100 Weltcup-Siege: NĂ€chster Meilenstein fĂŒr Skistar Shiffrin
23.02.2025 - 14:33:26Mikaela Shiffrin lieà sich in den Schnee fallen und blickte unglÀubig auf die Anzeigetafel. Die US-amerikanische Ausnahmeathletin hat den Slalom von Sestriere gewonnen und damit ihren insgesamt 100. Weltcup-Sieg gefeiert. Es ist ein weiterer Meilenstein in der einzigartigen Karriere der 29 Jahre alten Skirennfahrerin. Sie sei so dankbar, sagte Shiffrin, nachdem sie sich wieder aufgerappelt hatte. Die mit Abstand erfolgreichste Athletin der Weltcup-Historie war auch wegen der schwierigen Tage zuvor sichtlich ergriffen.
Rekord fĂŒr meiste PodestplĂ€tze eingestellt
«Ganz groĂ» sei diese Leistung, sagte Lena DĂŒrr. Die seit Jahren beste deutsche Slalomfahrerin war als Siebte einen Platz hinter ihrer Teamkollegin Emma Aicher gelandet. Im Trubel um den historischen Triumph von Shiffrin ging die starke deutsche Vorstellung aber unter. Lange Zeit galt die Marke von 100 Siegen als unerreichbar. Shiffrin hat sie nun geknackt - gut zwölf Jahre nach ihrem ersten Erfolg im schwedischen Are und nach diversen Aufs und Abs.
Olympia-Gold 2014 in Sotschi, vier WM-Titel und jetzt 63 Weltcup-Siege - im Slalom fĂ€hrt Shiffrin mitunter in einer eigenen Welt. DisziplinĂŒbergreifend stand sie in Sestriere zum 155. Mal auf einem Weltcup-Podest und stellte so den Rekord des schwedischen Ex-Skistars Ingemar Stenmark ein. Vor allem zeigte sie aber eine starke Reaktion auf die EnttĂ€uschungen in den Riesenslaloms.
Sturz im Riesenslalom hinterlÀsst Spuren
Am Freitag war sie in Italien nur 25. geworden, am Samstag gar nicht erst in den zweiten Durchgang gekommen. Echte TiefschlĂ€ge fĂŒr Shiffrin, die psychisch nach wie vor unter den Folgen ihres heftigen Sturzes beim Heimrennen in Killington Ende November leidet. Im dortigen Riesenslalom hatte sie eine tiefe Stichwunde im Bauchbereich erlitten, die operiert werden musste. Es kam zu Komplikationen, zwei Monate spĂ€ter kehrte Shiffrin in den Weltcup zurĂŒck.
Die Leichtigkeit von einst hat sie seitdem noch nicht wiedergefunden. Sie mĂŒsse sich mental schon sehr ĂŒberwinden, um die gewĂŒnschte Leistung auf die Piste zu bringen, erklĂ€rte Shiffrin. Bei der WM in Saalbach-Hinterglemm hatte sie unlĂ€ngst auf einen Start im Riesenslalom verzichtet. Im Slalom der Team-Kombination ĂŒberzeugte sie aber - und holte mit Breezy Johnson den Titel.
Neben Erfolgen auch immer wieder RĂŒckschlĂ€ge
Nun also das nĂ€chste MeisterstĂŒck der Alpin-Dominatorin. Trotz steigender Temperaturen und nachlassender Piste siegte sie in Sestriere mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung vor Zrinka Ljutic. Die junge Kroatin ist ein weiterer aufgehender Slalom-Stern und Shiffrin in der Disziplinwertung weit enteilt. Um Kristallkugeln geht es der US-Amerikanerin diesen Winter aber auch nicht mehr.
SpaĂ haben und das SelbstverstĂ€ndnis auf den Skiern zurĂŒckerlangen - das sind Shiffrins Ziele fĂŒr die verbleibenden Wochen der Saison.Â
Der Unfalltod ihres Vaters Jeff vor fĂŒnf Jahren, die fĂŒr sie medaillenlosen und trĂ€nenreichen Olympischen Spiele in Peking 2022 - Shiffrin hatte auf ihrem Weg nach oben viele dunkle Momente zu ĂŒberstehen. Auch ihr Sturz in Killington diesen Winter war so einer. Doch der US-Star kommt immer zurĂŒck - und wie.





