WM, USA

1:1 im «Pride Match»: Ägypten weiter, Iran muss warten

27.06.2026 - 07:04:58 | dpa.de

Viel wird vor der Partie über andere Themen diskutiert. Während des Spiels steht dann der Fußball im Vordergrund. Der Iran spielt zum dritten Mal Remis - auch, weil ein Elfmeterschütze scheitert.

  • Ägypter und Iraner lieferten sich enge Duelle. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
    Ägypter und Iraner lieferten sich enge Duelle. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
  • Ägypten ging früh in Führung. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
    Ägypten ging früh in Führung. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
  • Ein paar Regenbogenfahnen waren auf der Tribüne zu sehen. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
    Ein paar Regenbogenfahnen waren auf der Tribüne zu sehen. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
  • Ramin Rezaeian traf zum 1:1. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
    Ramin Rezaeian traf zum 1:1. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
Ägypter und Iraner lieferten sich enge Duelle. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa Ägypten ging früh in Führung. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa Ein paar Regenbogenfahnen waren auf der Tribüne zu sehen. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa Ramin Rezaeian traf zum 1:1. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa

Der Iran hat im von Debatten begleiteten «Pride Match» gegen Ägypten unentschieden gespielt und kann allen Widrigkeiten zum Trotz auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase bei einer Fußball-WM hoffen. Die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei trennte sich nach einer dramatischen Schlussphase 1:1 (1:1) vom Team um Superstar Mohamed Salah, für das der Einzug ins Sechzehntelfinale schon vor dem Spiel feststand. Hinter dem punktgleichen Belgien belegte Ägypten wegen des schlechteren Torverhältnisses Rang zwei. Im WM-Stadion von Seattle traf Mahmoud Saber für Ägypten (5. Minute). Ramin Rezaeian glich für den Iran aus (14.).

Mehdi Taremi scheiterte zudem mit einem Foulelfmeter an Ägyptens Torwart Ufa Schobeir (11.). Dennoch ist der größte Erfolg der iranischen WM-Geschichte nach nun drei Remis als Gruppendritter immer noch möglich - und das vor dem Hintergrund des Krieges der USA und Israels gegen das Land.

Protest des Iran und von Ägypten vergeblich

Um das Spiel gibt es seit mehreren Monaten großen Wirbel. Die lokalen Organisatoren hatten schon vor der WM-Auslosung entschieden, die Partie im Rahmen des an diesem Wochenende stattfindenden «Pride Fest» als «Pride Match» auszurufen. Der Iran und Ägypten sind weit davon entfernt, die Werte des «Pride Fest» der LGBTQI+-Gemeinschaft zu teilen. Beide Nationen protestierten gegen das Label - erfolglos. 

Im Stadion und rund um die Arena war vom «Pride Match» trotzdem nicht so viel zu sehen. Einige Fans trugen Regenbogenfahnen, waren bunt geschminkt. Dass sich der Weltverband FIFA selbst nicht an Aktionen unter dem Pride-Motto beteiligen würde, war ohnehin klar gewesen.

Mehr machte sich die politische Lage bemerkbar. Bei der iranischen Hymne waren im Stadion auch Pfiffe zu hören. Rund um die Spielstätte demonstrierten Menschen unter anderem für einen «Regimewechsel im Iran», für Frieden dort und gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Mitunter wurde es dabei hitzig. Auch das politische Verhältnis zwischen dem Iran und Ägypten ist kompliziert, auch wenn es sich zuletzt verbesserte. 

Hohes Tempo von Anfang an

Auch auf dem Spielfeld ging es gleich emotional zur Sache. Ägypten nutzte seine erste Chance zur Führung. Iran-Torwart Alireza Beiranvand klärte zunächst nur unzureichend und wurde dann von Saber auch noch getunnelt.

Der Iran hätte geschockt sein können, reagierte jedoch stark auf den frühen Rückschlag. Zunächst scheiterte Taremi vom Elfmeterpunkt noch an Schobeir. Dann ließ Rezaeian die iranischen Fans jubeln. Nachdem Schobeir einen Schuss zunächst noch pariert hatte, traf der 36-Jährige aus ganz spitzem Winkel.

Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften hatten Abschlüsse. Immer wieder gab es aber auch Verletzungsunterbrechungen und störten den Spielfluss. Nach knapp einer Stunde nahm Ägyptens-Coach Hossam Hassan Offensivmann Salah vom Feld, der dabei nicht glücklich wirkte. Tore bekamen die 66.925 Zuschauer im Stadion keine mehr zu sehen - dramatisch wurde es trotzdem, weil der Treffer von Shojae Khalilzadeh (90.+3) für den Iran wegen Abseits nicht zählte und das Team bei zwei Latten-Treffern Pech hatte.

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