Patrick Lange gibt bei letzter Ironman-WM auf Hawaii auf
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 22:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Patrick Lange hat bei seinem letzten Start bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wegen Schmerzen auf der Radstrecke aufgeben müssen.
Starker Auftakt im Pazifik
Der dreimalige Weltmeister kam nach den 3,86 Kilometern Schwimmen im welligen Pazifik noch aussichtsreich aus dem Wasser. Auf der 180,2 Kilometer langen Radstrecke verlor der 40-Jährige danach jedoch schnell Zeit auf die Spitze.
Lange stand nach nicht einmal der Hälfte des zweiten Teilstücks am Straßenrand und sagte zu seinem Coach Benjamin Reszel: „Es geht nicht.“ Dabei fasste er sich wiederholt an den hinteren linken Oberschenkel und den unteren Rücken.
Probleme bereits in Texas
Reszel erklärte im Livestream, es habe eine Krampfneigung über die gesamte hintere Kette gegeben. Ein ähnliches Problem war in diesem Jahr bereits beim Ironman in Texas aufgetreten, den Lange ebenfalls vorzeitig beendet hatte.
Der Athlet versuchte zunächst, weiterzufahren. Beim Wendepunkt in Hawi bog er zwischen den grünen Pylonen ab und beendete das Rennen endgültig.
Letzter Auftritt auf Hawaii
Lange hielt sich die Hände vors Gesicht, griff sich an den Rücken und verließ die Strecke mit gesenktem Kopf. Die ehemalige Hawaii-Gewinnerin Anne Haug, die als ZDF-Expertin dabei war, bezeichnete den Ausstieg als „richtig bitter“.
Lange hatte die Ironman-WM auf Hawaii 2017, 2018 und 2024 gewonnen. 2019 musste er dort ebenfalls aufgeben. Sein letztes Rennen will der gebürtige Hesse im kommenden Sommer bei der Challenge Roth bestreiten.
Hawaii bleibt die zentrale Bühne
Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Big Island gilt als Ursprungsort und wichtigste Bühne des Langstrecken-Triathlons. Der Wettbewerb verbindet 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, welliger Pazifik und starke Winde machen die Strecke zu einer besonderen Belastungsprobe.
Patrick Lange war auf Hawaii dreimal erfolgreich: 2017, 2018 und 2024. Sein Aus beendet damit nicht nur den letzten WM-Auftritt des 40-Jährigen auf der Insel, sondern markiert auch einen Einschnitt in einer Karriere, die eng mit Kona verbunden ist. Für den deutschen Triathlon bleibt die Strecke dennoch bedeutend: Mehrere Athleten treten dort regelmäßig gegen die internationale Spitze an.
Ein Rennen mit hoher körperlicher Belastung
Langes Aufgabe zeigt die geringe Fehlertoleranz des Wettbewerbs. Beschwerden an der hinteren Muskelkette können auf der Radstrecke besonders folgenreich sein, weil danach noch der Marathon bevorsteht. Ein Weiterfahren hätte das Risiko einer Verschärfung der Probleme erhöhen können; die Entscheidung zum Aus beendet zugleich jede Aussicht auf eine Platzierung.
Für Zuschauer ist der Vorgang deshalb über Langes persönliche Enttäuschung hinaus relevant. Der Fall verdeutlicht, dass Erfahrung und frühere Erfolge die körperlichen Grenzen eines Athleten nicht außer Kraft setzen. Lange plant nach der dpa-Meldung im kommenden Sommer bei der Challenge Roth sein letztes Rennen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Ein teurer Traum : Schwerter Profi startet bei Ironman in Hawaii“ (10.10.2026)
Der Bericht stelle die Ironman-WM als Lebenstraum vieler Athleten dar und hebe die extremen Bedingungen auf Hawaii hervor. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf den Amateur- beziehungsweise Altersklassenathleten Vincent Bartscher und die hohen Kosten einer Teilnahme; Langes Aufgabe behandle der Beitrag nicht.
n-tv: „„Unfassbares Privileg“: Dreifach-Weltmeister Lange sehnt sich ein letztes Mal nach brutaler Quälerei“ (10.10.2026)
Der Artikel habe Langes letzten Hawaii-Start vor dem Rennen als emotionalen Abschied eingeordnet und auf seine drei früheren Siege verwiesen. Er bestätige damit die Bedeutung der Insel für den Athleten, setze den Schwerpunkt aber auf Erwartungen, Konkurrenz und Karriereplanung; die konkrete Aufgabe auf der Radstrecke sei zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht Bestandteil des Berichts.
Beide Beiträge hätten die besondere Bedeutung und Härte des Hawaii-Rennens hervorgehoben, während der dpa-Bericht den verletzungsbedingten Ausstieg und dessen unmittelbare Dramatik in den Mittelpunkt stelle.

