MÀrtens «ganz entspannt»: Deutsches Duo hat Medaillenchancen
29.07.2025 - 09:06:38Im Wissen um die schon gewonnene Goldmedaille gab sich Lukas MĂ€rtens betont gelassen. «Mein Soll ist hier erfĂŒllt, deswegen bin ich ganz entspannt», sagte der Weltmeister ĂŒber 400 Meter Freistil in den Katakomben der WM-Schwimmhalle von Singapur.
Der 23-JĂ€hrige ist auch ĂŒber die doppelte Distanz Podestkandidat. MĂ€rtens merkte jedoch rund 40 Stunden nach seinem Triumph, dass es trotz Titel-Boost nicht von selbst lĂ€uft. Das 800-Meter-Finale erreichte er nur als Siebter der VorlĂ€ufe. Sein Gold-Rennen vom Sonntag steckte ihm noch in den Knochen.
MÀrtens: «Was habe ich zu verlieren?»
«Ich habe mich nicht besonders gut gefĂŒhlt. Deswegen habe ich auch nicht mit einer super schnellen Zeit gerechnet», sagte MĂ€rtens, der nach 7:45,54 Minuten anschlug. «Ich wollte jetzt auch nicht All in gehen.» Er erklĂ€rte: «Ich bin die 800 erst einmal geschwommen diese Saison. Was habe ich zu verlieren?»
TatsĂ€chlich hat MĂ€rtens sein gröĂtes WM-Ziel schon am ersten Tag erreicht. Ăber 400 Meter ist er nun Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister. Gewinnt er in Singapur noch einen weiteren Titel, wĂ€re er der erste Deutsche seit Paul Biedermann 2009, der bei einer WM zwei Goldmedaillen im Becken holt. Möglich ist das - nicht optimaler Vorlauf hin oder her.
Schwarz: «Keiner wollte die Karten so richtig auf den Tisch legen»
«Es war so ein bisschen anschnuppern. Mal gucken, was die anderen so machen», analysierte der zweite deutsche HoffnungstrĂ€ger Sven Schwarz die Rennen. «Keiner wollte die Karten so richtig auf den Tisch legen.» Mit Blick auf Ahmed Jaouadi, der als Schnellster ins Finale am Mittwoch (13.02 Uhr MESZ) einzog, ergĂ€nzte er: «AuĂer der Tunesier im Vorlauf vor uns.»
FĂŒnf, sechs Schwimmer kommen laut Schwarz fĂŒr die Medaillen infrage. Dazu gehören er selbst als Weltjahresbester und Vorlauf-Dritter sowie MĂ€rtens, der in diesem Jahr die bisher zweitschnellste Zeit schwamm.
Schwarz geht seinen eigenen Weg
MĂ€rtens' Titel gleich am ersten Tag der Beckenwettbewerbe habe dem Team «extrem viel RĂŒckenwind» gegeben, sagte Schwarz. Der 23-JĂ€hrige ist der nĂ€chste stark aufstrebende deutsche Langstreckenschwimmer und hat wie MĂ€rtens, Florian Wellbrock und Oliver Klemet das Zeug zum Weltmeister.
«Es pusht einen und motiviert einen, dass die Konkurrenz im eigenen Land so stark ist auf den Strecken. Das wĂŒnscht man sich auf mehr Strecken», sagte MĂ€rtens jĂŒngst. «Das treibt uns zu noch besseren Leistungen.»
Im Gegensatz zum derzeit besten deutschen Beckenschwimmer, Wellbrock und Klemet gehört Schwarz nicht zur Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn. «Wir sind natĂŒrlich befreundet, aber es ist dennoch eine bestimmte Konkurrenz da», erklĂ€rte er vor der WM.
Seit Jahren arbeitet er mit Coach Emil Guliyev zusammen und trainiert in Hannover. «Er hat eine andere Philosophie als Bernd», sagte Schwarz. «Es zeigt, es gibt nicht nur einen Weg.» Eins ist fĂŒr ihn und MĂ€rtens vor dem groĂen Showdown an diesem Mittwoch jedoch gleich: «Jetzt gilt es erstmal, alles aufzuladen», sagte Schwarz.







