sie sich schwer am linken Knie und verpasste die Weltmeisterschaften in Jakarta.

Erfolgreiches Comeback nach Verletzung

Ihr Comeback auf der großen Turnbühne feierte Kevric im Juli bei den deutschen Meisterschaften in Hannover. Dort gewann sie die Titel am Stufenbarren und am Schwebebalken.

Am ersten Finaltag siegte Frederick Richards aus den USA am Boden mit 14,633 Punkten. Rebeca Andrade aus Brasilien gewann den Sprung mit 14,466 Punkten im Durchschnitt, Hamlet Manuchjan aus Armenien das Pauschenpferd mit 15,300 Punkten. An den Ringen setzte sich Lan Xingyu aus China mit 14,766 Punkten durch.

Helen Kevrics Silbermedaille ordnet sich in eine Entwicklung ein, die sich bereits vor dem Wettkampf abgezeichnet hatte: Die Stuttgarterin gehört am Stufenbarren seit ihrem Debüt bei den Frauen regelmäßig zu den Finalistinnen. Auf die EM 2024 in Rimini und die Olympischen Spiele in Paris folgte der Europameistertitel 2026 in Zagreb.

Besondere Bedeutung erhält der Erfolg durch Kevrics Verletzung im Anschluss an die Heim-Europameisterschaften 2025 in Leipzig. Die schwere Verletzung am linken Knie kostete sie die Weltmeisterschaften in Jakarta. Ihr Weg zurück über die deutschen Meisterschaften in Hannover zeigt, dass die Medaille nicht nur ein sportliches Ergebnis, sondern auch der Abschluss einer anspruchsvollen Rehabilitationsphase ist.

Abstand zur Weltspitze

Im Finale von Rotterdam blieb Kaylia Nemour mit 15,333 Punkten deutlich vor Kevric. Die Algerierin verbindet hohe Schwierigkeit mit großer Sicherheit und hat sich damit erneut als Maßstab am Stufenbarren bestätigt. Für Kevric bleibt der zweite Platz dennoch ein wichtiger Schritt: Mit 14,833 Punkten verbesserte sie ihre internationale Bilanz und gewann die einzige deutsche Medaille des Wettbewerbs.

Für den Deutschen Turner-Bund verweist das Ergebnis zugleich auf die Abhängigkeit von einzelnen Spitzenleistungen. Kevric sorgt bei ihrer WM-Premiere für das deutsche Ausrufezeichen, während die weiteren Finaltage zeigen müssen, ob der DTB an diese Leistung anknüpfen kann. Für die Turnerin selbst bildet Rotterdam eine starke Ausgangslage für die kommenden internationalen Höhepunkte.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Turn-WM in Rotterdam: Helen Kevric gewinnt WM-Silber - Nemour in eigener Liga“ (24.10.2026)

Der Artikel bestätigt Kevrics Silbermedaille mit 14,833 Punkten und hebt Nemours klaren Vorsprung mit 15,333 Punkten hervor. Zusätzlich richtet er den Blick auf Kevrics Serie von Gerätefinals und ihre Rückkehr nach der Knieverletzung.

Der Beitrag setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung, indem er die längerfristige Entwicklung der deutschen Turnerin stärker herausarbeitet. Im Zentrum bleibt die Frage, wie Kevric ihre Finalserie bei den nächsten Großereignissen fortsetzen kann.

Der zuvor veröffentlichte Bericht von n-tv: „Turn-Favoritin verpasst Medaillen-Coup für Afrika“ (23.10.2026) hatte Nemours vierten Platz im Mehrkampf und ihre Ausgangslage für das Stufenbarren-Finale beschrieben. Er stellte dabei den Abstand zwischen der Qualifikationsbesten Nemour und Kevric heraus.

Einigkeit besteht damit beim sportlichen Kräfteverhältnis am Stufenbarren und bei Kevrics Zugehörigkeit zur Weltspitze. Unterschiede ergeben sich vor allem beim zeitlichen Fokus: Der Stern-Beitrag berichtet über das Finale, n-tv über die Vorgeschichte im Mehrkampf.

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