Wintersport, Deutschland

Biathletin Passler vor Heim-Olympia mit positivem Dopingtest

02.02.2026 - 15:26:56 | dpa.de

Vier Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele gibt es einen Dopingfall. Die betroffene Italienerin stammt aus Antholz, dem Austragungsort der Biathlonrennen.

  • Rebecca Passler (rechts) in einem Staffelrennen mit Dorothea Wierer. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Rebecca Passler (rechts) in einem Staffelrennen mit Dorothea Wierer. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Die italienische Biathletin Rebecca Passler auf der Strecke. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
    Die italienische Biathletin Rebecca Passler auf der Strecke. - Foto: Matthias Schrader/AP/dpa
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Das italienische Biathlon-Team wird unmittelbar vor Start der Olympischen Winterspiele im eigenen Land von einem Dopingfall erschĂŒttert. Rebecca Passler aus Antholz, wo ab kommendem Sonntag die olympischen Rennen der SkijĂ€ger stattfinden, wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar positiv getestet. Laut Italiens Anti-Doping-Behörde seien bei ihr Spuren von Letrozol gefunden worden. 

Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsĂ€chlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Passler wird als Folge des Verstoßes vorlĂ€ufig suspendiert und wird nicht am Saison-Highlight teilnehmen, von ihr gab es zunĂ€chst keine Reaktion. Passler gehörte ursprĂŒnglich zu Italiens fĂŒnfköpfigem Frauenteam fĂŒr die Winterspiele. Derzeit wird noch geklĂ€rt, ob eine Nachnominierung einer anderen Athletin möglich ist.

«Der Verband prĂŒft den Vorfall bereits eingehend und beabsichtigt, seine Athletin auf allen geeigneten Wegen zu unterstĂŒtzen», sagte PrĂ€sident Flavio Roda vom italienischen Wintersportverband FISI in einer ersten Stellungnahme: «Es ist unerlĂ€sslich, der Sache auf den Grund zu gehen, um jeden Zweifel auszurĂ€umen, der die Karriere von Rebecca und das Ansehen des Verbandes schwer beeintrĂ€chtigen könnte.»

Die 24-jĂ€hrige Passler startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Januar war sie bei den WettkĂ€mpfen im thĂŒringischen Oberhof StartlĂ€uferin der italienischen Frauenstaffel, die in Abwesenheit der Stars Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer nur den zehnten Platz belegte. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte PlĂ€tze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy.

Passler nur mit der Staffel auf dem Weltcup-Podest

In die Top Ten hat es die ehemalige Junioren-Weltmeisterin mit der Staffel in einem Einzelrennen bislang noch nicht geschafft. Mit der Frauenstaffel Italiens schaffte sie es im Winter 2022/2023 an der Seite von Wierer und Vittozzi zweimal auf den dritten Rang.

Passler ist die Nichte des ehemaligen italienischen Biathleten Johann Passler, der 1988 in Calgary zweimal Olympia-Bronze gewann. Johann Passler wird laut italienischen Medien bei den am Freitag beginnenden Winterspielen auch als Logistikhelfer im Stadion von Antholz arbeiten.

In der Vergangenheit hatte es in Italien schon einen Dopingfall mit Letrozol gegeben. Auch bei der frĂŒheren French-Open-Finalistin Sara Errani war im Jahr 2017 das Mittel nachgewiesen worden. Bereits seit 2008 ist der Wirkstoff im Leistungssport nicht mehr erlaubt und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Tennisspielerin Errani hatte damals bestritten, die Substanz eingenommen zu haben und vermutete eine Nahrungsmittelverunreinigung.

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