Wendl und Arlt: Rekord-Olympiasieger starten Projekt Olympia 2030
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Rekord-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt wollen ihre Rodelkarriere fortsetzen und auch bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen um Medaillen kÀmpfen.
Abschied am Königssee verschoben
Das bayerische Doppelsitzer-Duo hatte sein Karriereende eigentlich fĂŒr diesen Winter auf der wieder aufgebauten Heimbahn am Königssee geplant. Nun kĂŒndigten die beiden in einem Instagram-Video das Projekt Olympia 2030 an.
Wendl und Arlt erklÀrten, sie hÀtten in ihrem Sport mehrfach alles erreicht. Das Duo ist siebenfacher Olympiasieger, zehnfacher Weltmeister und gewann siebenmal den Gesamtweltcup.
Weltmeisterschaft in Innsbruck als nÀchstes Ziel
Vor dem langfristigen Olympia-Ziel steht die Rodel-Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls. Die Bahn kennen die beiden gut, unter anderem gewann das Duo dort bereits 2027 Gold im Sprint.
Wendl sagte dem ZDF, beide seien 39 Jahre alt, fit und gesund. Ihre Startzeiten seien zuletzt sogar besser gewesen als in der vorangegangenen Olympiasaison.
Erfahrung fĂŒr den Nachwuchs
Bei den Winterspielen in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2022 holten Wendl und Arlt Gold im Doppelsitzer. In Cortina dâAmpezzo gewannen sie Bronze im Doppel und ihr viertes olympisches Gold im Team.
Den letzten Weltcup der vergangenen Saison hatten sie ausgelassen, um jĂŒngeren Athleten eine Chance zu geben. Beide engagieren sich in ihrer bayerischen Heimat fĂŒr den Nachwuchs, wollen ihre eigene Trainerlaufbahn aber zunĂ€chst zurĂŒckstellen. Arlt sagte, sie wollten wieder ganz oben stehen.
Erfahrung als entscheidender Faktor
Die Entscheidung von Tobias Wendl und Tobias Arlt verlĂ€ngert eine auĂergewöhnliche Erfolgsgeschichte im deutschen Rodelsport. Das Duo gewann seit seinem OlympiadebĂŒt in Sotschi drei Goldmedaillen im Doppelsitzer und holte bei den Winterspielen in Peking zusĂ€tzlich Gold mit der Mannschaft. In Cortina dâAmpezzo kam eine weitere olympische Medaille hinzu.
Mit dem Alter verschiebt sich die sportliche Herausforderung. Im Doppelsitzer zÀhlen eingespielte AblÀufe, prÀzise Startbewegungen und die Abstimmung zwischen den Partnern zu den wichtigsten Faktoren. Wendl und Arlt bringen dabei nicht nur jahrzehntelange Erfahrung, sondern auch detaillierte Kenntnisse der internationalen Bahnen mit. Zugleich steigt mit jedem weiteren Saisonjahr die Bedeutung von Regeneration, Materialentwicklung und medizinischer Betreuung.
Bedeutung fĂŒr den deutschen Verband
FĂŒr den deutschen Rodelverband bedeutet die Fortsetzung zunĂ€chst zusĂ€tzliche sportliche StabilitĂ€t. Das Duo bleibt ein MaĂstab fĂŒr jĂŒngere Athleten, wĂ€hrend Wendl und Arlt zugleich ihren Anspruch bekrĂ€ftigen, ihnen nicht den Weg zu versperren, sondern sie an die Weltspitze heranzufĂŒhren. Der geplante Abschied am Königssee hĂ€tte diese Ăbergangsphase frĂŒher eingeleitet.
Der nĂ€chste PrĂŒfstein ist die Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls. Danach richtet sich der Blick auf die Olympiabahn in La Plagne und auf die Spiele 2030 in den französischen Alpen. FĂŒr Zuschauer bedeutet die Entscheidung, dass eine der erfolgreichsten deutschen Wintersportgemeinschaften mindestens bis zu diesem Saisonhöhepunkt weiter im Wettbewerb bleibt.

