Ukraine nach Sieg gegen Schweden im Viertelfinale
29.06.2021 - 23:45:10 | dpa.deDie Ukraine hat fĂŒr den nĂ€chsten Ăberraschungscoup bei der FuĂball-Europameisterschaft gesorgt und ist erstmals seit der WM 2006 in ein Viertelfinale eingezogen.
Zum Abschluss der Achtelfinals gewann das Team des frĂŒheren StĂŒrmer-Stars Andrej Schewtschenko am Dienstagabend in Glasgow mit 2:1 (1:1, 1:1) nach VerlĂ€ngerung gegen Schweden mit dem ĂŒberragenden Leipziger Emil Forsberg. Alexander Sintschenko (27.) hatte den AuĂenseiter vor 9221 Zuschauern im Hampden Park in FĂŒhrung gebracht, die Forsberg (43.) mit seinem vierten Turniertreffer ausglich.
In Ăberzahl gelang Artjom Dowbik (120.+1) der Siegtreffer, nachdem der Schwede Marcus Danielson (98.) wegen groben Foulspiels nach Videobeweis Rot gesehen hatte. In der Runde der letzten Acht spielt die Ukraine nun am Samstag (21.00 Uhr) in Rom gegen Deutschland-Bezwinger England.
Formstarker Forsberg
Die Schweden hatten vor allem dank des formstarken Forsberg als Erster die Gruppe E mit zwei Siegen gegen Polen und die Slowakei sowie einem Remis gegen den Viertelfinalisten Spanien gewonnen. Erstmals bei diesem Turnier stand in Glasgow StĂŒrmer Dejan Kulusevski in der Startelf und ersetzte den Mainzer Profi Robin Quaison. Der 21-JĂ€hrige von Juventus Turin war zunĂ€chst wegen einer Corona-Infektion ausgefallen, hatte dann aber als Einwechsler beim 3:2 gegen Polen fĂŒr reichlich Schwung gesorgt.
Die Ukraine hingegen kam als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale. DafĂŒr hatte dem Team von Trainer Andrej Schewtschenko ein 1:0 gegen Nordmazedonien gereicht. Ăberraschend verzichtete der frĂŒhere StĂŒrmer im ersten K.o.-Spiel fĂŒr die Ukraine auf SchlĂŒsselspieler Ruslan Malinowski von Atalanta Bergamo. Dennoch kam der Achtelfinal-Neuling zur ersten groĂen Tormöglichkeit der Partie. Der frĂŒhere Dortmunder Andrej Jarmolenko legte auf Sturmpartner Roman Jaremtschuk vor, dessen Schuss jedoch Schwedens Schlussmann Robin Olsson meisterlich parierte.
AuĂenseiter Ukraine ĂŒberrascht
Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen beider Mannschaften bei einer EM hatte der damalige Co-Gastgeber Ukraine 2012 in Kiew das Gruppenspiel mit 2:1 unter anderem durch ein Tor von Schewtschenko gewonnen. In Glasgow hatte dessen Elf zunĂ€chst Vorteile beim Ballbesitz. Die Schweden kamen zwar durch ihr Offensivtrio Forsberg, Kulusevski und Alexander Isak einige Mal vor das Tor der Ukraine, blieben dabei aber harmlos. Im Gegensatz zum AuĂenseiter. Als KapitĂ€n Jarmolenko im Strafraum den Ball von rechts nach links schlenzte, war dort Alexander Sintschenko vollkommen frei und ĂŒberwand Olsson mit einem strammen Schuss (27.).
Der Gegentreffer wirkte auf die Skandinavier wie ein Weckruf. Angetrieben von dem unermĂŒdlichen Forsberg drĂ€ngten die Schweden auf den Ausgleich. Und der Leipziger Mittelfeldstratege ĂŒberwand auch die von den zahlenmĂ€Ăig ĂŒberlegenen Fans angefeuerte Defensive der Ukrainer. Kurz vor der Pause bekam Forsberg den Ball vor dem Strafraum und zog beherzt ab. Sein Schuss wurde noch abgefĂ€lscht und schlug unhaltbar im Netz ein. FĂŒr den 29-JĂ€hrigen war es bereits der vierte Turniertreffer.
Die erste Chance nach Wiederanpfiff hatte die Ukraine. Wieder trieb Jarmolenko den Ball auf der rechten Seite nach vorn, legte auf Sergej Sidortschuk vor, der an den Pfosten schoss (55.). Nahezu im Gegenzug schoss auch Forsberg (56.) nach einem Konter mit einem feinen Schlenzer an den Pfosten. Mit zunehmender Spielzeit drÀngten die Skandinavier die Ukraine immer mehr in die Defensive. In der 69. Minuten fasste sich erneut der Leipziger ein Herz, doch sein Schuss prallte gegen die Torlatte. Doch bis zum Ende der regulÀren Spielzeit gelang keinem der beiden Kontrahenten mehr ein Treffer, auch weil bei den meisten Akteuren sichtbar die KrÀfte schwanden.
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